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Garbsen Garbsener Nabu zählt Vögel für den Naturschutz
Umland Garbsen

Garbsen: Garbsener Nabu zählt Vögel für den Naturschutz

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15:09 12.05.2019
Für die "Stunde der Gartenvögel" ist Waldemar Wachtel als Vorsitzender des Garbsener Nabu in der Garbsener Schweiz unterwegs und zählt Vogel für Vogel. Quelle: Ann-Christin Weber
Altgarbsen

Unweit vom Trampelpfad der Garbsener Schweiz entfernt zwitschert ein Vogel lauthals seine Melodie. Waldemar Wachtel spitzt seine Lippen und pfeift dem Vogel nach, versichert sich, dass er mit seiner Zuordnung richtig liegt. „Eine Nachtigall, hören Sie? Die findet man immer seltener“, sagt Wachtel. Jeden Vogel, den er hört, merkt er sich, denn seit Freitag läuft die „Stunde der Gartenvögel“.

Der Garbsener Nabu macht bei der bundesweiten „Stunde der Gartenvögel“ mit. Eine Stunde lang zählt Waldemar Wachtel die Vögel in der Garbsener Schweiz. Die Ergebnisse geben Aufschluss über den Rückgang der Arten.

Bereits zum 15. Mal hat der Naturschutzbund (Nabu) von Freitag bis Sonntag bundesweit Bürger dazu aufgerufen, an Orten wie dem eigenen Garten Vögel zu zählen. Die Zählung hilft dabei, die Bestände zu erfassen und zeigt, welche Arten gefährdet sind. Als Vorsitzender des Garbsener Nabu packt Waldemar Wachtel mit an. Am frühen Sonnabend hat er sich die Garbsener Schweiz vorgenommen.

Eine Stunde lang ist Wachtel in dem Waldstück am Blauen See unterwegs und zählt Vogel für Vogel, Art für Art. Notiert wird immer die höchste gehörte Anzahl. Eigentlich verharrt man zur Zählung an einer Stelle, doch wegen der Größe der Garbsener Schweiz macht Wachtel eine Ausnahme. Von der Nachtigall hört er an diesem Tag nur ein Exemplar. Danach erkennt der Nabu-Vorsitzende noch drei Mönchsgrasmücken, vier Zaunkönige, drei Zilpzalps, zwei Buchfinken und noch ein paar Arten – und das nur anhand ihres Gesangs. Heute ist er besonders auf sein geschultes Gehör angewiesen, denn zu sehen bekommt man die Vögel bei nasskaltem Wetter kaum.

Landwirtschaft schadet Rebhühner

Drei Arten hört Wachtel in Garbsen kaum noch. „Rebhühner, Kiebitze und Schwalben sind unsere großen Sorgenkinder“, sagt Wachtel. Schuld am Rückgang der Rebhühner sei vor allem intensiv betriebene Landwirtschaft. Auf den Feldern an der Meyenfelder Gutenbergstraße sei einst das letzte Rückzugsgebiet für Rebhühner gewesen. „Das unregelmäßige Pflügen der Landwirte stört das Brutgeschäft“, sagt Wachtel. Wo vor einigen Jahren noch acht Brutpaare zu finden waren, sind es heute nur noch zwei.

In der Garbsener Schweiz sorge die Abholzung von Bäumen für einen Rückgang von Greifvögeln und Spechten. Der dichte Unterwuchs, der nun anstelle hoher Bäume wächst, biete allerdings für andere Vogelarten eine optimale Brutmöglichkeit. Doch auch hier gibt es einen Feind. „Während der Brutzeit gilt Leinenpflicht, einige Hundebesitzer missachten das“, sagt Wachtel.

Für die "Stunde der Gartenvögel" ist Waldemar Wachtel als Vorsitzender des Garbsener Nabu in der Garbsener Schweiz unterwegs und zählt Vogel für Vogel. Quelle: Ann-Christin Weber

Zu wenig Insekten als Nahrung

Bebauungen wie das nahe gelegene Amazon-Sortierzentrum gefährden nicht nur Bodenbrüter wie Rebhühner, sondern auch die Nahrungsquelle vieler Vögel: Insekten. Für das Insektensterben seien aber auch Privatgärten verantwortlich. „Verzichten sie auf Steingärten“, appelliert Wachtel. Viele Blumen, darunter heimische Sträucher und eine „unaufgeräumte“ Ecke im Garten helfen dem Insektensterben entgegenzuwirken und damit auch dem Vogelsterben.

Mit einem Nistkasten kann den Vögeln sogar direkt geholfen werden. „Die sind ganz einfach selber zu basteln. Im Internet gibt es die Anleitung“, sagt Wachtel. Doch jeder müsse auch bereit sein, die Vögel in seinem Garten zu dulden. Denjenigen, die sich keinen Nistkasten leisten können oder Schwierigkeiten beim Anbringen der Kästen haben, bietet der Nabu Garbsen Hilfe an.

Ist Vogelsterben nur der Anfang?

Waldemar Wachtel schickt seine Zählungen vom Wochenende beim Nabu Deutschland ein und hofft, dass unter den Einsendungen auch viele Garbsener sind. Denn je genauer der Nabu die Bestände kennt, desto wirksamer kann er das Vogelsterben bekämpfen. Ein Leben ohne Singvögel kann sich Wachtel jedenfalls nicht vorstellen. „Wenn man als Naturliebhaber im Frühling immer die herrlichen Gesänge gehört hat und die plötzlich weg sind, dann zerbricht einem das Herz“, sagt Wachtel. Für ihn ist das Vogelsterben nur der Anfang. „Die Kette geht weiter und am Ende ist es der Mensch, der ausstirbt“, so Wachtel weiter.

Von Ann-Christin Weber

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