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Garbsen Vorreiterschule Berenbostel: 260 Lehrer aus ganz Deutschland lernen Umgang mit Tablets
Umland Garbsen

Garbsen: Lehrer suchen an der Oberschule Berenbostel Impulse für Digitalisierung an Schulen

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10:03 31.10.2019
Bewegungsanalyse per Tablet für den perfekten Handstand: Meike Bode (rechts) filmt Wiebke Drath. Quelle: Jutta Grätz
Berenbostel

Der Digitalpakt, der Schulen in den nächsten Jahren für die Digitalisierung fit machen soll, ist auf dem Weg. Viel Geld des Fünf-Milliarden-Programms fließt dabei in technische Ausstattung und Infrastruktur von Schulen. Doch wie können Lehrer fit gemacht für das Lernen und Lehren in der digitalen Welt? Und wie wird sich mit dem Einsatz neuer Medien der Unterricht verändern? Mit diesen Fragen haben sich am Dienstag und Mittwoch 260 Lehrer an der Oberschule Berenbostel (OBS) beschäftigt. Die Pädagogen waren aus dem ganzen Bundesgebiet und sogar aus Luxemburg angereist. Der Name der zweitägigen Fortbildung „Fit4Tablets“ war Programm: Im Fokus stand das Lernen mit Tablet-Computern.

Die OBS organisierte die Veranstaltung im Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Institut für schulische Qualitätsentwicklung bereits zum zweiten Mal. Die Schule gilt mit Tablet-Klassen, in denen Schüler mit eigenen mobilen Computern lernen und arbeiten, als Vorreiter in Garbsen und in der Region Hannover. Denn dort wird digitales Arbeiten bereits seit dem Schuljahr 2016/17 groß geschrieben.

Wie können Lehrer fit gemacht fürs Lernen und Lehren in der digitalen Welt? Damit haben sich 260 Pädagogen aus ganz Deutschland bei „Fit4Tablets“ an der Garbsener Oberschule Berenbostel beschäftigt.

„Mittlerweile arbeiten rund 300 unserer aktuell 480 Schüler mit Tablets“, sagt Schulleiter Axel Dettmer. Dazu zählen die elf Klassen der fünften bis siebten Jahrgänge und auch Schüler der achten und zehnten Klasse. Derzeit seien bereits 34 Klassen- und Fachräume mit großen Bildschirmen und Beamern ausgestattet. „Wir hoffen, dass in zwei Jahren alle unsere Schüler mit den mobilen Geräten ausgestattet und alle 50 Räume digital aufgerüstet sind“, sagt Bernd Boeck von der OBS und mit Kollege und Lehrerausbilder Jan Vedder Initiator des Mediencamps „Fit4Tablets“

Hendrik Anterhaus, Sportlehrer an der Oberschule Berenbostel, erklärt den Workshop-Teilnehmern, wie sich Tablets im Sportunterricht nutzen lassen. Quelle: Jutta Grätz

„Der Informationsbedarf ist hoch“

Dass die technische Ausrüstung nur ein Baustein auf dem Weg zum digitalen Lernen ist, zeigte sich am Mittwochvormittag in der vollbesetzten Aula. „Der Informationsbedarf und der Wunsch nach Vernetzung sind hoch“, sagt Initiator Vedder. So wie bei Kathrin Becker, Leiterin des Kurt-Schwitters-Gymnasiums aus Hannover, und ihren Kollegen. „Wir fangen gerade an, über den Einsatz von Tablets nachzudenken“, sagt Becker. Sie erhoffe sich von der Fortbildung nicht nur einen regen Austausch, sondern auch praktische Beispiele und Ideen.

Diese bekamen die Teilnehmer in 45 Workshops, in denen Lehrer und Referenten zeigten, wie sich Tablets unterstützend im Unterricht einsetzen lassen – ob in Mathematik, Englisch oder im Musikunterricht. Sportlehrer Hendrik Anterhaus erklärte, wie sich mit dem Tablet Bewegungen bei der Rolle vorwärts oder beim Handstand filmen und später analysieren lassen. Und Jan Ertmann, wie unterhaltsam und modern Englischunterricht ablaufen kann – mit Reportagen und Aufgaben über Plastikmüll oder das Schulleben in London. „Zwei iPad-Koffer und andere Ausstattung haben wir schon“, sagte Silke Seidel, Lehrerin am Garbsener Johannes-Kepler-Gymnasium. „Wir warten aber auf den Breitbandanschluss, so dass komplette Klassen online gehen können.“

Referent Jan Ertmann erklärt, wie digitale Medien den Englischunterricht unterstützen können. Quelle: Jutta Grätz

Und wie kreativ und sicher die Oberschüler selbst bereits digitale Medien nutzen, präsentierten sie den Lehrern an ganz praktischen Beispielen. Siebtklässler Bennet hatte mithilfe einer App Musik komponiert, seine Mitschülerinnen hatten digital eine eigene Wohnung geplant - dreidimensional und mit Wand- und Bodenbelägen.“Das ist schon beeindruckend“, war von den Teilnehmern zu hören.

„Bildung ist viel mehr als ein Klick“

Für mehr Offenheit gegenüber dem Einsatz digitaler Medien im Unterricht plädierte Sebastian Schmidt, Realschullehrer aus dem bayerischen Neu-Ulm, in seinem Impulsvortrag. Der Pädagoge gilt als Vorreiter des Lernens in der digitalisierten Welt. „Holen Sie die Schüler dort ab, wo sie stehen“, appellierte er an die Lehrer. Das Digitale sei mittlerweile eine eigene Kulturtechnik wie das Buch. Lehrer müssten die Schüler jedoch intensiv darauf vorbereiten und sie für den Umgang sensibilisieren. Aber das Digitale sei kein Selbstzweck, sondern diene dazu, das Lernen spannender und die Ergebnisse besser zu machen – sozusagen als Begleiter und Verstärker. „Bildung ist viel mehr als ein Klick“, betonte Schmidt. jgz

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Von Jutta Grätz

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