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DRK Garbsen packt Weihnachtsbeutel für bedürftige Familien

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17:54 03.12.2019
Rolf Posor (von links) und Manuela Zapfe vom DRK Garbsen überreichen die Weihnachtsbeutel an Vertreter von Jobcenter und Stadt, Bildungsträger und Familienhebammen der Region. Quelle: Jutta Grätz
Auf der Horst

Das DRK Garbsen setzt seit 21 Jahren in der Adventszeit ein Zeichen für bedürftige Menschen. Das Team um den Vorsitzenden Rolf Posor spendiert alljährlich in der Vorweihnachtszeit Baumwollbeutel, prall gefüllt mit Lebensmitteln – für Bedürftige aus ganz Garbsen. Am Mittwoch haben Posor und seine Kollegin Manuela Zapfe die 50 Taschen an Vertreter des Jobcenters, der Stadtverwaltung, von Bildungsträgern und des Familienhebammenprojekts der Region Hannover überreicht. Dass dies nur ein Zeichen der Solidarität sein kann, wissen alle Beteiligten. Die Zahl der Bedürftigen ist größer als die Zahl der Geschenktaschen. „Wir hätten auch 300 Tüten packen können“, sagte Posor, „es wird nie reichen. Die Bedürftigkeit in Garbsen ist hoch.“

Gründe für Armut sind vielfältig

Jede der beteiligten Institutionen arbeitet mit Menschen aus sozial besonders benachteiligten Familien. Und sie entscheiden auch, wer die Tüten bekommt. Die Lebensmittel im Wert von rund 20 Euro – darunter Kaffee, Konserven, Süßigkeiten und ein Adventskalender – sollen in diesem Jahr jungen Müttern, Alleinerziehenden, Migranten und Geflüchteten zukommen. „Die Gründe für Armut sind so individuell wie vielfältig wie die betroffenen Menschen“, sagt Astrid Lauter vom Bildungsträger „Gemeinsam Selber Machen“ (GSM). Sie und ihre Kollegen beraten Menschen in schwierigen Lebenssituationen. In einem Fall sind es Schulden, in anderen Fällen geringe Einkommen, Sucht oder Krankheiten, die manche Menschen aus der Bahn werfen und das Armutsrisiko erhöhen.

Bezahlbarer Wohnraum fehlt

Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum und steigende Mieten in Garbsen seien ein großes Thema bei ihren Beratungsgesprächen, betont auch Marta Schüring, Geschäftsstellenleiterin des Bildungswerkes der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW). „Ich berate mittlerweile viele Menschen ohne festen Wohnsitz“, ergänzt ihre Kollegin Mascha Jaeger. „Einige Wohnungsbauunternehmen erhöhen ihre Mieten nach energetischen Sanierungen um bis zu 60 Prozent“, berichtet Hartmut Berg, Teamleiter im Jobcenter Garbsen.

Damit seien diese Wohnungen für viele junge Familien und Alleinerziehende nicht mehr zu bezahlen. Möglicherweise verschärfe sich die Situation noch durch Studenten und Mitarbeiter am Campus Maschinenbau, die ebenfalls günstigen Wohnraum suchten, meint Ortsbürgermeister Franz Genegel. Von 2012 bis 2018 sind die Mieten in Garbsen durchschnittlich um 32 Prozent angestiegen.

Auch fehlende Kinderbetreuungsplätze in der Stadt seien für viele Frauen, insbesondere Alleinerziehende, ein großes Problem, sagen alle die Akteure übereinstimmend. Dies erschwere die Vereinbarkeit von Familie und Beruf immens. Die Zahl der von Armut betroffenen oder bedrohten Menschen steigt in Deutschland immer weiter an.

Mehr als 13,7 Millionen Menschen bundesweit gelten nach dem Armutsbericht 2018 des Paritätischen Gesamtverbandesals arm. Viele sind auf staatliche Hilfen angewiesen – auch in Garbsen. Rund zehn Prozent der Garbsener beziehen sogenannte Transferleistungen, also unter anderem Hartz IV, Grundsicherung und Wohngeld.

Organisieren die etablierte Aktion: Manuela Zapfe und Rolf Posor (rechts) vom DRK Garbsen sowie Hartmut Berg, Teamleiter beim Jobcenter Garbsen. Quelle: Jutta Grätz

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Von Jutta Grätz

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