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Garbsen Wer zieht die beste Furche? Azubis messen sich beim Kreisleistungspflügen
Umland Garbsen

Garbsen: Azubis messen sich beim Kreisleistungspflügen in Meyenfeld

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10:28 06.10.2019
Los geht's: 26 Azubis und vier Fahrer mit historischen Traktoren messen sich beim Kreisleistungsentscheid im Pflügen. Quelle: Jutta Grätz
Meyenfeld

Sie fahren tonnenschwere Traktoren und arbeiten mit großer Präzision: 26 landwirtschaftliche Auszubildende aus der gesamten Region Hannover und dem Kreis Schaumburg haben sich am Sonnabend auf dem Acker des Meyenfelder Landwirts Cord Bothe dem Kreisleistungswettbewerb im Pflügen gestellt. Ihr Auftrag: „Wer zieht die beste Furche?“

Konzentriert inspiziert Christina Ludowig aus Harenberg ihren Drehpflug. Die erste Furche hat sie geschafft. 15 Minuten Zeit hatte sie dafür, bevor sie weitere acht Runden mit ihrem Ackerschlepper fahren muss. 22 Zentimeter tief sollen die Furchen im noch feuchten Boden sein, möglichst gleichmäßig und sauber. „Es geht hier um Genauigkeit“, sagt ihr Ausbilder Reinhard Mußmann aus Mariensee.

Die 18-jährige Ludowig ist eine der wenigen Frauen bei dem Wettbewerb, hat ihre Ausbildung erst am 1. August begonnen. Warum hat sie eine landwirtschaftliche Lehre gewählt? „Meine Eltern haben einen Betrieb in Harenberg“, sagt sie, „Da lag das nahe.“ Dann misst Ludowig die Tiefe der Furche, ändert etwas den Winkel des Stützrades des Pfluges, nimmt wieder auf dem Ackerschlepper Platz und los geht’s.

Hier ist Präzision gefragt: 26 Auszubildende aus der gesamten Region messen sich beim Kreisleistungspflügen auf dem Feld von Landwirt Cord Bothe in Garbsen-Meyenfeld.

Noten gibt es nicht

Eine weitere Eindreiviertelstunde Zeit hat sie für die 24 mal 36 Meter große Fläche. „Bei Zeitüberschreitung gibt es Strafpunkte“, erklärt Andreas Teichler. „Ebenso, wenn die gleichmäßige Tiefe nicht eingehalten wird.“ Er ist Berater für die Berufsausbildung Landwirt bei der Landwirtschaftskammer Hannover und hat die Auszubildenden im Alter von 16 bis 23 Jahren für den Kreisentscheid gewonnen.

Das Kreisleistungspflügen ist eine Traditionsveranstaltung in der Landwirtschaft. Noten gebe es für den Wettbewerb nicht, sagt Teichler. „Das ist eine reine Freizeitveranstaltung, es sind hier nur Ruhm und Ehre zu gewinnen – und Erfahrung.“ Doch die angehenden Landwirte können bei Erfolg bei Wettbewerben bis auf Bundesebene antreten. „Und es gibt sogar Weltmeisterschaften im Pflügen“, sagt Teichler. Gewonnen hat einen solchen Wettkampf Werner Heidecke. In Meyenfeld sind der Senior und drei weitere Mitglieder der Pflügergemeinschaft Otze mit ihren historischen Maschinen auf dem Feld ein Blickfang für die Zuschauer – aber außer Konkurrenz. „Gewonnen habe ich mit meinem Lanz Bulldog aus dem Jahr 1958“, sagt Heidecke stolz. „Allerdings beim Oldtimer-Pflügen.“

Richter bewerten die Furchen

Ob beim traditionellen Beetpflügen oder beim modernen Drehpflügen – so soll es nach dem Wettbewerb aussehen: Die Mais- oder Getreidestoppeln und Reste von Gras sollen restlos verschwunden sein, die vorgegebene Pflugtiefe muss erreicht sein. Von einer zur nächsten Traktorfahrt sollten keine Übergänge zu sehen sein, die Schlussfurche sollte sauber sein: „Sozusagen wie gefegt“, sagt Teichler. Zwölf Richter,d arunter der Horster Landwirt Thomas Balke und Oberrichter Hans-Werner Heidemann, Präsident des Deutschen Pflügerverbandes, nehmen sämtliche Furchen kritisch in Augenschein.

Das sind die besten Pflüger in der Region

Nach mehr als zwei Stunden Fahrtzeit und etlichen Runden über den Acker steht es fest: Hagen Henning Schulze aus Wittingen ist der beste Beetpflüger in der Region Hannover. Er lernt bei Landwirt Henning Meyer in Immensen. Den zweiten Platz belegte Mika Weritz aus Neustadt, er ist im ersten Ausbildungsjahr. Drittplatzierter ist Merlin Zerwer, ebenfalls aus Neustadt und im ersten Ausbildungsjahr.

Bei den Drehplügern gewann Tim Tiehdau aus Wennigsen, der im Sommer die Abschlussprüfung gemacht hatte, vor Till Ahrens aus Coppenbrügge, der derzeit bei Thomas Balke in Horst ausgebildet wird. Dritter wurde Hans Christian Meier aus Hüpede. Er lernt beim beim Bundessortenamt in Neustadt-Scharnhorst.

Gewinner des Oldtimer-Pflügens ist Berend Raupers. Er setzte sich gegen Friedrich Rinkel und den Drittplatzierten Werner Heidecker durch. Alle Fahrer kommen aus Otze.

Mit Startnummer 17 unterwegs auf dem Acker an der Ecke Leistlinger Straße/Heinrich-Oberheu-Weg ist auch Kilian Feise aus Osterwald. Der 19-Jährige steuert gekonnt an den Anfang der Furche, wendet und dreht die nächste Runde. „Meine Eltern haben zwar keinen Hof, aber ich interessiere mich schon lange für die Landwirtschaft“, sagt er. „Denn meine beiden besten Freunde leben auf Bauernhöfen in Horst und Osterwald.“ Ausbilderberater Teichler ist zufrieden. „Der Anschluss der Furchen muss passen“, sagt er. „Das sieht aber schon gut aus.“

Das sind die Sieger des Kreisleistungspflügen in Meyenfeld: Hagen Henning Schulze (von links), Mika Weritz, Merlin Zerwer, Tim Tiehdau, Till Ahrens, Hans Christian Meier, Berend Raupers, Friedrich Rinkel, Werner Heidecker. Quelle: Andreas Teichler

Von Jutta Grätz

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