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Garbsen CDU/FDP-Gruppe will Ampelschaltungen optimieren
Umland Garbsen

Garbsen: Ampeln zeigen für Radfahrer oft nicht automatisch Grün

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17:08 25.10.2019
Positiv-Beispiel in Altgarbsen, finden Werner Meyer (links) und Karl-Heinz Giese vom ADFC: An dieser Ampel bekommen die Radfahrer vor den Autofahrern Grün. Quelle: Linda Tonn
Garbsen

Es ist ein Gewinn von wenigen Sekunden: Bevor an der Kreuzung Berenbosteler Straße/Alte Ricklinger Straße in Altgarbsen die Ampel für die Autofahrer auf Grün springt, schaltet sie für die Radfahrer um. „Das ist für uns sicherer, weil wir einen kurzen Vorsprung haben“, sagt Werner Meyer, Radfahrer und Mitglied im Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) Garbsen-Seelze. Die Kreuzung ist für ihn ein positives Beispiel für eine sinnvolle Ampelschaltung – eines von wenigen. Denn an vielen Stellen im Stadtgebiet haben die Autos klar Priorität. „Als Radfahrer kommt man teilweise nur schwer voran“, sagt auch Karl-Heinz-Giese vom ADFC.

Ampelschaltungen schlecht bewertet

Mit der Schulnote 4,7 haben die 84 befragten Radfahrer im sogenannten Fahrradklimatest 2018 die Ampelschaltungen in Garbsen bewertet, mehr als die Hälfte von ihnen findet, dass die Ampeln schlecht auf die Radfahrer abgestimmt sind.

Das liege vor allem an den Ampeln an der Bundesstraße 6, sagen Giese und Meyer. Als Fahrradfahrer müsse man dort immer den Drücker bedienen, um Grün zu bekommen. „Die Pkw-Grünphasen gelten für Radfahrer und Fußgänger nicht, auch wenn man parallel unterwegs ist.“ Wenn er von der Walter-Koch-Straße die B 6 in Richtung Rote Reihe überqueren wolle, müsse er bis zu dreimal absteigen und den Drücker bedienen, rechnet Giese vor: um auf die Verkehrsinsel zu kommen, um die B 6 zu überqueren und um wieder auf den Fahrradweg auf der rechten Straßenseite zu gelangen.

CDU/FDP beantragen Optimierung

„Viele denken da nicht dran und müssen warten“, sagt Giese. Die Ampeln müssen komfortabler für Radfahrer werden, meint der ADFC Garbsen-Seelze. Deshalb begrüße man auch den Antrag der CDU/FDP-Gruppe im Stadtrat. „Leider sind die überwiegenden Ampelschaltungen sowohl an der B 6 als auch an anderen Ampelkreuzungen im Stadtgebiet nicht parallel für Fahrradfahrer freigeschaltet“, schreiben der Fraktionsvorsitzende Heinrich Dannenbrink und Peter Hahne (beide CDU) darin.

Radfahrer, die die B 6 überqueren wollen, müssen mehrfach den Drücker an der Ampel bedienen. Quelle: Linda Tonn

Die Stadtverwaltung werde beauftragt, die Ampelschaltungen im Stadtgebiet im Zuge der Ampelwartungen nach und nach so zu optimieren, dass bei Pkw-Grünphasen auch für Fußgänger und Radfahrer auf Grün geschaltet werde. An der B 6 seien drei Kreuzungen in Berenbostel und zwei in Meyenfeld betroffen. Da die Straßenbaubehörde Niedersachsen für die Straße zuständig sei, müsse dorthin Kontakt aufgenommen werden, schreiben die Ratspolitiker.

„Fehlverhalten seitens der Radfahrer“

Aus den Plänen zum Umbau der B-6-Kreuzung am neuen Campus Maschinenbau gehe hervor, dass dort künftig eine Verkehrsinsel weniger vorgesehen sei, sagt Meyer. „Das ist schon ein Fortschritt. Denn die umständliche Ampelschaltung führe auch zu Fehlverhalten seitens der Radfahrer.“ Gut geregelt sei etwa der Verkehr an der Kreuzung Gutenbergstraße/Meyenfelder Straße. „Dort muss man zwar drücken, aber die Ampel schaltet sofort um“, sagt Meyer.

Das Mobilitätskonzept 2030, das die Stadtverwaltung bereits 2017 vorgestellt hatte, greift die Ampelschaltungen im Stadtgebiet auf – wenn auch unkonkret. „Die Berücksichtigung des Radverkehrs an lichtsignalgesteuerten Knotenpunkten steht im Vordergrund“, ist dort zu lesen. Und weiter: „Die Anforderung durch Drucktaster ist für Fußgänger und Radfahrer unattraktiv und deshalb auf wenige Ausnahmen zu beschränken, die keine andere Lösung zulassen.“

„Wir fordern, dass die Ideen des Mobilitätskonzeptes umgesetzt werden“, sagt Giese. Immerhin sei ein erklärtes Ziel des Papiers auch, die Stadt für Radfahrer attraktiver zu machen. Etwa 19 Prozent der Garbsener steigen laut einer Befragung regelmäßig aufs Rad. Damit liegt die Stadt deutlich über dem Durchschnitt anderer Umlandkommunen. „Dafür brauchen wir aber auch mutige Entscheidungen für den Verkehr“, so Meyer.

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