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Garbsen Innovation Cell entwickelt Ideen für den Campus
Umland Garbsen Innovation Cell entwickelt Ideen für den Campus
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15:35 19.10.2018
Wie soll der Campus aussehen? Jede Woche sitzen Studenten und Mitarbeiter der Fakultät für Maschinenbau zusammen. Quelle: Linda Tonn
Garbsen/Hannover

Der Blick aus dem Seminarraum im dritten Stock des Otto-Klüsener-Hauses führt von den Dächern der Bibliothek, über dichte Baumkronen, hin zu den Turmspitzen des Welfenschlosses – dem Hauptgebäude der Leibniz Universität Hannover. Vor dieser Kulisse trifft sich jeden Freitagvormittag eine Gruppe von Studenten und Mitarbeitern der Fakultät Maschinenbau, um über ihre gemeinsame Zukunft in Garbsen zu beraten. „Innovation Cell“ hat sich die Gruppe genannt – Innovations-Zelle. Und um Innovation soll es gehen, denn die Mitglieder wollen die Chancen, die der neue Campus in Garbsen mit sich bringen kann, erkennen und für sich nutzen. In einem Workshop haben sie Ideen entwickelt. Sie reichen von einem PR-Konzept bis hin zu Mobilität, Gastronomie, Sportangeboten und der Kommunikation und Vernetzung mit Menschen in Garbsen.

Per Flugzeug zum Campus?

An diesem Tag geht es um die Strecke zwischen dem Hauptgebäude der Universität in Hannover und dem Campus Maschinenbau. Wer pendeln will, muss Zeit einplanen: Zwischen der Haltestelle und dem neuen Campus in Garbsen liegen 20 Minuten Bahnfahrt bis zur Schönebecker Allee plus etwa ein Kilometer Fußweg bis zum Campusgelände. Da eine eigene Haltestelle am Garbsener Campus derzeit nicht in Aussicht ist, konzentriert sich die Innovation Cell auf die Gestaltung des letzten Kilometers.

Eckart Stasch, Projektleiter des Technik Salons, zeigt der Gruppe ein Video (hier geht’s zum Video): „Kommt euch das bekannt vor?“, fragt er. Zu sehen ist die Pilotenperspektive einer Ein-Mann-Drohne, wie sie in Garbsen über die Baustelle und um die Rohbauten herum ihre Kreise zieht. Ihren Ideen setzen die Mitglieder der Innovation Cell keine Grenzen: „Wir sind Maschinenbauer und wollen den Weg zum Campus schneller machen und technisch zelebrieren,“ sagt Stasch.

Unterwegs mit digitalen Campusbewohnern

Die Konzeptgruppe für Digitalisierung tüftelt derweil an einem kleinen rollendem Roboter, der den Alltag der Garbsener Studenten in Zukunft begleiten soll. „Er sieht aus wie ein kleiner Staubsauger“, sagt die stellvertretende Geschäftsführerin der Fakultät Sarah Engelmann. Der Roboter soll sich mit Hilfe von Sensoren auf dem Campus bewegen und mit Rat und Tat zur Seite stehen. „Irgendwie sollte er auch gesichert sein, der muss vielleicht Alarm geben, wenn er von mehr als drei Studenten umzingelt wird“, scherzt Engelmann. „Ich seh schon, wie die Studies den entführen oder der irgendwo auf dem Dach rumfährt“, sagt einer der Studenten.

Geht es nach den Studenten, kann der Roboter eines Tages auch eine Holosprechstunde anbieten. Dahinter steckt die Idee, die Studienberatung vom Hauptcampus in Hannover als Hologramm live auf den Campus in Garbsen zu übertragen. Denn zur Zeit ist noch offen, ob es in Garbsen ein vergleichbares Servicecenter wie in Hannover geben wird. „Ein Campus ohne solche Dienste wäre schon hart“, meint der Teilnehmer Phil Demter dazu.

Grillplatz und Gemüsegärten

Demter ist Student und Mitarbeiter an der Fakultät für Maschinenbau. Er hängt am Campusleben in der Nordstadt und setzt sich mittlerweile –nach lautstarker Kritik am Umzug – für den studentischen Flair in Garbsen ein. Wie wäre es mit Obstbäumen oder einem Gemüsegarten? Für die Studierenden der kommenden Generationen wünscht Demter sich einen Grillplatz. Auf dem Bauplan zeigt er der Gruppe eine Stelle, die sich eigenen könnte, Sammelpunkt im sommerlichen Campusleben zu werden.

Garbsen und Garching: Ein Blick in die Zukunft?

Das Campusleben ist das Herzstück der Innovation Cell. Immer wieder fragen sich die Konzeptgruppen, von der Gastronomie, über Sport, Freizeit und Marketing, wie es möglich sein kann, ein bisschen Nordstadtflair mit sich zu nehmen und neu zu schaffen. Inspiration dafür könnte ein Blick nach München geben. Die Technische Universität hat ihren Campus ebenfalls ins knapp 16 Kilometer entfernte Garching ausgelagert. Kann man in Garching einen Blick in Garbsens Zukunft werfen? Stasch ist losgefahren und hat den Campus besichtigt. Der Campus sei eine Art „Satellitenstadt“, sagt er. Die Studenten kämen nur zum Arbeiten her. „Man sollte sich auch in Garbsen darauf einstellen, dass es kein Kuschelcampus wird“, sagt er. Aber vielleicht bräuchten das die Maschinenbauer auch gar nicht.

Hier geht es weiter zu allen Geschichten rund um den Campus Maschinenbau in Garbsen.

Von Joanna von Graefe

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