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Garbsen Uni und Garbsener wollen Vorurteile abbauen
Umland Garbsen Uni und Garbsener wollen Vorurteile abbauen
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14:55 01.03.2019
Prof. Stephan Kabelac (v.l.n.r.), Eckhard Stasch, Marc Warnecke, Christina Lange, Georg Böttcher und André Papke von der Leibniz Universität kamen bei einer Podiumsdiskussion im Rathaus mit den Garbsener Bürgern ins Gespräch. Quelle: Joanna von Graefe
Garbsen

 Es sind nur noch wenige Monate, bis auf dem Gelände des Campus Maschinenbau Leben Studenten und Mitarbeiter ihre Arbeit aufnehmen sollen. Doch bislang ist der Campus für viele Garbsener nur eine Baustelle – und Garbsen für die Studenten eine konturlose Stadt. Wie viele Fragen noch unbeantwortet sind und wie viel Redebedarf zwischen beiden Seiten besteht, hat eine Podiumsdiskussion im Rathaus gezeigt. Eingeladen hatte die Innovation Cell, eine Studentengruppe der Leibniz Universität, gegründet von Professor Burkard Wördenweber. Ihr Ziel ist es, Ideen zu entwickeln, wie Garbsen und der neue Campus zusammenwachsen können. „Wir sind eine Art Feuerwehr“, stellte Wördenweber die Arbeit vor. „Wir werden immer dann gerufen, wenn es eigentlich schon zu spät ist.“ Beide Seiten hätten zu lange gewartet, bevor sie aufeinander zu gegangen seien, sagt er. Jetzt zeige sich, dass noch viele Fragen offen seien, die unter Studenten und Bürgern zu Skepsis und Vorurteilen führten.

Konkurrenz um Wohnungen?

Es sind zum Teil ganz kleine Themen, die die Garbsener beschäftigen. Der zusätzliche Verkehr etwa. Stellen die Studenten und Mitarbeiter ihre Autos in Zukunft auf den Parkplätzen der Kleingärtner ab, wird gefragt. Eberhard Hoffmann, Geschäftsführer vom Studentenwerk Hannover, hält diese Befürchtung für unberechtigt: „Da nur etwa 21 Prozent der Studenten überhaupt ein eigenes Auto besitzen und alle ein Semesterticket bekommen, halte ich es für sehr unwahrscheinlich, dass die Autos zum Problem werden.“ Dafür aber die fehlenden Wohnungen? „Ich fürchte, dass die Studenten in Garbsen zu mehr Konkurrenz um kleine günstige Wohnungen führen könnten“, sagte Garbsens Sozialdezernentin Monika Probst. Die Nachfrage an Wohnraum für Studenten in Garbsen sei allerdings begrenzt, sagt Hoffmann. Nicht alle Studenten würden Wohnungen vor Ort suchen, zudem könne das Wohnheim den aufkommenden Bedarf decken.

Auch seitens der Universität gibt es Fragen und Anliegen. Der Radweg zwischen Hannover und Garbsen sei nicht ausreichend, außerdem sei die Verpflegung auf dem Campus noch nicht abschließend geklärt. Die Mensa öffne nur zur Mittagszeit. „Es wäre wünschenswert wenn ein Bäcker auf dem Gelände eröffnet oder in einem Café in der Nähe Bürger und Studenten zueinander finden“, regte Eckhard Stasch vom Technik Salon der Universität an. Hier sei die Unterstützung der Garbsener gefragt. Viel Skepsis war an diesem Abend allerdings nicht zu spüren. Vielmehr nutzten Viele im Saal die Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen. Der Jazzclub Garbsen wies die Studenten auf sein Angebot hin, ebenso Vertreter der Konzertreihe Blues Time, des ADFC und verschiedener Sportvereine. Sie sei Mutter in Garbsen und wolle wissen, was für den Nachwuchs geplant sei, sagte Stefanie Bethke. „Werden Schülerpraktika und eine Kinder-Uni angeboten?“ Studiendekan Stephan Kabelac versicherte: „Wir werden auf die Schulen zugehen.“

„Zusammenarbeit entscheidend“

Die Garbsener seien aufgeschlossen und zeigten Interesse am Campus, beobachtet auch Innovationsmanagerin Iris Klaßen. Viel schwieriger von der neuen Situation zu überzeugen seien die Studenten, von denen viele Garbsen noch uncool fänden, und die sich von der Universität ein wenig abgeschoben fühlten. „Damit der Campus die ganze Stadt prägt, sind Möglichkeiten der Zusammenarbeit entscheidend“, sagt Klaßen. Das legte auch Eckhard Stasch den Teilnehmern des Abends ans Herz. Sie sollten in Kontakt zu bleiben, Kooperationen zu bilden, Teil des Campus werden und die Studenten Teil der Stadt werden lassen: „Wir wollen uns austauschen. Diese Runde heute soll keine Einmal-Rakete sein.“

Alle Berichte rund um den neuen Campus Maschinenbau in Garbsen finden Sie in unserem Multimedia-Dossier.

Von Joanna von Graefe

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