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Garbsen Carolin Röser übernimmt Arbeit im Kulturbüro
Umland Garbsen Carolin Röser übernimmt Arbeit im Kulturbüro
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00:21 07.04.2019
"Längere Übergangszeit ist wichtig": Carolin Röser (links) übernimmt die Kulturarbeit von Vera Brand und dem Kulturverein. Quelle: Linda Tonn
Garbsen-Mitte

Das Namensschild ist schon umgeändert: „Kulturbüro“ steht auf dem Schild im Rathaus, das sonst auf den Kulturverein hingewiesen hat. Der Name Vera Brand – seit Jahrzehnten Ansprechpartnerin für Theaterkarten, Spielplan und Abonnements – wird ergänzt durch den Namen Carolin Röser. Die Veränderungen in der Kulturarbeit sind schleichend, aber sichtbar. Denn der Vorstand des Kulturvereins wird im Juni geschlossen zurücktreten und die Auflösung beantragen, dann übernimmt mit Röser eine städtische Mitarbeiterin die Regie. Schon seit Januar teilt sich die 39-jährige Kulturwissenschaftlerin das Büro am Südeingang des Rathauses mit Brand – die Übergabe verläuft schrittweise. „Dass die Stadt nun übernimmt, ist ein gutes und wichtiges Zeichen“, meint Brand, „das ist eine Wertschätzung der Arbeit, die wir hier schon seit mehr als 40 Jahren machen.“

Wichtige Säule für Stadtmarketing

Bislang war der Verein von der Stadt jährlich mit 27.000 Euro unterstützt worden. Finanziert wurden damit 20 Wochenstunden für Brand im Kulturbüro. „Alles weitere war ehrenamtliche Arbeit“, sagt sie. Einnahmen kamen zu einem kleinen Teil durch Mitgliedsbeiträge, daneben durch Eintrittsgeld und Zuschüsse der Region. Die Vollzeitstelle kostet die Stadt Garbsen nun 67.000 Euro. Es sei wichtig, dass sich das Budget für die Kulturarbeit auf keinen Fall verringere, sagt Sozialdezernentin Monika Probst. Man müsse den Abonnenten der Tickets für die Veranstaltungen in Theater und Kleinkunst signalisieren, dass es in gleicher Qualität weitergehe. Die Kultur sei eine wichtige Säule für das Stadtmarketing, sagt Röser. „Dass die Stadt die Regie der Kulturarbeit übernimmt, ist nicht selbstverständlich“, sagt Uwe Witte von der Kulturabteilung. Er erhofft sich dadurch eine Stärkung – sowohl für das kulturelle Leben wie auch für die Außenwirkung der Stadt. Immerhin sei man auch eine Universitätsstadt.

Plan für kommende Spielzeit steht

Für die Theaterbesucher in Garbsen ändert sich durch den Wechsel nichts. Der Plan für die kommende Spielzeit steht bereits, wieder sind sieben Theaterstücke im Forum der IGS im Programm, dazu kommen drei Abende mit Kleinkünstlern. Um die Bewirtung in den Pausen hatte sich bislang auch der Kulturverein gekümmert. Das übernehmen die Mitarbeiter der Rathausterrassen. Außer der Reihe konnte das Kulturbüro Entertainer Jörg Knör für einen Auftritt mit seiner „Jahr-100-Show“ für den 26. Juli gewinnen. „Auch das Theater für Kinder wird fortgesetzt“, sagt Röser. In Zukunft will sie die Zusammenarbeit mit Schulen und Kindern intensivieren, außerdem im Bereich der Kleinkunst neue Formate wie Poetry Slam ausprobieren. „Wir müssen zum einen für die treuen Besucher eine Kontinuität sicherstellen, aber auch versuchen, neue Zielgruppen zu erreichen und uns Gedanken machen, was wir für die Zukunft brauchen“, sagt Röser.

Info: Das Kulturbüro der Stadt Garbsen ist Montag und Donnerstag von 14 bis 18 Uhr geöffnet, dienstags und freitags von 10 bis 14 Uhr. Karten sind auch unter Telefon (05131) 707650 und nach einer E-Mail an kultur@garbsen.de erhältlich.

Mit klugen Ideen zu neuem Publikum

Die Stadt übernimmt das komplette Paket vom Kulturverein und damit auch Verantwortung. Das ist ein wichtiges Signal. Denn was der Kulturverein über Jahrzehnte erschaffen hat, ist für die Stadt unbezahlbar. Mit viel Herzblut und Engagement ist es den Ehrenamtlichen gelungen, Garbsen auch für das Theater für Niedersachsen, große Kleinkünstler und Stargastspiele attraktiv zu machen. Zuverlässig wurde dem Publikum ein vielseitiges Programm präsentiert – direkt vor der Haustür. Das ist für eine Stadt dieser Größe ein echtes Plus.

Dass das Kulturangebot wichtig für die Außenwirkung ist, hat die Verwaltung erkannt. Mit Carolin Röser übernimmt jemand die Regie, der weiß, wie man Kultur und Marketing verbindet. Das ist von Vorteil. Denn es ist zwar gut, dass es wie gewohnt und ohne Unterbrechung für die Zuschauer weitergeht. Es ist aber auch wichtig, neue Zielgruppen mit mutigen und klugen Ideen in den Blick zu nehmen.

Von Linda Tonn

Von Linda Tonn

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