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Garbsen Jobcenter-Chef Hartmut Berg geht in Ruhestand
Umland Garbsen

Garbsen: Jobcenter-Teamleiter Hartmut Berg geht in Ruhestand

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11:40 27.12.2019
"Am Angang war ich das Ein-Mann-Jobcenter": Hartmut Berg geht nach 16 Jahren in Garbsen in den Ruhestand. Quelle: Gerko Naumann
Garbsen-Mitte

Hartmut Berg weiß, wie es sich anfühlt, arbeitslos zu sein. Er steckte selbst in dieser Lage. Das war Anfang der 2000er-Jahre. Also noch bevor er Ende 2003 nach Garbsen kam und sich wenig später als Teamleiter des Jobcenters und seit 2015 als Leiter der Jugendberufsagentur selbst beruflich um Menschen kümmerte, die keinen Job finden. Damit ist jetzt Schluss. Mit 64 Jahren geht Berg etwas vorzeitig in den Ruhestand – mit einem guten Gefühl.

„Wer Hilfe braucht, bekommt sie auch“

„Wir haben in meiner Zeit hier viel bewegt. Wer in Garbsen bei der Jobsuche besondere Hilfe braucht, der bekommt sie auch“, sagt Berg, der sich selbst als Netzwerker bezeichnet. Einst hatte er als „Ein-Mann-Jobcenter“ in Garbsen angefangen. Seit 2015 leitet Berg auch die damals neu gegründete Jugendberufsagentur Garbsen. Deren Ziel ist es, junge Menschen auf dem Weg ins Berufsleben zu begleiten und ihnen Orientierung zu geben. Seitdem hat er unter anderem ein Speeddating zwischen Arbeitgebern und Jugendlichen und eine Berufsfindungsmesse ins Leben gerufen. Dazu sind jährlich etwa 2500 Schüler in Garbsen eingeladen, um mögliche neue Arbeitgeber kennenzulernen – und umgekehrt.

Ohnehin ist es dem 64-Jährigen in seiner beruflichen Zeit immer wichtig gewesen, neue Wege zu gehen. „Mein inneres Navi hatte den Dienstweg dabei nicht immer einprogrammiert“, sagt Berg und lächelt. Das bedeutet: Als Verantwortlicher für das Jobcenter hat sich Berg etwa auch mal mit Vorgesetzten oder der Stadtverwaltung angelegt, wenn er das für zielführend hielt. Und er hat immer versucht, sich in seine Klientel hineinzuversetzen. So absolvierte er etwa ein Praktikum als Burger-Verkäufer in einer Filiale der Fast-Food-Kette Burger King in Garbsen.

Hartmut Berg ist gern ungewöhnliche Wege gegangen. So hat er beispielsweise ein Praktikum bei Burger King in Garbsen gemacht. Quelle: Markus Holz (Archiv)

Ein Thema, das Garbsen aus Sicht von Berg noch lange bewegen wird, ist der Mangel an bezahlbarem Wohnraum. „Das Thema ist existenziell. Ich würde sogar sagen: Daran entscheidet sich der soziale Frieden in Garbsen. Und der scheint mir derzeit gefährdet“, sagt Berg. Das hat er in seinem Arbeitsalltag ganz praktisch erlebt: Etwa, wenn Betriebe aus Garbsen Auszubildende gesucht und außerhalb von Garbsen gefunden hatten. „In einigen Fällen ist es dann einfach daran gescheitert, dass die jungen Leute keine Wohnung gefunden haben, die sie sich leisten konnten“, berichtet Berg. Mit diesem Problem werde sich sein Nachfolger sicher befassen müssen.

Zurück in die Heimat

Und was wird die Zukunft für den 64-Jährigen bringen? Erstmal wird Berg zu seinen Wurzeln zurückkehren, also in den Landkreis Lüchow-Dannenberg. „Wahrscheinlich werde ich mich dort demnächst wieder in der Kommunalpolitik engagieren“, sagt der Sozialdemokrat. In Hannover wird er sich aber auch weiterhin ab und an blicken lassen. Denn ihm liegen vor allem die Bundesliga-Basketballerinnen des TK Hannover am Herzen, die er ehrenamtlich unterstützt. Nein, nicht mehr als Trainer oder Schiedsrichter wie früher. Die sportlichen Hochzeiten sind vorbei, räumt Berg ein. Aber als Berater auf seinem Fachgebiet kann er den Frauen ohnehin besser helfen: „Ich kümmere mich um ihre berufliche Anschluss-Planung.“

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