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Garbsen Publikum feiert Theaterpremiere von „Ein Käfig voller Narren“
Umland Garbsen

Garbsen: Publikum feiert Theaterpremiere von „Ein Käfig voller Narren“

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17:34 15.09.2019
Kongeniales Paar: Albin/Zaza (Lilo Wanders, links) und Georges (Gregor Eckert). Quelle: Jutta Grätz
Garbsen-Mitte

Mit der Komödie „Ein Käfig voller Narren“, inszeniert von Florian Battermann, ist am Sonnabend im Forum der IGS die neue Theatersaison in Garbsen eröffnet worden. Mit der Auswahl des Stücks aus der Feder von Jean Poiret hatten Carolin Röser und Vera Brand vom Garbsener Kulturbüro ein gutes Händchen bewiesen: Das Publikum feierte das achtköpfige Ensemble und besonders den Star der Besetzung – Travestiekünstlerin Lilo Wanders in ihrer Rolle als Albin/Zaza – mit vielen Lachern und am Ende mit Applaus.

Dialoge wie Peitschenhiebe

Das turbulente Verwirrspiel um Ausgrenzung und Moral, Toleranz und Vergänglichkeit nahm aber erst im zweiten Teil so richtig Fahrt auf. Noch in der Pause sagte ein Besucher: „Viel Klamauk statt Komödie.“ Mit dem Song „I Am What I Am“ (Ich bin, was ich bin“) von Gloria Gaynor waren die Zuschauer in die Pause entlassen worden. Das Lied wurde zur Hymne des Abends, an dem es vor allem um Selbstbestimmung ging.

Battermann gelang es, das mehr als 40 Jahre alte Theaterstück in die Jetztzeit zu holen. Und er zeigte, wie aktuell diese schwule Familienkomödie noch immer ist. 1973 kam die französische Vorlage in Paris erstmals auf die Bühne – da wurde in Deutschland der sogenannte Schwulen-Paragraf 175 erneut reformiert, aber noch lange nicht abgeschafft. Im Mittelpunkt der Handlung: ein homosexuelles Paar, bestehend aus Georges (Gregor Eckert), dem Besitzer des Nachtclubs Der Narrenkäfig, und Albin (Lilo Wanders), der als Dragqueen Zaza der Star des Clubs ist. Die beiden liefern sich Dialoge im Stakkato – mal aufreizend, mal liebevoll, mal hart wie Peitschenhiebe.

Und dann ist da noch Laurent (Michael Jäger), Georges’ Sohn aus einem einmaligen heterosexuellen Abenteuer, der ausgerechnet Muriel heiraten will, die Tochter des erzkonservativen Politikers Monsieur Dieulafoi. Damit beginnt ein turbulentes Wirrwarr. Albin soll versteckt und eine konventionelle Familie vorgetäuscht werden. Der (sehr) leicht bekleidete Jacob (schön schrill und mit lautem Beifall bedacht: Gurmit Bhogal) soll zum braven Hausboy werden.

Wanders in Paraderolle

Als Albin beziehungsweise Zaza zeigte sich Wanders ganz in ihrem Element. Sie war nicht nur Verwandlungskünstlerin, sondern auch verletzlich, haderte mit der verblassenden äußeren Schönheit und zeigte sich – das ist selten zu sehen – fast ohne Make-up und Perücke. Zum Schluss trugen auch alle anderen Männer Frauenkleider: vom grünen Paillettenfummel bis zum schwarzen Charlestonkleid.

Battermann gelang mit der Inszenierung eine eindringliche Hommage an die Toleranz und gegen Ausgrenzung – ganz ohne Zeigefinger. „Das Stück war super“, sagte Zuschauerin Renate Detlefsen. „Sehr authentisch.“

Turbulent, schrill und eine Hommage gegen Ausgrenzung: Das Theaterstück „Ein Käfig voller Narren“, inszeniert von Florian Battermann, hat am Sonnabend die Theatersaison 2019/2020 in Garbsen eröffnet.

Das weitere Theaterprogramm des Garbsener Kulturbüros finden Sie hier.

Von Jutta Grätz

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