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Garbsen Campus Maschinenbau: Die ersten Studenten leben im Wohnheim
Umland Garbsen

Campus Maschinenbau in Garbsen: Die ersten Studenten sind im Wohnheim heimisch 

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09:34 28.10.2019
Sebastián Aguilar ist neu im Studentenwohnheim in Garbsen. Ihm gefällt vor allem der Ausblick auf den kompletten Maschinenbau-Campus, den er von seinem Eckzimmer aus hat. Quelle: Ann-Christin Weber
Garbsen-Mitte

Kahle Wände, leere Regale: So sahen bislang die Zimmer im Studentenwohnheim am Campus Maschinenbau aus. Davon ist bei Ann Sophie Sattler nichts mehr zu sehen. In den Regalen reihen sich Fachbücher neben Romanen und auf dem Bett stapeln sich große Kissen. Darüber hängen mehrere Lichterketten. „Ich habe mich gefreut, mein Zimmer gemütlich einzurichten. Immerhin will ich mich hier heimisch fühlen.“

Die Biologie-Studentin ist eine von 129 Studierenden, die schon in das Wohnheim am Campus eingezogen sind. „Ab dem 1. November sind alle 162 Zimmer bezogen, das Studentenwohnheim ist ausgelastet“, sagt Michael Knüppel vom Studentenwerk Hannover.

Keine Vorlesungen in Garbsen

Ursprünglich kommt Sattler aus der Nähe von Wolfenbüttel. Allein um mit Kommilitonen mal abends etwas unternehmen zu können, hat sich die 18-Jährige gegen das Pendeln und für eine Wohnung in der Nähe der Universität entschieden. Vom Studentenwerk Hannover hat sie einen Platz im neuen Garbsener Wohnheim zugeteilt bekommen. Im gegenüberliegenden Campus Maschinenbau wird sie allerdings keine Vorlesungen haben. „Ich überlege aber, ob ich zum Essen nicht lieber hier in die Mensa gehe“, sagt die Studentin.

Dass sie in Garbsen eine Wohnung bekommen hat und nicht direkt in Hannover, findet sie nicht schlimm. „Ich weiß bisher zwar nur, wo ich in Garbsen gut einkaufen kann, und ummelden muss ich mich auch noch, aber trotzdem fühle ich mich hier sehr wohl“, so die 18-Jährige.

Die Biologiestudentin Ann Sophie Sattler setzt in ihrem neuen Zuhause mit großen Kissen und Lichterketten auf Gemütlichkeit. Quelle: Ann-Christin Weber

Sebastián Aguilar wird erst in dieser Woche einziehen. Als er seine Zimmerschlüssel abholt, will er eigentlich gleich sein Bett beziehen. „Die Matratze fürs Bett ist da, aber der Lattenrost fehlt“, sagt er. Der gebürtige Mexikaner genießt vor allem den Ausblick in seinem neuen Eckzimmer: Durch zwei Fenster kann Aguilar über den gesamten Maschinenbau-Campus schauen. Dass er bei seinem Einzug noch auf die Baustelle vom Wohnheim blicken muss, hat er jedoch nicht erwartet.

Eigentlich sollten die Bauarbeiten schon Anfang Oktober abgeschlossen sein. Aufgrund verzögerter Lieferungen soll das Wohnheim nun erst am 4. November an das Studentenwerk übergeben werden. Die Monatsmiete von 390 Euro müssen die Bewohner erst einmal nicht zahlen. Das Studentenwerk Hannover erlässt ihnen im Oktober die komplette Miete.

Lange Wege zum Einkaufen

Xianjun Meng hat vor zwei Wochen sein Zimmer im Wohnheim bezogen und kennt sich mittlerweile ein bisschen in Garbsen aus. Gerade kommt er vom Einkaufen im Planetencenter. Um zum Wohnheim zu gelangen, muss er seine schweren Einkäufe von der Bushaltestelle am PZH quer über den Maschinenbau-Campus und dann – solange noch kein alternativer Weg gepflastert ist – etwa 100 Meter über eine Wiese und einen provisorischen Schotterweg tragen. „Der Weg ist zu weit. Viele von uns wünschen sich dringend eine Bushaltestelle direkt vor der Tür“, so Meng.

Bisher pendelt nur ein Shuttlebus mit der Nummer 404 von der Bahnstation Schönebecker Allee zum Campus. Die 18-jährige Sattler überlegt deswegen schon, sich ein Fahrrad zuzulegen.

Meng, der aus China nach Deutschland gekommen ist, studiert an der Leibniz-Universität im ersten Semester den Master in Mechatronik. Ab Januar – wenn der Großteil der elf Maschinenbau-Institute aus der Nordstadt auf den neuen Campus gezogen ist – braucht er weniger als fünf Minuten zur Vorlesung. „ Ich freue mich schon riesig, wenn ich nicht mehr pendeln muss“, sagt der 24-Jährige.

Ein bisschen Heimat in Garbsen: In Xianjun Mengs Zimmer gibt es chinesische Gewürze und Nudeln. Quelle: Ann-Christin Weber

Das Leben auf einer Baustelle

Untereinander kennen sich die Bewohner noch nicht, denn noch ist der Gemeinschaftsraum zum gegenseitigen Kennenlernen nicht fertig. Auf Wünsche der Studenten zur Gestaltung des Raums werde jedoch eingegangen, sagt Sattler. „Es soll einen Beamer und eine Leinwand für gemeinsame Filmabende geben.“ Wenn der Raum erst einmal fertig sei, werde wohl auch das Studentenleben richtig aufblühen.

Im Studentenwohnheim in Garbsen– gleich neben dem neuen Campus Maschinenbau –ist das Studentenleben eingezogen. Den anhaltenden Baustellen zum Trotz haben die ersten Studenten die leeren Zimmer mit Leben gefüllt und in gemütliche Studentenbuden verwandelt.

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