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Garbsen Diese kuriosen Dinge spülen die Bürger die Toilette hinunter
Umland Garbsen

Garbsen: Diese kuriosen Dinge finden Mitarbeiter in der Kanalisation

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13:55 24.09.2019
Sven Kuschla von der Stadtentwässerung Garbsen zeigt die Anlagen im Pumpwerk Garbsen-Mitte. Quelle: Gerko Naumann
Garbsen

In Garbsen hat kürzlich jemand eine ganze Jeans in der Toilette heruntergespült. Hört sich unglaubwürdig an? Stimmt aber, sagt Sven Kuschla, technischer Leiter der Stadtentwässerung Garbsen (SEG). Das Kleidungsstück – zumindest die Einzelteile davon – fanden Mitarbeiter der SEG, als sie eine Pumpe in einem Pumpwerk reparieren wollten. Die Technik hatte Alarm geschlagen, weil ein Laufrad blockiert war.

Restmüll in Toilette entsorgt

Solche Einsätze häufen sich in Garbsen, sagt Kuschla. Das liege zum einen daran, dass die Pumpen kleiner und sparsamer, damit aber auch empfindlicher geworden seien. Zum anderen entsorgten Bürger aber auch immer wieder Dinge in der Kanalisation, die eigentlich in den Restmüll gehörten. Eigentlich gibt es nur eine einfache Regel, sagt Kuschla: „In die Toilette gehören grundsätzlich nur menschliche Ausscheidungen und Toilettenpapier.“

In der Toilette heruntergespülte Feuchttücher haben diese Pumpe in Garbsen vorübergehend lahmgelegt. Quelle: Stadtentwässerung Garbsen

Es sind aber in erster Linie nicht solch außergewöhnliche Gegenstände wie die heruntergespülte Jeans, die den SEG-Mitarbeitern Probleme bereiten. Der häufigste Grund für verstopfte und blockierte Pumpen sind die sogenannten Feuchttücher, also Toilettenpapier, das mit einer reinigenden Lotion getränkt ist. „Sie lösen sich im Wasser nicht so gut auf wie normales Toilettenpapier und bilden zähe Fasern“, erklärt Kuschla. Diese wickeln sich dann wie ein Zopf um Teile der Pumpe und legen das Gerät nach einer gewissen Zeit komplett lahm.

Notdienst ist immer im Einsatz

In einem solchen Fall müssen die Mitarbeiter der Stadtentwässerung sofort handeln. „Die Pumpen können nur aufwendig von Hand gereinigt und wieder in Betrieb genommen werden“, sagt Kuschla. Deshalb ist in Garbsen rund um die Uhr ein Notdienst im Einsatz – also auch nachts und an Feiertagen. Und das sogar immer in Doppelbesetzung. „Das ist aus Gründen des Arbeitsschutzes so vorgeschrieben“, sagt Kuschla.

Bei ihren Touren zu den 67 Pumpwerken in Garbsen finden die Mitarbeiter so einige kuriose Dinge, die über die Toilette entsorgt worden sind. So berichtet Kuschla etwa von Rasierklingen, Zigarettenkippen und Windeln, die immer wieder in den Anlagen landen. Deren Aufgabe besteht darin, das Abwasser auch in flachem Gelände und über weite Strecken zu transportieren. Letztendlich landet ein großer Teil davon aus Garbsen in der Kläranlage in Gümmer (Seelze). Lediglich das Abwasser aus Schloß Ricklingen wird nach Luthe (Wunstorf) gepumpt.

Kosten werden auf Kunden umgelegt

Die Kosten für die durch falsche Nutzung entstandenen Schäden an den Pumpen tragen am Ende alle Garbsener. Anders als etwa beim Strom gibt es bei der Stadtentwässerung eine sogenannte Nutzungspflicht. Das bedeutet: Alle Garbsener sind automatisch Kunden der SEG. Und die macht jedes Jahr eine Kalkulation ihrer Ausgaben – und legt die Kosten auf alle Kunden um. Um die zu senken, hat Kuschla eine Bitte an alle Kunden: „Bitte helfen Sie mit, damit die Abwasserversorgung zuverlässig, umweltschonend und ohne zusätzliche Kosten funktioniert.“

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