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Garbsen Burger King: Mitarbeiter stehen ab Mai vor ungewisser Zukunft
Umland Garbsen Burger King: Mitarbeiter stehen ab Mai vor ungewisser Zukunft
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00:19 26.04.2019
Kushtrim Ademi und Edlira Ademi können die Schließung nicht nachvollziehen. Quelle: Foto: Linda Tonn
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Die Stimmung bei den rund 40 Mitarbeitern im Fast-Food-Restaurant von Burger King an der B 6 ist derzeit angespannt. Noch wissen sie nicht, ob sie ab Mitte der kommenden Woche weiter dort arbeiten können. Denn bislang hat ihr Arbeitgeber, der Franchisenehmer Schloß Burger, ab Mai keine weitere Lizenz zum Verkauf. Das Unternehmen betreibt das Restaurant im Namen der US-amerikanischen Fast-Food-Kette. „Keiner weiß, wie es weitergeht“, sagt Restaurantleiter Kushtrim Ademi. Man habe keine Information von Burger King Deutschland darüber, ob die Lizenz womöglich noch verlängert wird. Bis Ende des Monats stehe der Dienstplan – über das, was danach kommt, will keiner so wirklich nachdenken. Von Burger King Deutschland hieß es auf Anfrage, dass der Standort an der B 6 definitiv zum 30.  April geschlossen werde. Verträge oder Lizenzen würden allerdings nicht weiter kommentiert.

„Wir hatten gehofft, dass es noch zu einer kurzfristigen Lösung kommen werde“, sagt Ademi. „Es gäbe ja auch die Möglichkeit, eine Verkaufslizenz zwischen zwei und sechs Monaten zu erteilen.“ Das habe beim letzten Mal auch funktioniert. Im Oktober des vergangenen Jahres stand die Filiale schon einmal vor dem Aus, damals wurde die Lizenz des vorherigen Betreibers nicht mehr verlängert. Deshalb stieg Schloß Burger in Garbsen ein und übernahm einen großen Teil der Mitarbeiter.

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„Wir sind schon wieder da, wo wir vor einem halben Jahr waren“, sagt Mehmet Firat von Schloss Burger. Er ist für rund 100 Restaurants in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen zuständig. Firat hat versucht, mit Burger King Deutschland zu verhandeln. Bislang ohne Erfolg. Ungewiss war für ihn nicht nur die Zukunft in Garbsen. Auch in Peine und Hannover-Lahe stehen die von ihm betriebenen Filialen vor dem Aus. Für sie bekommt der Unternehmer ebenfalls keine weitere Lizenz.

„Für uns fühlt sich das alles wie ein großes Machtspiel an“, sagt Ademi, dem besonders die Zukunft seiner Mitarbeiter am Herzen liegt. Er glaube nicht, dass der Standort an der B 6 nicht rentabel sei, sondern dass der Franchisenehmer Schloß Burger hier nicht verkaufen solle. „Für unsere Gäste ist das ganze System sehr undurchsichtig“, sagt der Restaurantleiter, der seit 2012 für den Franchisenehmer arbeitet. „Wenn sie hier einen Burger essen, glauben sie, dass er direkt von Burger King kommt.“ Dass es in der Branche viele Subunternehmer gibt, sei vielen gar nicht bewusst. Ademis Ehefrau Edlira ist Schichtleiterin im Restaurant an der B 6. Sie kennt viele der Gäste, die regelmäßig in den roten Sitzecken Platz nehmen. „Zur Mittagszeit und auch abends zwischen 17 und 22 Uhr ist es hier immer voll“, sagt sie. Am Wochenende habe die Filiale bis um 2  Uhr nachts geöffnet. Auch dann kämen Gäste auf einen Burger vorbei.

Bis zu 6000 Euro nehme das Restaurant täglich von rund 700 Gästen ein, sagt Kushtrim Ademi. Auch bei Qualitätskontrollen habe man immer gut abgeschnitten: „Wirtschaftlich macht das Ganze für mich keinen Sinn.“ Seine Mitarbeiter habe er auf eine Schließung vorbereitet. Sie hätten die Option, an andere Standorte des Franchisenehmers zu wechseln. Viele wohnten aber in Garbsen und hätten keine Möglichkeit, für die Arbeit weiter weg zu fahren. „Wir haben auch Mitarbeiter, die sich schon arbeitssuchend gemeldet haben“, sagt Ademi. Auch er hat seine Pläne, in Garbsen ein Haus zu beziehen, erst einmal auf Eis gelegt.

Von Linda Tonn