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Garbsen Das hat Gunther Koch als Ortsbürgermeister in Berenbostel vor
Umland Garbsen Das hat Gunther Koch als Ortsbürgermeister in Berenbostel vor
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00:20 15.04.2019
Gunther Koch ist seit Anfang März neuer Ortsbürgermeister in Berenbostel. Quelle: Gerko Naumann
Berenbostel/Stelingen

Gunther Koch steuert zielstrebig das Haus an der Dorfstraße in Berenbostel an, in dem alles angefangen hat. Es ist ein rotes Backsteinhaus. Daneben stehen noch ein ehemaliger Stall mit historischen Fachwerkgiebeln und eine Scheune, die ebenfalls längst nicht mehr als solche genutzt wird. „In diesem Haus bin ich geboren worden, hier habe ich meine ersten Jahre verbracht“, sagt der 71-Jährige. Er blickt sich um und ruft sich die Bilder von damals in die Erinnerung. „Früher sah hier alles noch völlig anders aus. Dort, wo jetzt Häuser stehen, war eine große Wiese. Dort sind wir als Kinder Schlittschuh gelaufen.“, erinnert sich Koch.

Gunther Koch ist in Berenbostel geboren und aufgewachsen. Nun hat er den Posten als Ortsbürgermeister übernommen – von seinem früheren Schulfreund Werner Baesmann, der im Januar gestorben ist.

Schon damals, Anfang der Fünfzigerjahre, lernte der Berenbosteler seinen späteren CDU-Parteifreund Werner Baesmann kennen. Die beiden besuchten gemeinsam die heutige Ratsschule, die zu der Zeit noch Volksschule Berenbostel hieß. Jahrzehntelang gestalteten sie später in verschiedenen Ämtern ehrenamtlich die Politik in Berenbostel und Garbsen mit. Anfang Januar ist Baesmann, der seit 1986 Ortsbürgermeister für Berenbostel und Stelingen war, gestorben. Ausgerechnet sein langjähriger Wegbegleiter Koch wurde vom Ortsrat mit knapper Mehrheit zum Nachfolger gewählt.

„Der Ort war sein Ein und Alles“

„Es gab niemanden, der sich so für Berenbostel engagiert hat. Der Ort war sein Ein und Alles“, sagt Koch über Baesmann. Diese über alle Parteigrenzen hinweg spürbare Wertschätzung soll bald an einem zentralen Ort in Berenbostel sichtbar werden. Der Ortsrat hat beschlossen, dass der Bürgerpark in Zukunft Werner-Baesmann-Park heißen soll. Für die Namensänderung ist ein Fest am Sonntag, 26. Mai, geplant.

Der Bürgerpark in Berenbostel wird demnächst nach Werner Baesmann benannt. Quelle: Gerko Naumann

Koch ist sich bewusst, dass er als neuer Ortsbürgermeister in große Fußstapfen tritt. Deshalb will er auch gar nicht erst versuchen, alles genau so zu machen wie Baesmann. Bei der Entwicklung des mit rund 15.000 Einwohnern größten Stadtteils will der 71-Jährige die gesamte Stadt Garbsen im Blick haben. „Garbsen braucht Berenbostel und Berenbostel braucht Garbsen“, sagt Koch. Der ist als Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft und Finanzen in Garbsen seit Jahren mit dafür zuständig, dass die Stadt nicht mehr Geld ausgibt als sie hat.

Gunther Koch steht an der Baustelle des Badeparks in Berenbostel - er hatte sich für ein Zentralbad in Garbsen-Mitte eingesetzt. Quelle: Gerko Naumann

Deshalb hat sich Koch im sogenannten Bäderstreit auch immer für ein Zentralbad in Garbsen ausgesprochen – und damit gegen den Neubau des Badeparks in Berenbostel, den viele Einwohner im Ort lautstark gefordert hatten. Diese Lösung wäre wirtschaftlich sinnvoller gewesen, davon ist Koch bis heute überzeugt. Doch der Rat entschied im sogenannten Bäderfrieden von Garbsen anders: Der Badepark wird wieder aufgebaut, das Hallenbad im Stadtteil Auf der Horst bleibt ebenfalls erhalten – eine teure Lösung. Dennoch stehe er zu dem demokratisch befassten Beschluss, betont Koch. Auch in Zukunft will er jedoch bei seiner Linie bleiben und bei jeder Entscheidung, die Berenbostel betrifft, die Finanzen der ganzen Stadt im Blick behalten: „Ich bin nicht der Donald Trump von Berenbostel. Wir müssen auch über den Tellerrand hinaus schauen“, sagt der 71-Jährige.

Von der Luftwaffe an die Schule

Als Berenbosteler durch und durch sieht sich Koch natürlich trotzdem. Schließlich hat er sein ganzes Leben dort verbracht – abgesehen von ein paar Jahren, in denen er beruflich im Ausland tätig war. „Ich habe als Techniker für die Luftwaffe gearbeitet und war in den USA und Frankreich stationiert“, sagt er. Anschließend habe er noch einmal studiert – und ist Lehrer geworden. Er unterrichtete unter anderem an der Hauptschule im Stadtteil Auf der Horst und in der Realschule in Berenbostel die Fächer Englisch und Technik. Auch nach der Pensionierung setzte sich Koch nicht zur Ruhe, sondern machte sich selbstständig und gründete ein IT-Unternehmen.

Interesse für Politik liegt in der Familie

Dass er sich parallel immer politisch einbrachte, hat Koch seiner Familie zu verdanken. „Mein Vater war schon Gemeindebürgermeister, mein Schwiegervater schon Ortsbürgermeister in Berenbostel“, sagt Koch. Nach seinem Vater ist die Walter-Koch-Straße benannt, die am Campus Maschinenbau vorbeiführt, der gerade in Garbsen gebaut wird. Über seinen eigenen Nachfolger macht sich Koch jetzt schon Gedanken. Schon bei seiner Antrittsrede appellierte er an junge Menschen, mehr Verantwortung zu übernehmen. „Wir dürfen die Segnung der Demokratie nicht als etwas Selbstverständliches erachten. Sie wird nur weiter funktionieren, wenn sich Menschen einbringen.“

Der neue Ortsbürgermeister Gunther Koch (links) zeigt HAZ/NP-Redakteur Gerko Naumann seinen Wohnort Berenbostel. Quelle: Gerko Naumann

Von Gerko Naumann

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