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Garbsen Was führte zum Fischsterben in Stelingen?
Umland Garbsen

Garbsen: Fischsterben und Gestank am Regenrückhaltebecken in Stelingen

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06:00 27.08.2019
"Das habe ich noch nicht erlebt": Anwohner Dieter Gundelach hat einen der toten Fische aus dem Regenrückhaltebecken fotografiert. Quelle: Gerko Naumann/Dieter Gundelach
Stelingen

Alles begann mit einem extrem unangenehmen, modrigen Gestank. Der ging offensichtlich vom Regenrückhaltebecken an der Husarenstraße in Stelingen aus – und den Anwohnern gehörig auf die Nerven. Einigen so sehr, dass sie sich sogar an die Polizei wandten. Aber es kam noch schlimmer, erinnert sich Dieter Gundelach. Er wohnt in der Nähe und führt regelmäßig seinen Hund an dem Gewässer aus: „Eines Tages schwammen die ganzen Fische an der Oberfläche. Viele waren schon tot, andere schnappten verzweifelt nach Luft. So etwas habe ich noch nicht erlebt“, berichtet Gundelach, der die grausamen Szenen mit dem Smartphone festgehalten hat.

Stoff gerät ins Regenwassernetz

Aber was war überhaupt passiert? Diese Frage treibt nun die zuständigen Behörden um. Allen voran die Stadtentwässerung in Garbsen, der das Becken gehört. Deren Mitarbeiter nahmen die Beschwerden der Anwohner über die „intensive Geruchsbelastung“ zum Anlass, das öffentliche Kanalnetz zu überprüfen und Wasserproben zu nehmen, sagt Leiter Sven Kuschla. Dabei stellte sich heraus, dass ein Stoff in das Regenwasserbecken gelangt war, der eigentlich in das Abwassernetz gehört hätte, erklärt Kuschla. Welcher Stoff das genau ist, von wo und wie genau er ins Becken gelangte, müsse noch geprüft werden.

Fest steht jedenfalls: Die Verunreinigung des Niederschlagswassers führte dazu, dass der Sauerstoffgehalt rapide abnahm. „Das hat leider zu dem Fischsterben geführt“, sagt Kuschla. Die Substanz rufe eben den Gestank hervor, unter dem die Nachbarn leiden. Um das Problem in den Griff zu bekommen, hatten die Verantwortlichen einen Plan, der nach Kuschlas Angaben lautete: „Lüften, lüften, lüften.“ Mitarbeiter der Servicebetriebe setzten Pumpen ein, um den Sauerstoffgehalt im Wasser wieder zu erhöhen.

Becken wird leer gepumpt

Leider hatte das bislang keinen spürbaren Erfolg. Deshalb haben sich die Stadtentwässerung und die Region Hannover als zuständige Untere Wasserbehörde nun auf einen Plan B geeinigt. „Wir werden das gesamte Becken leerpumpen“, kündigt Kuschla an. Das „verunreinigte“ Wasser solle ins Abwassernetz geleitet werden. Dann wird das etwa 5000 Quadratmeter große Rückhaltebecken zumindest teilweise neu gefüllt – voraussichtlich mit Wasser aus dem Mittellandkanal.

Auch die Polizei beschäftigt sich mit dem Geschehen am Regenrückhaltebecken in Stelingen. Das bestätigt Peter Netz von der Polizeistation Berenbostel, deren Mitarbeiter die Ermittlungen übernommen haben. Er hat sich selbst ein Bild vor Ort gemacht und bestätigt den Eindruck der Anwohner: „Der Gestank ist wirklich unangenehm, es riecht modrig und jaucheartig“, sagt er. Die Polizei warte nun auf das Gutachten, wie es zu der Verunreinigung gekommen ist. Anschließend wird gegen den mutmaßlichen Verursacher ermittelt.

Wer ist der Verursacher?

Dabei könnte es sich nach ersten Erkenntnissen um einen Betrieb in der Umgebung handeln, sagt Klaus Abelmann. Er ist Sprecher der Region Hannover, die die Arbeiten in Stelingen überwacht. Eine genaue Analyse über den Stoff, der ins Wasser gelangt ist, stehe aber noch aus.

Beißender Gestank und tote Fische: Was ist am Regenrückhaltebecken in Stelingen passiert? Die Stadtentwässerung Garbsen, die Polizei und die Region Hannover untersuchen die Ursache.

Von Gerko Naumann

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