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Garbsen Streit um Nachtflüge in Hannover – was sagt Minister Althusmann?
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Flughafen Hannover: Streit um Nachtflüge - was sagt Minister Althusmann

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00:17 14.06.2019
Die bisher stets nur für einige Jahre gültige Nachtflug-Genehmigung am Flughafen Hannover soll ab Anfang 2020 dauerhaft gelten. Quelle: Christoph Schmidt/dpa
Langenhagen

Die Auseinandersetzungen um die Nachtflüge an Hannovers Flughafen gehen in eine neue Runde. Kritiker monieren, dass die Genehmigung für die Nachtflüge künftig unbefristet erteilt werden sollen, wie es die niedersächsische Landesregierung im Mai mitgeteilt hatte. Wirtschafts- und Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) will sich der Kritik stellen – am Dienstagabend nimmt er an einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung im Langenhagener Rathaus (Beginn: 18.30 Uhr) teil.

Bürgerinitiativen sind besorgt

Der Flughafen Langenhagen besitzt als einer der wenigen Airports seit 1952 eine Nachtfluggenehmigung. Bislang galt sie jeweils für einen Zeitraum von zehn Jahren und musste dann verlängert werden. Künftig, nämlich ab dem Jahr 2020, soll sie dauerhaft gelten – dann aber mit strengeren Auflagen. Dazu gehört nach Darstellung der Landesregierung der Verzicht auf Trainingsbetrieb, auf besonders laute Flugzeugtypen und auf Turbinenprüfungen. So werde auch auf Beschwerden von Bürgerinitiativen reagiert, hieß es aus dem Verkehrsministerium. Die Initiativen gegen Fluglärm sehen das allerdings anders und befürchten zusätzliche Belastungen der Bevölkerung. Auch die Mehrheit der Politiker im Rat der Stadt Langenhagen will die Pläne des niedersächsischen Wirtschaftsministerium nicht einfach hinnehmen

115 Sitzplätze im Ratssaal

An der Podiumsdiskussion im Langenhagener Ratssaal nehmen neben Althusmann auch Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV, und Aage Dünhaupt, Leiter der Unternehmenskommunikation von Tuifly, teil. Einziger Vertreter der Fluglärmgegner auf dem Podium ist Dieter Poppe, Sprecher des Bürgerbündnisses Bon-Ha (Besser ohne NachtflugHannover Airport).

Initiator dieser Diskussion war das Wirtschaftsministerium selbst, das federführend ist bei der Neuaufstellung der Ende 2019 auslaufenden Nachtflugregelung. Es hat nach eigener Aussage bewusst den Ratssaal nachgefragt, da dieser einen „Bezug zum Flughafen“ haben solle und zugleich die Rolle der Kommunen im aktuell laufenden Beteiligungsverfahren deutlich mache. Die darin möglichen 115 Sitzplätze reichten nach eigenen Worten „absolut“ aus. Eine vergleichbare Diskussion im Dezember 2018 auf Einladung eines Radiosenders habe eine „überschaubare Publikumsresonanz“ ausgelöst. Im Rathaus Langenhagen rechnet man dem Vernehmen nach dagegen mit einer deutlich stärkeren Beteiligung.

Nur ein Fluglärmgegner auf dem Podium

Auch die Besetzung des Podiums stößt in Teilen der Langenhagener Kommunalpolitik auf Kritik. Althusmann und Dünhaupt gehörten schon bei der Radiosendung zu den Diskutanten, hinzu kommt auf Flughafenseite nun noch der Vertreter des Flughafenverbandes. Dieter Poppe vom Bürgerbündnis müsse als einziger Vertreter der Anwohner „gegen den Rest“ antreten, heißt es. Der Langenhagener Rat will am Montag, 24. Juni, abschließend eine offizielle Stellungnahme zur Nachtflugregelung verabschieden. Dazu liegt ein Entwurf der Stadtverwaltung vor sowie ein verschärfender Antrag der Gruppe Grüne/Unabhängige.

Nachtflüge wirtschaftlich wichtig

Der 24-Stunden-Betrieb hat für den Hannover Airport nach dessen Darstellung eine immense wirtschaftliche Bedeutung. Unter Verweis auf ein aktuelles Gutachten schätzen die Betreiber den Umsatzausfall bei einem Nachtflugverbot auf gut 28 Prozent. Darüber hinaus würde in diesem Fall etwa die Hälfte am Flughafen stationierten Flugzeuge abgezogen. „Wir würden einen Verlust von etwa 1,45 Millionen Fluggäste erwarten. Außerdem wären bis zu 2358 Beschäftigungsverhältnisse in der Region Hannover, 1339 auf dem Flughafengelände und 1019 in der restlichen Region gefährdet“, heißt es in einer Erklärung des Flughafens. Im Vorjahr verzeichnete der Flughafen in der Zeit zwischen 22.00 und 6.00 Uhr insgesamt 15 869 Starts und Landungen.

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Von Rebekka Neander

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