Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Garbsen In Garbsen fehlen mehrere hundert Betreuungsplätze
Umland Garbsen

Garbsen: In Garbsen fehlen mehrere hundert Betreuungsplätze

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 10.06.2019
Bis Herbst 2019 soll die Kita am Campus Maschinenbau fertig sein. Quelle: Gerko Naumann
Garbsen

 Die Zahl der Kinder in Garbsen wächst – doch die Stadtverwaltung kommt mit der Schaffung neuer Betreuungsplätze nicht hinterher. Sozialdezernentin Monika Probst hat jetzt die diesjährige Bedarfsplanung für Kindertagesstätten vorgelegt. Auf knapp 50 Seiten wird dargelegt, wie viele Plätze nachgefragt werden, wie viele Plätze vorhanden sind und wie groß der Mangel ist. Außerdem werden Modellrechnungen und Prognosen für die kommenden Jahre erstellt. Das Ergebnis ist eindeutig: Bei den Betreuungsplätzen muss schnell etwas getan werden.

Wie viele Betreuungsplätze gibt es derzeit?

Aktuell stehen in Garbsen 483 Krippenplätze, 1791 Kindergarten und 540 Hortplätze zur Verfügung. 44 Prozent der Krippenkinder haben einen Platz – die Stadt strebt allerdings eine Versorgung von 85 Prozent an. Bei den Kindergartenkindern sollte eigentlich jedes Kind einen Platz haben, derzeit liegt die Versorgung bei 84 Prozent. Die 450 Hortplätze kommen auf insgesamt 2151 Grundschüler.

Wie viele Plätze fehlen?

Laut den Modellrechnungen in der Bedarfsplanung fehlen für das kommende Betreuungsjahr im Krippenbereich 485 Plätze. Ein Jahr später könnten es schon 525 Plätze zu wenig sein. Auch im Bereich der Kindergärten reichen die vorhandenen Plätze nicht aus: 2019/2020 fehlen 366, ein Jahr später schon 408 und im Betreuungsjahr 2022/2023 könnten es 525 Plätze zu wenig sein.

Wie wird gerechnet?

„In unsere Berechnung sind alle Kinder eingeflossen, die bis zum 10. April 2019 bei der Stadt gemeldet wurden“, sagt Sozialdezernentin Probst. Daher seien die Zahlen aktuell. Daneben gehe man von einer Geburtenrate von jährlich 620 Kindern aus. Um herauszufinden, wie viele Plätze nötig seien, werde damit gerechnet, dass für 70 Prozent der Einjährigen und für 100 Prozent der Zweijährigen ein Platz gesucht werde. Auch bei den Kindergartenplätzen für die Drei- bis Sechsjährigen gehe die Modellrechnung von einer Versorgung von 100 Prozent aus. „Seit dem 1. August 2013 haben alle Kinder ab einem Jahr einen Anspruch auf einen Betreuungsplatz“, sagt Probst. Den müsse man erfüllen.

Wie viele Plätze werden tatsächlich nachgefragt?

In Garbsen melden Eltern ihre Kinder nicht direkt in den Einrichtungen, sondern online über das Kita-Portal an. Probst und ihre Mitarbeiter haben die Anfragen für das kommende Jahr ausgewertet. „Wir haben ausgerechnet, dass 177 Krippenplätze und 50 Kita-Plätze fehlen“, sagt Probst. Dazu kommen etwa 50 Kinder, die noch nicht in die Grundschule gehen, sondern für ein Jahr zurückgestuft werden. „Den Zahlen aus dem Portal zufolge fehlen 12 Krippengruppen und zwei Kita-Gruppen“, sagt Probst.

Warum gibt es so ein großes Gefälle?

„Noch können wir nicht genau sagen, warum die tatsächliche Nachfrage so stark von der errechneten Nachfrage abweicht“, sagt die Sozialdezernentin. Gründe dafür könnten sein, dass Eltern ihre Kinder lieber zu Hause betreuen oder sie in einer Krippen- oder Kita-Gruppe in der Nähe ihres Arbeitsplatzes in einer anderen Stadt unterbringen. Es sei wichtig, die Differenz aufzuklären, sagt Probst. „Ich kann nicht sagen, ob die Kinder gut bei Familienmitgliedern aufgehoben sind oder ob sie nicht in die Kita gehen, weil der Weg dorthin zu lang ist und die Eltern sich das Busticket nicht leisten können.“ Um den Rechtsanspruch zu erfüllen, muss die Stadt nämlich nur einen Platz innerhalb des Stadtgebietes, nicht aber im Stadtteil der Eltern bereitstellen.

Wo entstehen derzeit Plätze?

Bis Herbst 2019 soll die Kita am Campus Maschinenbau fertig sein. Sie bietet Platz für 30 Krippen- und 75 Kita-Plätze. In der AWO-Kita Am Kleegrund sollen 15 Krippenplätze entstehen, mit dem Neubau der Kita Murmelstein, der 2022 fertig sein soll, werden zusätzlich 17 Krippenplätze geschaffen. Bei der Neuplanung der Kita Schloß Ricklingen ist laut Planung bereits ein Krippenbau berücksichtigt – bislang fehlen allerdings die finanziellen Mittel. Zudem werde Angaben der Verwaltung zufolge geprüft, ob die evangelische Kita Osterwald um eine Krippengruppe erweitert werden kann, auch am Standort Mirahof seien weitere Betreuungsplätze denkbar. Für die Neubaugebiete wie Berenbostel 2020, Bosse-See, Neue Mitte, Klüterfeld und Hinter der Worth sind zusätzliche Krippen- und Kitaplätze vorgeschrieben. „Wir denken auch darüber nach, kurzfristig schnell Plätze in der Tagespflege bereitzustellen“, kündigt Probst an. Auch die Einrichtung einer Großtagespflege sei denkbar.

Warum kommt Stephanusgemeinde als Standort nicht infrage?

Auch in Berenbostel fehlen langfristig mehr als 100 Krippenplätze. Dennoch hat die Stadt den Plan der Stephanusgemeinde, eine Einrichtung für 95 Kinder zu bauen, abgelehnt. „Die Pläne waren nicht wirtschaftlich“, sagt Probst. Auch die Silvanusgemeinde sei unter energetischen Gesichtspunkten nicht als Kita-Standort zu empfehlen – die Investitionskosten seien zu hoch.

Mehr zum Thema:

Richtfest für 105 Kita-Plätze am Campus

Rettungsweg und Zäune trennen die AWO-Kita-Kinder

Pläne für Neubau der Kita Murmelstein liegen aus

Von Linda Tonn

Der Lärm am Ohr des Schläfers und kein theoretischer Wert soll Basis sein für die Liste der Flugzeuge, die nachts in Langenhagen starten und landen dürfen. Dies fordern nicht nur Langenhagens Grüne.

07.06.2019

Die Polizei in Garbsen sucht den Eigentümer eines Hubwagens. Der ist am 21. Mai in Berenbostel gefunden worden und hat einen Wert von rund 300 Euro. Zeugen werden um Hinweise gebeten.

07.06.2019

Der Naturschutzbund hat 700 Mitglieder in Garbsen. Was aber fehlt, ist ein eigenes Zuhause. deshalb starten die Ehrenamtlichen nun einen Aufruf und bitten um Angebote.

10.06.2019