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Garbsen Ehrenamtliche erzählen von Erlebnissen mit Geflüchteten
Umland Garbsen Ehrenamtliche erzählen von Erlebnissen mit Geflüchteten
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14:23 24.02.2019
Lisbeth Fischer berichtet von ihren eigenen Erinnerungen an die Flucht aus Schlesien. Quelle: Katharina Hemmer
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Auf der Horst

Hilmar Bieling bringt es auf den Punkt: „Die Flüchtlingshilfe ist sehr intensiv und enorm belastend“, sagt der Stöckener, der sich seit vier Jahren ehrenamtlich engagiert. Als im Herbst 2015 tausende Menschen ins Land kamen, war Bieling einer, der anpackte. Im Unterstützerkreis Stöcken hat er Geflüchtete begleitet, betreut und ihnen die Ankunft in der fremden Umgebung erleichtert. Doch wie geht man mit den Erfahrungen, Eindrücken, Erlebnissen um?

Ehrenamtliche lasen am vergangenen Freitagabend ihre selbstgeschriebenen Geschichten über die Arbeit mit Geflüchteten vor. Über ein Jahr haben sie in einer Schreibwerkstatt an ihren Texten gearbeitet.

Ein Ventil dafür sollte eine Schreibwerkstatt sein, die die Koordinatorin der evangelischen Flüchtlingsarbeit in Garbsen, Rebekka Hinze, im Oktober 2017 ins Leben gerufen hat. Die Idee: Ehrenamtliche sollten ihre Geschichten einfach aufschreiben – für sich selbst und für die Leser des kleinen Bandes „Schreib das auf – Geschichten aus dem Ehrenamt“, das knapp ein Jahr später erschienen ist. Am Freitag haben die Ehrenamtlichen in der katholischen Kirche St. Raphael daraus vorgelesen. „Damals wussten wir noch nicht, wohin die Reise einmal gehen würde und dass dabei so schöne Ergebnisse entstehen würden“, sagte Hinze zu Beginn der Lesung. „Die Geschichten zeigen, dass Begegnung der Schlüssel zur Integration ist“, so Jutta Grätz, die die Schreibwerkstatt mit den zehn Ehrenamtlichen aus Hannover und Garbsen geleitet hat. Sie moderierte die Lesung, bei der die Ehrenamtlichen zum ersten Mal in Garbsen vor Publikum vorgetragen haben.

In den Geschichten geht um das Wiedersehen von Familien, Besuche beim Bundesamt für Migration, und gemeinsame Erlebnisse. Sichtlich bewegt und gespannt lauschten die Zuschauer den Erzählungen. Zwischen den einzelnen Vorträgen spielte die Pianistin Kira Leona. „Die Schreibwerkstatt war eine unglaublich tolle Gelegenheit, um die Gefühle einmal aufzuschreiben“, sagte Bieling. „Ich bin auch privat literarisch interessiert und nehme an Poetry Slams teil“. Er hat in seiner Geschichte „Mein Ehrenamt“ über die Flüchtlingsarbeit geschrieben und findet: „Es sind so viele Töpfe, alle kochen über, es passiert alles gleichzeitig“. Detlef Kohnen hieß die Gäste im Namen Willehadi willkommen – dort hatten sich die Mitglieder der Schreibwerkstatt immer getroffen. „Es ist schön, dass es so viele Menschen gibt, die sich der Realität stellen“.

Martina Jansen erzählt in ihrem Text „2190 Tage“ vom fremdbestimmten Leben der Flüchtlinge in Deutschland und die Zusammenführung von einem Vater und seiner Familie und beschreibt die unzähligen Gänge zu den Behörden und die einzelnen Stationen der Flucht. Sie selbst ist seit 2015 in der Flüchtlingshilfe tätig. „Es tut mir gut, alles aufzuschreiben“, sagt sie. Lisbeth Fischer verfasste einen Text über ihre eigenen Erinnerungen, die sie auf der Flucht aus Schlesien als kleines Mädchen gemacht hat, in Petra Reichels Text hieß es: „Die Menschen haben keinen Namen mehr. Sie haben einen gemeinsamen Namen: Flüchtlinge“. Auch nach Veröffentlichung des Buches wollen die Mitglieder der Schreibwerktstatt weitermachen – es gibt noch so viel zu erzählen.

Von Katharina Hemmer

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