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Garbsen Das ist die Chronik des Campus Maschinenbau
Umland Garbsen Das ist die Chronik des Campus Maschinenbau
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12:07 19.10.2018
Im Mai 2016 war der Campus noch ein Freifläche. Quelle: Jörg Müller (Archiv)
Garbsen

Die Geschichte des Campus Maschinenbau Garbsen (CMG) wird im Oktober 2019 beginnen, aber die Vorgeschichte reicht schon ein halbes Jahrhundert zurück: Die Gründerväter und damaligen Maschinenbau-Professoren Heinz Haferkamp, Hans Kurt Tönshoff und Hans-Peter Wiendahl wagten Ende der 1960er Jahre einen gedanklichen Alleingang. Wie wäre es, wenn sich der Maschinenbau Platz schafft und von Hannover nach Garbsen zieht? Das Trio erkannte mehr Vor- als Nachteile und ließ ab 1972 bei den Entscheidern nicht mehr locker.

„Wir müssen hier raus“

„Hier gab's Leute, die dachten, der Haferkamp spinnt“, erzählt Haferkamp. Es war kein Trio der Spinner. Die Professoren erlebten damals, dass die Fakultät neue schwere Maschinen erhielt, große Kompressoren, Turbinen und Pressen. Die waren und sind teilweise bis heute über die Nordstadt verteilt, belasteten die Umwelt und machten bis tief in die Nacht Krach. „Je mehr und je größer die Institute wurden, desto öfter hieß es: Wir müssen hier raus“, sagt Haferkamp.

Im Dezember 2015 haben mit einem Spatenstich die Bauarbeiten am Campus Maschinenbau der Leibniz Universität Hannover in Garbsen begonnen. Vorausgegangen war ein Architektenwettbewerb. Ein Blick ins Archiv.

„Jetzt muss etwas passieren“

Das Land Niedersachsen besaß das Land mitten in Garbsen. Haferkamp, Wiendahl und Tönshoff wollten wissenschaftliches Gold daraus machen. Der damalige Finanzministers Heiner Aller sagte „verkaufen“, konnte sich aber gegen Universität und Wissenschaftsministerium nicht durchsetzen. „Das war für uns das Signal: Jetzt muss aber auch etwas passieren, sonst sind die Flächen weg“, sagt Haferkamp.

Die Blaumänner nach Garbsen

Ende der Achtzigerjahre machte Haferkamp den Anfang und ließ das Unterwassertechnikum UWTH an der Lise-Meitner-Straße bauen, eine Forschungseinrichtung des Institutes für Werkstoffkunde, dessen Leiter er war. Anfang der Neunzigerjahre entschloss sich der Fachbereich Maschinenbau, alle produktionstechnischen Institute unter dem Dach des Produktionstechnischen Zentrums Hannover (PZH) in Garbsen zusammenzufassen. „Mit dem Bau des Laserzentrums in Marienwerder taten wir der Stadt Hannover einen Gefallen, weil ein Investor dort ein großes Einkaufszentrum bauen wollte“, sagt Haferkamp. Die Lasertechnik für die feinen Leute in den Wissenschaftspark, die Blaumänner mit den Maschinen nach Garbsen – das war Konzept für die Wissenschaftsachse Garbsen-Marienwerder-Nordstadt.

Nach 50 Jahren wird eine Vision Wirklichkeit

Baurecht für das PZH gab es schon, als das UWTH 1995 eröffnet wurde. Als das PZH 2004 folgte, war fast endgültig klar, dass der Rest der Fakultät auch umziehen wird. „Es musste nur erst wieder Geld vom Land da sein“, sagt Haferkamp. 2012 kam die ersehnte Zusage des Landes. Seit 2016 wird gebaut. Die Vision des engen Professorenzirkels aus den Sechzigerjahren wird 50 Jahre später Realität.

Von Markus Holz

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