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Garbsen In Kita vergessener Junge: So reagieren die anderen Träger
Umland Garbsen

Garbsen: Reaktionen anderer Träger auf in Kita Kreuzsteinkrümel vergessenen Jungen

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19:00 06.02.2020
Wie konnte ein schlafendes Kleinkind in einer Kita in Garbsen vergessen werden? Das fragen sich auch die Verantwortlichen der anderen Träger. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa (Symbolbild)
Garbsen

Der Fall des in der Kita Kreuzsteinkrümel vergessenen Jungen ist weiter Gesprächsthema in Garbsen. Eltern und Mitarbeiter anderer Einrichtungen fragen sich, wie es zu dem Vorfall kommen konnte. Das 22 Monate alte Kind hatte geschlafen und wurde nach Kita-Schluss allein in der Einrichtung gelassen. Als seine Großeltern ihn abholen wollten, standen sie vor verschlossenen Türen. Die Polizei holte den verängstigten, aber unverletzten Jungen wenig später aus dem Gebäude in Altgarbsen heraus und übergaben ihn seiner Mutter.

Kerstin Jennrich kann sich nicht erklären, wie es überhaupt zu so einem Fall kommen konnte. Sie ist gelernte Erzieherin und Geschäftsführerin der vier katholischen Familienzentren der Kirchengemeinde St. Raphael. Deren Mitarbeiterinnen würden niemals Krippenkinder unbeaufsichtigt im Schlafraum allein lassen, betont Jennrich: „Es ist immer mindestens eine Erzieherin anwesend, wenn die Kinder schlafen.“

Eltern sollen sich verabschieden

Spätestens beim Abholen wäre aufgefallen, dass der Junge noch da ist, ergänzt Jennrich. In einem sogenannten Gruppenbuch wird in den allen kirchlichen Kitas täglich dokumentiert, welches Kind morgens gebracht und nachmittags abgeholt worden ist. „Wir weisen auch die Eltern darauf hin, sich ausdrücklich bei den Erzieherinnen zu verabschieden“, so die Geschäftsführerin.

„So etwas ist bei uns ausgeschlossen“, sagt auch Knud Hendricks von der AWO Bezirk Hannover, der dort unter anderem für die Kindertagesstätten verantwortlich ist. Zum Qualitätsmanagement der bislang fünf AWO-Kitas in Garbsen gehöre es, dass niemals Kinder allein in einem Raum schlafen dürfen. Das ergebe sich schon aus den gesetzlichen Vorschriften. Deshalb sei immer mindestens eine Mitarbeiterin im Raum, solange Kinder schlafen. Der Verband ist ab Mai für die sechste Kita im Stadtgebiet verantwortlich – sie wird auf dem Gelände des Campus Maschinenbau in Garbsen-Mitte eröffnet.

Karin Kummer-Trull vom Paritätischen Verein für Jugendwohlfahrt Garbsen, ebenfalls Träger mehrerer Kitas in Garbsen, kann sich ihren Kollegen nur anschließen. Auch sie hält einen Fall wie den des Kleinkindes in Altgarbsen in ihren Einrichtungen für nahezu ausgeschlossen. „Bei uns sind bis zum Schluss immer zwei Fachkräfte im Gebäude“, sagt sie. Eine der beiden geht vor dem Abschließen noch einmal alle Räume ab und schaut, ob wirklich keine Kinder mehr da sind. Das bestätigt sie dann schriftlich auf einem Plan mit ihrem Kürzel. „Zum Glück scheint für den Jungen und die Familie alles recht glimpflich ausgegangen zu sein“, sagt Kummer-Trull.

Sprecher entschuldigt sich für Fehler

Ein Sprecher der Kita Die Kreuzsteinkrümel hat sich derweil noch einmal in einer Stellungnahme entschuldigt. „Die Erzieherinnen sind selbst tief erschüttert von diesem Vorfall. Sie übernehmen dafür die volle Verantwortung und entschuldigen sich aufrichtig bei der Familie und dem Kind, dass ihnen dieser Fehler passiert ist“, schreibt er. Der Vorstand bedauere den Vorfall ebenfalls sehr und hoffe, „dass wir mit allen Eltern der Einrichtung weiterhin gut zusammenarbeiten können.“

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Von Gerko Naumann

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