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Garbsen Nach tödlichem Familiendrama herrscht Entsetzen am Polluxhof
Umland Garbsen Nach tödlichem Familiendrama herrscht Entsetzen am Polluxhof
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00:16 24.10.2018
In diesem Haus hat sich das Familiendrama abgespielt. Quelle: Gerko Naumann
Auf der Horst

Am nächsten Morgen erinnert am Polluxhof kaum noch etwas an die dramatischen Szenen vom Vorabend. Vor dem Haus mit der Nummer 20 spielen Kinder – wie jeden Tag. Nur Stunden zuvor hat die Feuerwehr Garbsen dort „einen der dramatischsten Einsätze bewältigt, die wir in der letzten Zeit hatten“, sagt Ortsbrandmeister Thomas Cremer.

Gegen 20.15 Uhr hatten Nachbarn die Rettungskräfte alarmiert, weil aus einer Wohnung das Piepen eines Rauchmelders zu hören war. Ein 29-jähriger Mann stand im Flammen, als die Helfer eintrafen. Er erlag noch in der Wohnung seinen schweren Verletzungen. Nach ersten Ermittlungen der Polizei handelt es sich bei der Tat um ein Familiendrama, offenbar hatte sich der Mann selbst angezündet.

Anwohner können es nicht fassen

Der Anwohner, der am Abend zuvor die Polizei alarmiert hatte, kann auch am nächsten Morgen noch nicht fassen, was passiert ist. „Wir kannten die Nachbarn. Es war eine ganz ruhige, völlig normale Familie“, berichtet er. Alle anderen Bewohner des Mehrfamilienhauses seien von der Feuerwehr aus dem Haus geholt worden.

Ein 29-Jähriger ist am Sonnabend gegen 20.15 Uhr in seiner Wohnung ums Leben gekommen. Offenbar stand der Mann in Flammen, im Vorfeld soll es zu einem Familienstreit gekommen sein. Die Ehefrau wurde schwer verletzt.

Was deren Einsatzkräfte in der Wohnung erwartete, belastet auch die erfahrensten Feuerwehrleute, sagt Cremer. Zwei seiner Kameraden seien aufgrund des Rauchs in Atemschutzkleidung als erste dort eingetroffen. „Sie haben sofort mit den Löscharbeiten begonnen und die Wohnung gelüftet, damit Notarzt und Sanitäter sie überhaupt betreten konnten“, sagt der Ortsbrandmeister. Trotz aller Versuche der Rettungskräfte starb der 29-Jährige.

Notfallseelsorger betreut Betroffene

Zu diesem Zeitpunkt standen vor dem Haus schon etliche Familienmitglieder und Schaulustige. „Die Situation war sehr unübersichtlich und anstrengend für uns“, berichtet Cremer. Ein mittlerweile aus Hannover eingetroffener Notfallseelsorger habe sich sowohl um Angehörige als auch um die Feuerwehrleute gekümmert. „Wir haben zusätzlich noch eine Nachbesprechung gemacht, das ist bei solchen besonderen Lagen üblich“, sagt Cremer. Das helfe den Ehrenamtlichen dabei, die schlimmen Bilder des Einsatzes zu verarbeiten.

Schon der Beginn des Einsatzes hatte sich für die Feuerwehr schwierig gestaltet, berichtet Cremer. Der Wendehammer am Polluxhof – und damit der Anfahrtsweg zur Feuerwehrzufahrt – sei zum wiederholten Mal zugeparkt gewesen. „Wir mussten mit dem Löschfahrzeug und der Drehleiter auf engstem Raum rangieren, das ist sehr schwierig und kostet Zeit“, sagt er Ortsbrandmeister sichtlich aufgebracht.

Einsatz weckt schlimme Erinnerungen

Ohnehin habe der Einsatz bei Cremer und einigen weiteren erfahrenen Feuerwehrleuten schlimme Erinnerungen an den 23. April 1992 geweckt. Damals waren bei einem Feuer eine Mutter und zwei ihrer Kinder ums Leben gekommen – ebenfalls in dem Haus am Polluxhof 20. „Damals war im Keller ein Brand ausgebrochen, der Rauch hatte sich schnell im ganzen Haus verteilt“, erinnert sich Cremer. Die Tür der Familie hatte offen gestanden, so dass der Rauch eindringen konnte. Die drei Todesopfer schafften es nicht mehr aus der Wohnung, ein weiteres Kind überlebte nur deshalb schwer verletzt, weil es aus dem Fenster sprang, um sich zu retten.

Wieder der Polluxhof: 1992 waren bei einem Brand eine Mutter und zwei ihrer Kinder an einer Rauchgasvergiftung gestorben. Quelle: Rainer Dröse/Archiv

Von Gerko Naumann

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