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Garbsen Scholl-Gymnasium inszeniert Dreigroschenoper
Umland Garbsen

Berenbostel: Geschwister-Scholl-Gymnasium inszeniert Dreigroschenoper

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12:55 20.09.2019
Proben für die Dreigroschenoper (von links): Bodo Schmidt am Klavier, Felix Maier als Texttrainer, Annemarie Wilhelms und Philipp Paßiel. Quelle: Markus Holz
Berenbostel

Bis 2028 wollen und können Christiane Bettels und Bodo Schmidt nicht warten. 2028 hätte sich die Uraufführung der Dreigroschenoper von Bert Brecht zum 100. Mal gejährt. Aber 2028 sind beide Pädagogen des Geschwister-Scholl-Gymnasiums (GSG) nicht mehr im Dienst. Bodo Schmidt ist es schon jetzt nicht mehr. Also jetzt. Das bewährte Duo bringt seine letzte gemeinsame Inszenierung auf die Bühne. Premiere ist am Sonnabend, 28. September, um 19 Uhr; die zweite Aufführung einen Tag später um 17 Uhr; beide in der Aula des GSG, Ludwigstraße 4, in Berenbostel. Karten zum Preis von 10, ermäßigt 5 Euro gibt es nur im Sekretariat der Schule, Telefon (05131) 462790.

Nach guter Unterhaltung jetzt Gesellschaftskritik

Swinging St. Pauli, Cabaret, Ein Sommernachtstraum, Linie 1, Rent und zuletzt Wunders Wirtschaft sind Produktionen aus dem Hause Bettels/Schmidt, die teils mit höchsten Preisen ausgezeichnet worden sind. Mit Brechts gesellschaftskritischem Stück verlässt das Duo die Linie der eher unterhaltsamen Kost. Seit mehr als einem Jahr arbeitet sich die Gruppe in die schwere textliche (Brecht) und musikalische Materie (Kurt Weill) ein, die am Ende so leicht rüberkommen soll. Das ist extrem herausfordernd für die 14 Darsteller und ebenso vielen Musiker. Die Inszenierung sollte eigentlich schon im Mai auf der Bühne sein. Die Terminlage am GSG und Ausfälle verhinderten den Zeitplan. Bodo Schmidt, seit August in Rente, muss noch ein paar Wochen dranhängen. Er wird das Klavier spielen und hat erneut die musikalische Leitung inne.

Aktualität elektrisiert

Die Oper, die keine ist, hat eine völlig verfahrene Entstehungsgeschichte. Und eine Woche vor der Premiere glaubte niemand an eine Premiere, außer Brecht. Der Kampf der beiden Unterwelt-Kapitäne Peachum und Macheath um Macht und Geld wurde aber das erfolgreichste Theaterstück in der Zeit der Weimarer Republik. „Wir haben sehr viel über die Rollen und ihre Bedeutung gesprochen“, erzählt Christiane Bettels, „den Schülern ist sehr bewusst geworden, wie aktuell die Themen sind.“ Erst das große Fressen und dann die Moral – das hat Brecht damals schon gegeißelt. „Heute provozieren unser Reichtum und unsere Verschwendung von Ressourcen Krisen in vielen ärmeren Teilen der Welt“, sagt Bettels. Die Aktualität des Stückes habe alle elektrisiert.

Viel Text, wenig Kulisse

Darsteller und Musiker bringen das gesamte Werk auf die Bühne. Veränderungen jeglicher Art werden von den Brecht-Erben nicht gestattet. In den Hauptrollen sind Philipp Paßiel (Macheath alias „Mackie Messer“), Greta Söderberg (Polly), Robert Cuhsmann (Polizeichef Brown), und die Lehrer Felix Maier und Kerstin Konjeczny als Mr. und Mrs. Peachum zu erleben. Brechts episches Theater braucht wenig Kulisse und Kostüm; die Produktion wird damit deutlich weniger aufwändig als vorige, aber sie wird auf besondere Weise herausfordernder. Brecht ist nicht Schmidts Tivoli.

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