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Garbsen Burger King an der B6 muss Ende April schließen
Umland Garbsen Burger King an der B6 muss Ende April schließen
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00:17 21.02.2019
Die Filiale an der B6 muss schließen, weil die Verkaufslizenz nicht verlängert wurde. Quelle: Linda Tonn
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Nachdem das Fast-Food-Restaurant Burger King an der B6 im vergangenen Oktober in letzter Sekunde vor einer drohenden Schließung bewahrt werden konnte, ist nun zum 30. April endgültig alles vorbei. Die Filiale muss dichtmachen, weil der Franchisenehmer Schloss Burger, der das Restaurant im Namen der Kette betreibt, keine Lizenz zum Verkauf erhält. „Wir sind schon wieder da, wo wir vor einem halben Jahr waren“, sagt Mehmet Firat von Schloss Burger und zuständig für rund 100 Restaurants in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Weil Burger King Deutschland dem vorherigen Betreiber keine Lizenz mehr erteilte, musste dieser im vergangenen Jahr genau deswegen schließen und den 35 Mitarbeiterin betriebsbedingte Kündigungen aussprechen. Damals übernahm Schloss Burger den Mietvertrag und auch zehn Mitarbeiter. Zudem stellte der neue Franchisenehmer 30 neue Mitarbeiter ein. Burger King erteilte dem neuen Betreiber zunächst eine vorläufige Lizenz – für sechs Monate. Sie läuft Ende April aus und wird nicht verlängert.

"Keiner weiß, wie es weitergeht". Restaurantleiter Kushtrim Ademi (links) mit Ehefrau und Schichtleiterin Edlira Ademi Quelle: Linda Tonn

„Wir haben das Restaurant innerhalb kürzester Zeit notdürftig renoviert, Lederpolster und Sitzecken ausgetauscht, Küchengeräte besorgt und Kassen installiert“, sagt Firat. Bei regelmäßigen Kontrollen durch Burger King habe man in den Bereichen Hygiene, Qualität und Service Bestnoten erzielt. „Unser Restaurant wurde vom F- zum B-Restaurant“, sagt Leiter Kushtrim Ademi. „Das entspricht einer Zwei Plus.“ Mit etwa 700 Gästen am Tag habe man auch den Umsatz steigern können. „Wirtschaftlich erschließt sich das für mich überhaupt nicht“, so Ademi. Auch die Neueröffnung der zweiten Filiale der Fast-Food-Kette im Planetencenter habe keine Kunden weggenommen. „Garbsen ist ein wichtiger Standort“, heißt dazu von Burger King Deutschland. „Wir wollen nach wie vor neue Restaurants in der Region eröffnen.“ Zu den Gründen, warum trotzdem die Filiale an der B6 schließen muss, will das Unternehmen nichts sagen. Man gebe keine Angaben zu Lizenzen und Verträgen. Ob Burger King das gutlaufende Restaurant selbst übernehmen will, wie es der enttäuschte Franchisenehmer vermutet? „Es ist schon vorgekommen, das wir Restaurants übernommen haben“, sagt ein Unternehmenssprecher. Konkreter wird er nicht.

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Mitarbeiter haben Angst vor ungewisser Zukunft

Was bei den knapp 40 Garbsener Mitarbeitern bleibt, sind Unverständnis und die Angst vor einer ungewissen Zukunft. „Wir haben uns so viel aufgebaut und gedacht, dass es sich lohnt“, sagt Schichtleiterin Edlira Ademi. Für viele Mitarbeiter sei das Team eine zweite Familie, es gäbe einige alleinerziehende Mütter mit Kindern, für die der Job die einzige Einnahmequelle sei. „Wegen eines Machtkampfes stehen wir jetzt auf der Straße“, sagt Edlira Ademi. Die Motivation bei der Burgerausgabe hinter dem Tresen sei derzeit denkbar schlecht. „Und die Gäste merken doch auch, das etwas nicht stimmt“, beobachtet die Schichtleiterin. Letztlich würde sich Burger King doch ins eigene Fleisch schneiden, sagt sie. Nach außen verkaufe die Filiale an der B6 doch die Marke wie jedes andere Restaurant auch. „Kunden wissen doch gar nicht, dass da noch Franchisenehmer dazwischengeschaltet sind.“

Hoffnung, dass sich kurz vor Ablauf der Lizenz noch irgendetwas ändert, hat Firat nicht. Auch in Peine muss er in Kürze eine Filiale schließen. Nach 20 Jahren. Weil auch hier die Lizenz nicht verlängert wird. „In Summe verlieren knapp einhundert Mitarbeiter ihren Job“, sagt Firat. Er will niemanden fallen lassen – wegen zu langer Fahrtzeiten können die meisten seiner Mitarbeiter keinen Alternativjob in einer anderen Filiale annehmen. Sie werden bei Schloss Burger kündigen müssen. „Die Leute müssen das aushalten“, sagt der Garbsener Restaurantleiter Ademi. „Und keiner weiß derzeit warum und wie es weitergeht.“

Von Linda Tonn