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Garbsen Mieten in Garbsen sind seit 2012 um 32 Prozent angestiegen
Umland Garbsen

Garbsen: Mieten in Garbsen sind seit 2012 um 32 Prozent angestiegen

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08:00 16.10.2019
Teilweise mehr als 9 Euro pro Quadratmeter: Besonders bei kleineren und neu gebauten Wohnungen steigen die Preise deutlich an. Quelle: Gerko Naumann (Archiv)
Garbsen

Bei etwa 6 Euro lag 2011 in Garbsen der Quadratmeterpreis für eine Wohnung im Neubau, mit einer Größe von 45 bis 65 Quadratmetern. Acht Jahre später zahlen Mieter für den Quadratmeter in einer vergleichbaren Wohnung mehr als 8 Euro. Das geht aus dem Mietspiegel der Stadt Garbsen für das Jahr 2019 hervor. „Die Mietpreise in der Stadt haben eine unverhältnismäßige Entwicklung genommen“, sagt Victor Perli, Abgeordneter der niedersächsischen Linken im Deutschen Bundestag.

Quadratmeterpreis ist auf 7,50 Euro angestiegen

Anfang September hatte sich der Politiker nach der Entwicklung der Mieten in den 14 größten Städten in Niedersachsen erkundigt. Mit mehr als 60.000 Einwohnern zählt Garbsen dazu. Aus der Antwort des Innenministeriums geht hervor, dass der Quadratmeter bei Neuvermietung im Jahr 2012 noch durchschnittlich 5,66 Euro kostete. 2018 war er bereits auf 7,50 Euro angestiegen. Im Schnitt erhöhten sich die Mieten in diesem Zeitraum pro Jahr um etwa 5 Prozent. Insgesamt zahlen Mieter mittlerweile mehr als 30 Prozent mehr als noch 2012.

Aus der Antwort geht zudem hervor, dass in vergleichbaren Städten wie Celle (70.000 Einwohner) und Hameln (57.000 Einwohner) der Quadratmeterpreis ein wenig langsamer anstieg. Aber auch dort zahlen die Mieter deutlich mehr als noch vor sechs oder sieben Jahren. In der Landeshauptstadt Hannover zahlen Mieter mittlerweile durchschnittlich 8,86 Euro pro Quadratmeter. 2012 waren es noch 6,22 Euro.

„Mietpreise haben eine unverhältnismäßige Entwicklung angenommen“, sagt Victor Perli, Bundestagsabgeordneter der niedersächsischen Linken. Quelle: Alexander Klebe

Mieten steigen deutschlandweit

Diesen Trend bestätigt auch eine aktuelle Erhebung des Statistischen Bundesamts: „Die aktuelle Lage auf den Wohnungsmärkten der Metropolen in Deutschland hat dazu geführt, dass Haushalte, die ab 2015 eine Wohnung neu angemietet haben, überdurchschnittlich hohe Mieten zahlen“, heißt es in der Mikrozensus-Zusatzerhebung zur Wohnsituation in Deutschland für das Jahr 2018. In Niedersachsen liegt die durchschnittliche Nettokaltmiete bei 6 Euro, ab dem Einzugsjahr 2015 bei 6,60 Euro.

Garbsen zählt zwar nicht zu den Metropolen, der Anstieg der Mieten macht sich aber auch hier bemerkbar. Wie stark die Mietpreise in die Höhe schnellen, hängt stark von Wohnungsgröße und Baujahr ab. Mit einem Quadratmeterpreis von mehr als 9 Euro sind dem Mietspiegel 2019 zufolge kleine Wohnungen mit einer Größe von 25 bis 45 Quadratmetern, die seit 2014 gebaut wurden, am teuersten. Dagegen ist der durchschnittliche Quadratmeterpreis bei großen Wohnungen ab 85 Quadratmeter, die vor 1967 entstanden, mit 5,68 Euro noch relativ gering.

Zu wenig bezahlbarer Wohnraum

„Wie sorgt die Stadtverwaltung für ein ausreichendes Angebot an bezahlbarem Wohnraum?“, fragte die SPD-Fraktion bereits im August 2016. In Garbsen sei die Nachfrage durch versäumten Neubau bei gleichzeitig wachsender Bevölkerung empfindlich angestiegen, heißt es in einer Ratsanfrage. Schon damals ging die Verwaltung davon aus, dass sich der Bedarf in Zukunft weiter erhöhen wird. „Trotz großem Bemühen der Bundes- und Landesregierung, die die Mittel für den sozialen Wohnungsbau erheblich aufgestockt haben, werden diese in der Praxis nur sehr zögerlich abgerufen“, ist in der Antwort der Stadtverwaltung zu lesen.

Auch drei Jahre später ist der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum in Garbsen nach wie vor sehr groß – und wird angesichts ständig steigender Mieten immer dringender. Vor allem die SPD-Fraktion im Rat bringt das Thema immer wieder auf die Tagesordnung: In einem kürzlich eingereichten Antrag schlägt die Fraktion vor, das Angebot an bezahlbaren Wohnungen in Garbsen zu erhöhen und Belegrechte für Wohnungen anzukaufen. Das heißt, die Stadt sichert sich das Recht, den Mieter für diese Wohnung vorzuschlagen.

Derzeit hat die Stadtverwaltung 228 Wohnungen mit Belegrechtsbindung. Bis 2025 werden allerdings 165 Wohnungen aus der Bindung herausfallen. Dieser Entwicklung stehe eine deutlich höhere Nachfrage entgegen, so die SPD. Deshalb sollen Belegrechte angekauft werden.

Linke fordert Deckelung der Mieten

Die niedersächsische Linke will mit einer gesetzlichen Deckelung der Mieten das immer schnellere Ansteigen vermeiden. „Die aktuellen Mieten sollen als Sofortmaßnahme nach Berliner Vorbild für fünf Jahre eingefroren und zugleich regionale Höchstmieten festgelegt werden“, so der Abgeordnete Perli.

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Von Linda Tonn

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