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Garbsen SPD zeichnet Vera Brand mit Dieter-Wallraff-Preis aus
Umland Garbsen

Garbsen: SPD zeichnet Vera Brand mit Dieter-Wallraff-Preis aus

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14:00 07.11.2019
"Unermüdlicher Einsatz zum Wohle aller Garbsener": Der SPD-Vorsitzende Rüdiger Kauroff (links) und der Fraktionsvorsitzende Karsten Vogel überreichen den Preis an Vera Brand. Quelle: Linda Tonn
Berenbostel

„Keine Angst, die Kultur geht weiter“, sagt Vera Brand am Mittwochabend. In den Händen hält sie die Urkunde des Dieter-Wallraff-Preises 2019 – verliehen vom Ortsverband Garbsen der SPD und der Ratsfraktion. Zum 13. Mal hat die Partei den Preis für herausragende Leistungen im Kultur- und Sportbereich vergeben. „Sieben Jahre haben wir den Preis nicht verliehen“, sagt der Vorsitzende Rüdiger Kauroff. „Aber er ist genau das Richtige für Vera Brand und wir übergeben ihn ihr quasi fast zum Abschied in den Ruhestand.“

Kulturverein löst sich auf

Denn zum Ende des Jahres wird die Vorsitzende des Kulturvereins ihr Amt aufgeben, auch der Verein löst sich auf. 42 Jahre lang haben die Mitglieder um Brand das kulturelle Leben in Garbsen maßgeblich gestaltet und weiterentwickelt – 35 Jahre davon war sie die Vorsitzende. Unermüdlich habe sich die Preisträgerin dafür eingesetzt, die Garbsener mit einem bunten Kulturprogramm zu unterhalten, sagt Laudator Kauroff. „Zweck und Absicht ihrer Arbeit war es, die eigene Freude, die eigenen Empfindungen an andere weiterzugeben.“

Kulturelle Impulse für die Stadt

Um zu verstehen, was Brand für die Stadt Garbsen geleistet hat, lohnt sich ein Blick zurück. In den Sechzigerjahren explodierte die Stadt: 10.000 Menschen zogen in den Stadtteil Auf der Horst, Schulen und Kindergärten wurden gebaut. „Und irgendwann tauchte die Frage auf: Was ist eigentlich mit der Kultur“, skizziert Kauroff die Situation. Erst 1977 wurde der Kulturverein gegründet, 1984 wurde Mitgründerin Brand zur ersten Vorsitzenden gewählt. „Einen Glücksgriff“ nennt der Laudator die Gründung des Vereins. „Von dieser Institution gingen kulturelle Impulse aus, die zur Bereicherung des kulturellen Lebens in Garbsen führten.“

Brand sei mit ihrer Spontaneität und ihrem Ideenreichtum und ihren guten Kontakten zu Theatern und Konzertagenturen eine der Haupttriebfedern gewesen, so Kauroff. Und das vor allem in ehrenamtlicher Arbeit. Unter ihrem Vorsitz entstanden 1993 die Kulturtage, von denen bis heute das Parkpanoptikum an Pfingsten übrig geblieben ist. Zudem sorgt der Kulturverein, dessen Arbeit nun als städtisches Kulturbüro von Carolin Röser weitergeführt wird, in jeder Spielzeit für ein umfangreiches Programm – mit Theater, Kabarett, Musik und Kleinkunst.

„Ein Kreis schließt sich“

„An diesem Abend schließt sich ein Kreis“, sagt Kauroff. Denn Brand war 1993 die erste Preisträgerin des Kulturpreises der Stadt Garbsen. „Dieter Wallraff, damals SPD-Ratspolitiker in Garbsen, hat sich besonders für sie als Preisträgerin eingesetzt.“ Und nun, 26 Jahre später, nehme Brand den nach dem verstorbenen Garbsener Politiker benannten Preis entgegen. Vergangene Preisträger waren der Förderkreis Leselust, die Big Band Berenbostel und der Kneippverein.

„Ich bin froh, dass sich diese Arbeit machen durfte“, so Brand. Auf nur zwei Dinge in ihrem Leben sei sie besonders stolz: auf ihre vier Kinder und den Aufbau der Kultur in Garbsen. Sie sei froh, dass die Arbeit des Kulturvereins nun in Ruhe in städtische Hände übergeben werde, sagt die Geehrte. Was der Verein aufgebaut habe, sei nicht mehr ausschließlich ehrenamtlich zu bewältigen.

Wie geht es nach ihrem Rückzug weiter? „Eine Berufsgroßmutter werde ich sicherlich nicht“, sagt Brand. Sie engagiere sich weiterhin in verschiedenen Kulturinitiativen und fahre gerne nach Venedig. „Es gibt genug, was ich tun kann.“

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Von Linda Tonn

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