Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Garbsen Das kritisiert der ADFC an den Radwegen in Garbsen
Umland Garbsen

Garbsen: Das kritisiert der ADFC an den Radwegen

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 12.05.2019
Mit sogenannten Schwimmnudeln haben Radfahrer des ADFC gezeigt, wie viel Abstand die Autofahrer am Schutzstreifen in Altgarbsen mindestens einhalten müssten. Quelle: Gerko Naumann
Garbsen

Karl-Heinz Giese will es ganz genau wissen. Der stellvertretende Sprecher des Allgemeinen Deutsche Fahrrad-Clubs (ADFC) Garbsen/Seelze packt den Zollstock aus. Er misst die Länge einer sogenannten Schwimmnudel aus Schaumstoff, die er sich auf den Gepäckträger seines Fahrrads geschnallt hat. „Genau genommen sind das noch nicht mal ganz 1,5 Meter“, sagt er. Das sei genau der Abstand den Autofahrern zu Fahrradfahrern nach den Vorgaben aktueller Rechtssprechung halten müssen – „und zwar vom Seitenspiegel bis zum äußeren Rand des Lenkers gemessen“, betont Giese.

Radfahrer des ADFC Garbsen/Seelze kritisieren, dass Autofahrer an den sogenannten Schutzstreifen nicht genügend Abstand halten. Beispielhaft haben sie das in Altgarbsen demonstriert.

Das werde von Autofahrern in Garbsen aber oft nicht eingehalten, kritisiert Giese. Vor allem nicht an sogenannten Schutzstreifen, die eigentlich für mehr Sicherheit der Radfahrer sorgen sollen. Diese meist gestrichelten Linien – die es inzwischen in fast allen Stadtteilen in Garbsen gibt – zeigen an, dass Radfahrer in diesem Bereich Vorrang haben. Aber klappt das auch? Diesen Test haben die Radfahrer auf einer Proberunde in Altgarbsen gemacht – inklusive der Schwimmnudeln als Abstandshalter.

Radwege in Garbsen: Uns interessiert Ihre Meinung

Die leidenschaftlichen Radfahrer des ADFC sagen: Viele Radwege in Garbsen sind in schlechtem Zustand. Außerdem fühlen sie sich an einigen Stellen unsicher, etwa auf den Schutzstreifen, die eigentlich mehr Sicherheit bieten sollen. Die hohe Zahl der Unfälle mit Radfahrern im vergangenen Jahr in Garbsen bestätigt diesen Eindruck.

Deshalb interessiert uns Ihre Meinung: Wie bewerten Sie die Radwege in Garbsen? Wo fühlen Sie sich besonders unsicher? Wo ist der Belag der Strecken besonders schlecht? Bei welchen Verkehrsteilnehmern vermissen Sie die Bereitschaft auf Rücksichtnahme? Gern berichten wir auch über positive Erfahrungen: Welche Radwege bieten einen besonders schönen Ausblick? Welche Verbindung ist gut ausgebaut? Zu guter Letzt fragen wir: Kennen Sie besonders kuriose Radwege in Garbsen?

Ihre Antworten – gern mit Bildern – können Sie per E-Mail an garbsen@haz.de oder garbsen@neuepresse.de senden. Oder Sie posten unter den Artikel auf unserer Facebook-Seite.

Und die zeigen offenbar Wirkung. Plötzlich lassen die Autofahrer ausreichend Platz zu den Radlern, rollen sogar mit respektvollem Abstand hinterher. Für Werner Meyer, Sprecher des ADFC in Garbsen und Seelze, wäre das der Idealzustand. „Wir wollen keinen Krieg auf den Straßen, sondern darum bitten, dass alle Verkehrsteilnehmer Rücksicht aufeinander nehmen“, sagt er.

Mit sogenannten Schwimmnudeln haben Radfahrer des ADFC gezeigt, wie viel Abstand die Autofahrer am Schutzstreifen in Altgarbsen mindestens einhalten müssten. Quelle: Gerko Naumann

Spaß ja, Sicherheit nein

Der mangelnde Abstand ist aber nur ein Thema, dass die ADFC-Verantwortlichen umtreibt. „Es kneift an einigen Stellen in der Stadt“, sagt Meyer. Das sei auch im sogenannten Fahrradklima-Test herausgekommen, bei dem Garbsen mit der Note 3,9 abgeschnitten hat. Aus Meyers Sicht ist die Note angemessen. Positiv bewertet er, dass das Radfahren im Stadtgebiet an vielen Stellen gerade im Freizeitbereich Spaß mache. Auch die Anbindung sei gut. Aber gleichzeitig kritisiert er die mangelnde Sicherheit für die Radler. „Die Wege sind von der Oberfläche an einigen Stellen in richtig schlechtem Zustand.“

Unfallstatistik der Polizei bereitet Sorgen

Ein Thema, mit dem sich die Ehrenamtlichen des ADFC demnächst noch mal näher beschäftigen wollen, ist die Unfallstatistik der Polizei in Garbsen. Die Auswertung hatte ergeben, dass im vergangenen Jahr deutlich mehr Radfahrer an Unfällen im Stadtgebiet beteiligt und verletzt worden waren. „Damit können wir uns nicht abfinden“, sagt Meyer.

Weitere Informationen über den ADFC Garbsen/Seelze finden Sie hier.

Karl-Heinz Giese (Zweiter von links) und Werner Meyer (Dritter von links) haben die Aktion des ADFC vorbereitet. Quelle: Gerko Naumann

Von Gerko Naumann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Hallenbad Planetenring bleibt am Sonnabend, 11. Mai, für den öffentlichen Badebetrieb geschlossen. Grund ist eine Veranstaltung. Die Sauna kann allerdings genutzt werden.

09.05.2019

Der Sänger und Juliano Rossi und Pianist Lutz Krajenski, sind am Sonntag, 19. Mai, zu Gast in der Barockkirche Schloß Ricklingen. Im Programm „That’s Amore“ inszenieren sie Swingklassiker neu.

09.05.2019

Ab dem 19. Mai können und sollen die Garbsener wieder in die Pedale treten. Drei Wochen lang können sie ihre gefahrenen Rad-Kilometer sammeln, beim diesjährigen Stadtradeln mitmachen und CO2 sparen.

11.05.2019