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Garbsen IGS-Schüler drehen Filme für Wettbewerb
Umland Garbsen IGS-Schüler drehen Filme für Wettbewerb
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14:25 13.11.2018
Und Action: Luka (von links), Damian und Luca (alle 14) proben eine Szene im Treppenhaus. Quelle: Gerko Naumann
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Garbsen-Mitte

 Luca und Luka (beide 14) nehmen ein paar Stufen Anlauf und springen mit Schwung über ein Geländer im Treppenhaus der IGS in Garbsen. Die beiden Schüler sind nicht etwa zu spät dran, um zur nächsten Unterrichtsstunde zu kommen. Bei ihrem akrobatischen Kunststück handelt es sich um eine Szene für einen Film, deshalb hält Mitschüler Damian (ebenfalls 14) auch fleißig mit der Kamera drauf.

Eine neunte Klasse der IGS Garbsen hat ihren eigenen Film-Workshop gewonnen. Die Ideen der Schüler haben eine Jury überzeugt. Die Jugendlichen drehen nun drei Filme.

Der Kurzfilm soll bis Februar abgedreht und maximal fünf Minuten lang sein. Der Titel lautet „Traum vom Frieden“. „Wir haben uns das Thema Kindersoldaten ausgesucht“, berichtet Luca. Im Mittelpunkt stehen ein Junge und ein Mädchen, die verschleppt und zu Soldaten ausgebildet werden sollen. Wie die Geschichte ausgeht, will Luca noch nicht verraten. Nur so viel: „Es gibt ein glückliches Ende.“

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Profis geben Schülern Tipps

Mit ihren Drehbuch-Ideen haben sich die Schüler einer neunten Klasse IGS für den landesweiten Kurzfilm-Wettbewerb „Ganz schön anders“ beworben – und gewonnen. Die Klasse 906 ist eine Inklusionsklasse, dort werden also Kinder mit und ohne Förderbedarf gemeinsam unterrichtet. Der Preis bei dem Wettbewerb war ein Workshop, bei dem die Jugendlichen von Profis Tipps bekommen haben, was sie beim Dreh eines Kurzfilms beachten müssen. So hat Filmemacherin Catharina Göldner ihnen etwa gezeigt, welche Kameraeinstellungen das Geschehen für den Zuschauer möglichst spannend machen und wie man die fertigen Szenen sinnvoll schneidet. An der einen oder anderen Stelle muss sie die Schüler sogar bremsen: „Manchmal sind sie gar nicht von ihren Plänen abzubringen, weil sie so motiviert sind.“

Das zeigt sich auch eine Etage tiefer, wo sich eine weitere Gruppe bereits die ersten Ergebnisse auf einem Laptop ansieht. Ihr Werk heißt „Will ich das wirklich“ und beschäftigt sich mit dem Umgang von Jugendlichen mit dem Smartphone. Hauptdarstellerin Mara (14) spielt ein Mädchen, dass ununterbrochen auf ihr Handy schaut – bis es deshalb sogar einen Autounfall hat, der zu einem Umdenken führt. „Das Thema betrifft uns, weil viele Jugendliche wirklich nur noch Augen für ihr Smartphone haben“, erklärt sie.

Teamfähigkeit wird gefördert

Für die Klassenlehrerin Denise Stiegemeyer ist das Film-Projekt eine gute Möglichkeit, den Kunstunterricht praxisnah und an den Interessen der Schüler orientiert zu gestalten. „Sie lernen hier nicht nur das Handwerk, sondern auch das selbstständige Arbeiten als Team“, sagt sie. Im Februar 2019 werden die besten Kurzfilme im Wettbewerb von einer Jury gekürt. Die Gewinner reisen nach Berlin und dürfen sich unter anderem den Filmpark Babelsberg ansehen.

Dünya zeichnet die Szenen vor, die die Schüler anschließend drehen wollen. Quelle: Gerko Naumann

Von Gerko Naumann