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Garbsen Die Havelser Straße wird für drei Jahre zur Tempo-30-Zone
Umland Garbsen

Garbsen: Auf der Havelser Straße gilt bald Tempo 30

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17:24 02.12.2019
Das Tempolimit wird demnächst für drei Jahre auf der gesamten Havelser Straße gelten. Quelle: Gerko Naumann
Garbsen-Mitte

Die Havelser Straße in Garbsen-Mitte wird ab Frühjahr 2020 und vorerst für drei Jahre zur Tempo-30-Zone. Das Tempolimit gilt im gesamten Bereich der Hauptverkehrsstraße – vom Shopping Plaza bis zur Walter-Koch-Straße am Campus Maschinenbau – das kündigt Stadtsprecher Benjamin Irvin an. Garbsen ist eine von nur sechs Städten in Niedersachsen, die für ein Modellprojekt Tempo 30 ausgewählt worden sind. Das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung will testen, ob und wie sich die niedrigere Geschwindigkeit auf den Lärm, den CO2-Ausstoß, die Verkehrsbelastung und die Zahl der Unfälle auswirkt.

Rat hat sich um Teilnahme beworben

Im Januar 2018 hatte der Rat in Garbsen mehrheitlich beschlossen, sich für diesen Versuch zu bewerben. Damals schickten die Politiker zwei Straßen ins Rennen – außer der Havelser Straße auch noch die Osterwalder Straße in Berenbostel. Ganz unumstritten war die Entscheidung allerdings nicht. Manfred Kammler, Vorsitzender der AfD-Fraktion kritisierte etwa, dass es bereits unzählige Studien über die Auswirkungen von Tempolimits gibt. Den Grünen um ihren Fraktionsvorsitzenden Darius Pilarski ging die Teilnahme mit nur zwei Straßen im Stadtgebiet hingegen nicht weit genug. Auch aus den Reihen der SPD-Abteilung Altgarbsen/Garbsen-Mitte gab es Ablehnung: Der Vorsitzende Wilfried Aick bemängelte, dass Garbsen „nicht als Versuchskaninchen missbraucht“ werden solle.

Auf der gesamten Havelser Straße gilt demnächst für drei Jahre Tempo 30. Quelle: Gerko Naumann

Nach der Entscheidung des Ministeriums fallen die Reaktionen in Garbsen überwiegend positiv aus. Bürgermeister Christian Grahl etwa berichtet, dass er bei seiner Sprechstunde von Bürgern immer wieder „auf die deutlich gestiegene Verkehrsbelastung und damit auch auf die Luftverschmutzung an der Havelser Straße“ angesprochen worden sei. Deshalb habe er dem Rat empfohlen, eine Garbsener Bewerbung für das Modellprojekt ins Rennen zu schicken. „Ich freue mich, dass diese Erfolg hatte“, sagt Grahl: „Insbesondere für die direkten Anwohner ist dies eine gute Nachricht.“ Er gehe davon aus, dass die Auswertung der Ergebnisse auch Rückschlüsse für vergleichbare Straßen in Garbsen liefern werde.

Politiker erhoffen sich Erkenntnisse

Der SPD-Landtagsabgeordnete Rüdiger Kauroff freut sich ebenfalls auf das Tempo-30-Experiment auf der Havelser Straße. „Ich werde die Auswirkungen und Erkenntnisse des Projektes gespannt verfolgen“, kündigt er an. Ähnlich sieht das seine Kollegin Editha Westmann, die für die CDU im Landtag sitzt. „Die Havelser Straße ist sehr belastet. Daher ist es gut, dass sich Garbsen für dieses Modellprojekt beworben und nun auch den Zuschlag erhalten hat“, sagt sie.

Garbsen wurde in der Kategorie Mittel- und Kleinstädte ausgewählt, gemeinsam mit Seevetal. In der Kategorie der Großstädte machen Göttingen und Osnabrück mit, bei den kleinen Orten hatten die Bewerbungen von Edewecht und Friedland mit jeweils einer Straße Erfolg. Die Entscheidung fällte ein Runder Tisch, an dem Vertreter der Fraktionen im Landtag, des Verkehrsministeriums, der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, des ADAC und vieler weiterer Verbände und Institutionen saßen.

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Von Gerko Naumann

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