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Garbsen Delegation aus Südkorea informiert sich über Schulsozialarbeit an der IGS
Umland Garbsen

Garbsen: Delegation aus Südkorea informiert sich über Schulsozialarbeit an der IGS

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18:10 28.01.2020
Die Mitglieder der Delegation aus Südkorea sowie die weiteren Teilnehmer des Treffens besichtigen auch das Café Klappstuhl und sprechen dort mit Schülern des sechsten Jahrgangs. Quelle: Jutta Grätz
Garbsen-Mitte

Zwischen ihren Arbeitsplätzen liegen rund 8500 Kilometer und acht Stunden Zeitverschiebung – ihre Aufgaben ähneln sich aber sehr: Elf Bildungsexperten aus Südkorea haben sich am Montag an der IGS in Garbsen darüber informiert, wie die Schulsozialarbeit an der Gesamtschule funktioniert.

Die Landesschulbehörde hatte die IGS als eine von zwei Schulen in Niedersachsen für den Besuch ausgewählt. Die Garbsener Schule bietet seit ihrer Gründung vor mehr als 40 Jahren Schulsozialarbeit an.

„Wow – ein Billardtisch“, sagt Choi Se Na beeindruckt, als sie und die anderen Besucher am Café Klappstuhl in der IGS vorbeikommen. Meike Grams, Schulsozialarbeiterin an der IGS, und ihre Kolleginnen Annika Maiwald und Sandra Oberemm führen die junge Frau aus der koreanischen Hauptstadt Seoul und die übrige Delegation durch die Schule. Sie zeigen ihre Büros, den handyfreien Juniorclub, erzählen vom neu gestalteten Mädchenraum und machen Halt im Café mit den pinkfarbenen Klappstühlen, der großen Bühne – und eben jenem Billardtisch.

Beziehungsarbeit steht im Mittelpunkt

„Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht die Beziehungsarbeit“, sagt Grams – ob bei der Beratung, bei Impulsen zur Berufsorientierung, bei der Mitarbeit in einer von 100 Arbeitsgemeinschaften oder bei Projekten beispielsweise zur Suchtprävention.

Die Gesprächsangebote seien freiwillig, es gelte die Schweigepflicht. „Wir stärken die Schüler, besprechen konkrete Lösungen“, betont Grams. Die derzeit vier Pädagogen seien aber keine Therapeuten. „Wir verstehen uns als Netzwerker, kooperieren mit Beratungslehrern, dem schulinternen Mobbing-Interventionsteam sowie den Ausbildungslotsen und Berufsstartbegleitern.“

Die Gründe, warum die Schüler das Gespräch mit den Sozialpädagogen suchen, seien vielfältig. Mal seien es Streitigkeiten zwischen den Schülern, mal familiäre Probleme wie die Trennung der Eltern, mal Mobbing, mal Onlinespielsucht, sagt Grams. Zugenommen hätten in den vergangenen Jahren die psychischen Erkrankungen. Viele Jungen und Mädchen litten unter großem Leistungsdruck und hätten Schwierigkeiten, zu entspannen.

Südkorea: „Bildung hat enorme Bedeutung“

„Stress, Cybermobbing, Onlinespielsucht: Unsere Themen sind dieselben“, sagt Kim Dae Hwan. Der 45-Jährige aus Seoul bildet Sozialarbeiter aus. „Bildung hat in Südkorea eine enorme Bedeutung“, erklärt Dolmetscher Kim Bok Joong. Der Leistungsdruck für Schüler sei sehr hoch. Diese lernten täglich von frühmorgens bis spät in die Nacht. „Oft haben sie erst abends um 22 Uhr Zeit, sich mit Freunden zu treffen.“

Die Bildungsexperten und die IGS wollen in Kontakt bleiben. „Vielleicht entwickelt sich aus ihrem Besuch ja ein weiteres Austauschprogramm für unsere Schule“, sagt IGS-Leiter Andreas Hadaschik.

Beratung bei Konflikten und Mobbing, Tipps zur Berufsorientierung, mehr als 100 Arbeitsgemeinschaften: Elf Bildungsexperten aus Südkorea haben sich über die Schulsozialarbeit an der IGS Garbsen informiert.

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Von Jutta Grätz

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