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Garbsen Wie wollen Sie mehr Krippenplätze schaffen, Herr Kählke?
Umland Garbsen

Garbsen: Neuer Fachbereichsleiter Michael Kählke im Interview

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09:46 21.11.2019
„Wir müssen heute darüber nachdenken, wie der Unterricht in fünf Jahren aussehen soll“: Der neue Fachbereichsleiter Michael Kählke ist unter anderem für die Ausstattung der Schulen in Garbsen zuständig. Quelle: Gerko Naumann
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Garbsen

Michael Kählke ist neuer Fachbereichsleiter für Bildung, Kinder und Jugend sowie Sport und Kultur in Garbsen. Er hat zum 1. Juli die Nachfolge von Monika Probst angetreten. Die ist zur Schul- und Sozialdezernentin gewählt worden – und damit Kählkes direkte Vorgesetzte. Im Interview spricht der 41-Jährige über Turnschuhe am Arbeitsplatz und fehlende Krippenplätze in Garbsen.

Guten Tag, Herr Kählke. Darf ich mit einer persönlichen Bemerkung anfangen? Sie sehen nicht so aus, wie ich mir den typischen Verwaltungsbeamten vorstelle.

Sie meinen wegen des Barts? (lacht) Aber im Ernst: Ich bin jetzt schon mehrfach auf mein Äußeres angesprochen worden. Mir ist es wichtig, authentisch zu bleiben. Deshalb trage ich je nach Anlass Sneakers oder Krawatte.

Warum haben Sie sich auf die Stelle in Garbsen beworben?

Ich habe die Ausschreibung zufällig im Internet gesehen und war direkt interessiert. Mit dem Thema Bildung habe ich beruflich vom ersten Tag an zu tun. Außerdem wollte ich gern zurück in meine alte Heimat. Ich bin in Neustadt geboren und im Landkreis Nienburg aufgewachsen und war zuletzt in Oldenburg als Leiter der Kirchenverwaltung tätig. Das Vorstellungsgespräch in Garbsen ist dann sehr positiv verlaufen. Der Funke zwischen mir und Frau Probst ist schnell übergesprungen – wie man so schön sagt.

Zur Person

Michael Kählke wurde 1978 in Neustadt geboren. Aufgewachsen ist er im Landkreis Nienburg, wo seine Eltern heute noch leben. Nach dem Abitur und dem Zivildienst studierte er Allgemeines Verwaltungsrecht an der Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege in Hildesheim.

Anschließend arbeitete der 41-Jährige von 2002 bis 2014 in verschiedenen Posten beim Kirchenamt Hildesheim. 2014 wechselte er zur Stadt Wolfsburg, bei der er die Abteilung Kindertagesbetreuung leitete. 2016 kehrte er zur Kirche zurück und war als Leiter der Kirchenverwaltung in Oldenburg tätig. In seinem Berufsleben hat Kählke also schon einiges erlebt. In der Verwaltung der Stadt Garbsen will er nun langfristig bleiben: „Jetzt ist es auch mal Zeit, um anzukommen.“

Zu Ihrem Aufgabenbereich gehört auch die Ausstattung der Schulen in Garbsen. Da warten große Herausforderungen.

Genau das macht doch den Reiz aus. Ich hatte schon immer den Wunsch, etwas Sinnvolles zu tun und zu gestalten. Das kann ich hier – natürlich immer in enger Abstimmung mit der Verwaltungsspitze und der Politik in Garbsen. Es geht zum Beispiel darum, sinnvoll neue Medien in den Schulen einzusetzen. Wir müssen heute darüber nachdenken, wie der Unterricht in fünf Jahren aussehen soll. Dazu suche ich den engen Kontakt mit den Schulleitungen.

Und wie stehen Sie zum geplanten Neubau der IGS?

Ich habe ja nicht die ganze Debatte mitbekommen, finde sie aber sehr spannend. Die Aufgabe der Stadtverwaltung sehe ich darin, eine für die Stadt gute Entscheidung herbeizuführen. Das bedeutet: Wir müssen gute Konzepte erstellen, um die Politiker auf ihre Entscheidung vorzubereiten.

Welche Pläne haben Sie für die Grundschulen?

Dort wird es vor allem um das Thema Ganztagsbetreuung gehen. Sollte es wie geplant ab 2025 einen Rechtsanspruch darauf geben, müssen wir vorbereitet sein. Wir brauchen ein bedarfsgerechtes Angebot. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass wir an der einen oder anderen Stelle noch einen Mensa-Neubau brauchen werden.

Bei den Krippenplätzen steht Garbsen im Vergleich zu anderen Kommunen in der Region schlecht da. Wie wollen Sie das ändern?

Grundsätzlich hilft nur: bauen, bauen, bauen. Und das tun wir gerade mit der neuen Kita auf dem Campus-Gelände. Danach folgt der Neubau der Kita Murmelstein. Parallel versuchen wir, Krippengruppen in bestehenden Einrichtungen einzurichten. Momentan gibt es Überlegungen für eine neue Gruppe in der AWO-Kita am Kleegrund und in der evangelischen Kindertagesstätte Osterwald.

Sie tragen die Verantwortung für rund 140 Mitarbeiter. Belastet Sie das?

Damit habe ich bereits Erfahrung. In Oldenburg war ich sogar für 250 Mitarbeitende zuständig. Eine große Herausforderung wird es jedoch, verdiente Mitarbeitende zu ersetzen, die bald in den Ruhestand gehen oder dies schon getan haben. Da wären etwa Karin Schleiermacher (Freiwilligenagentur), Rose Scholl (Leiterin des Stadtarchivs) und Uwe Witte (Leiter der Abteilung Kultur und Sport).

Richtig. Der Bereich Kultur gehört auch zu Ihren Aufgaben ...

... und das reizt mich persönlich sehr. Privat singe ich derzeit in vier Chören. Das Hobby muss ich allerdings bald reduzieren, so viel Zeit bleibt bei dem Job ja nicht.

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Von Gerko Naumann

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