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Garbsen Um Fischen zu helfen: Angler versenken Holz im Blauen See
Umland Garbsen

Garbsen: Angler fördern mit Totholz Artenvielfalt im Blauen See

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17:31 03.11.2019
Johann Boger reicht dem Team aus Jannik Wilkening (von links im Boot), Jan Schiffers und Thomas Klefoth ein Totholzbündel, das die drei anschließend hinter den Masten der Wasserskianlage mit Sandsäcken versenken. Quelle: Ann-Christin Weber
Schloß Ricklingen/Luthe

Zwölf Kilogramm schwere Sandsäcke drücken Bündel aus totem Laub- und Fichtenholz auf den Grund des Blauen Sees. Jannik Wilkening und Jan Schiffers vom Angelsportverein Luthe (ASV) hatten die Säcke zuvor mit Thomas Klefoth vom Niedersächsischen Anglerverband von einem Motorboot aus an den Bündeln befestigt und versenkt. Als sie zurück ans Nordufer fahren, warten auch schon ihre Vereinskollegen mit dem nächsten Bündel auf sie. Insgesamt 22 davon versenkt der ASV am frühen Sonnabend im Blauen See. Das Ziel: Der ASV Luthe möchte in seinem Pachtgewässer den Fischbestand auf natürliche Weise erhöhen und damit die Artenvielfalt verbessern.

Sie sollen profitieren: Zander, Hecht, Barsch

Als Vorbild dient dem Angelsportverein das Gemeinschaftsprojekt „Baggersee“ vom Anglerverband Niedersachsen, dem Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei sowie der TU Berlin. Bei der „Baggersee“-Methode bilden sich an den im See versenkten Totholzbündeln zunächst Wasserpflanzen, die letztendlich Kleinlebewesen wie Flusskrebsen als Nahrung dienen. „Gleichzeitig ist es auch ein ideales Versteck für Laich und Jungfische“, sagt Biologe Thomas Klefoth, der zur Unterstützung dabei ist.

Für Fische wie den Zander, den Barsch oder Hecht bedeute das mehr Nahrung. „Wir wollen das Ökosystem so in Gang kriegen, dass sich unsere Fische selbstständig vermehren können“, sagt Jan Schiffers, Vorsitzender des ASV Luthe. Dadurch profitieren letztendlich Natur und Mensch gleichermaßen, so Klefoth.

Blauer See ist ideal für „Baggersee“-Projektidee

Die Verbesserung der Ökologie funktioniere vor allem bei Baggerseen wie dem Blauen See. „Wo wenig Lebensraum gegeben ist, lässt es es sich am einfachsten verbessern“, so Klefoth. In dem flachen Gewässer des Garbsener Sees wachsen so gut wie keine Wasserpflanzen, was den Lebensraum der dort angesiedelten Fische einschränkt. Der ASV Luthe hat darauf bisher mit der Nachbesetzung von Fischbeständen reagiert.

Laut Klefoth birgt das allerdings immer wieder Gefahren, wie zum Beispiel eingeschleppte Krankheiten. Mit der „Baggersee“-Methode werde jedoch das ganze Ökosystem so verbessert, dass Besatz überflüssig wird. „Wenn überhaupt, müssen wir nur noch punktuell nachbesetzen“, sagt Schiffers.

Die Projektidee ist außerdem die einzige Uferaufwertungsmethode, die sich im Blauen See umsetzen lässt. „Wir können hier keine Teichrosen oder einen Schilfgürtel anlegen, weil wir uns in einem Badegewässer befinden“, so Schiffers. Die Totholzbündel hingegen werden abseits vom Badebetrieb hinter den Masten der Wasserskianlage versenkt. Diese Pufferzone sei tief genug für den neuen Rückzugsort der Fische, ohne die Badebesucher zu beeinträchtigen.

Großer Aufwand für den ASV Luthe

Das Projekt „Baggersee“ wird derzeit bei 20 Angelsportvereinen in Niedersachsen erforscht. Der ASV Luthe gehört nicht dazu und finanziert die Umsetzung des Projekts im Blauen See aus eigenen Mitteln. Drei Tage lang haben etwa 40 Mitglieder des ASV Luthe aus eigenem Holzbestand die Totholzbündel zusammengesucht und zurecht geschnitten. „Die Bündel zu versenken geht deutlich schneller und ist damit ein schöner Abschluss“, so Klefoth. Der ASV Luthe wird im März des kommenden Jahres zwei Taucher mit Kameras in den Blauen See schicken, um die Entwicklungen an den Totholzbündeln zu dokumentieren.

Mit Totholz wertet der Angelsportverein (ASV) Luthe das Ufer des Blauen Sees in Garbsen auf. Das Holz bietet neue Möglichkeiten für Schutz und Nahrung und fördert die Artenvielfalt im Badegewässer.

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Von Ann-Christin Weber

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