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Garbsen Schüler aus der polnischen Partnerstadt sind im GSG zu Gast
Umland Garbsen Schüler aus der polnischen Partnerstadt sind im GSG zu Gast
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13:59 03.04.2019
"Eine andere Kultur kennenlernen": Michalina (links) aus Polen erarbeitet mit ihrer Gruppe eine Seite für einen deutsch-polnischen Stadtplan. Quelle: Linda Tonn
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Berenbostel

Anfangs seien vielen Schüler noch skeptisch gewesen, erinnert sich Markus Stüber. Ein Austausch nach Polen? Ob das so spannend ist? Das war zu Beginn der 2000er-Jahre. Mittlerweile müssen sich Stüber und sein Kollege Roberts Ulferts vom Geschwister-Scholl-Gymnasium keine Sorgen mehr machen, wenn sie Interessierte für den Austausch mit einer Schule in Garbsens Partnerstadt Wrzesnia suchen. Mehr als 15 Plätze können sie nicht anbieten – und die sind auch in diesem Jahr wieder alle besetzt. In dieser Woche haben die Schüler des GSG für eine Woche 15 Partnerschüler aus Polen zu Gast. Im kommenden Jahr reisen den Garbsener aus den neunten und zehnten Jahrgängen nach Wrzesnia. „Bei uns lernen die Schüler Deutsch als zweite Fremdsprache“, sagt Olga Przyjemska von der polnischen Partnerschule ZSTIO. Viele seien sehr interessiert am Nachbarland, die wenigsten seien schon einmal nach Deutschland gereist.

Neue Kultur kennenlernen

Von Berührungsängsten und Vorurteilen ist in den beiden Computerräumen wenig zu spüren: Gemeinsam arbeiten die Schüler an einem deutsch-polnischen Stadtführer für Hannover. Die 15-jährige Senta schreibt zusammen mit der 17-jährigen Michalina einen Text zur Aegidienkirche in der Innenstadt. Die Tastatur können sie umstellen – dann funktionieren auch die polnischen Akzente. Und die Verständigung klappt am besten auf Englisch. „Ich finde es aufregend, ein neues Land und eine neue Kultur kennenzulernen“, sagt Michalina. Was ihr besonders an Garbsen gefällt? „Die viele Natur und die bunten Bäume.“ Für die 14-jährige Darja ist es der zweite Schüleraustausch. Die Garbsenerin war schon in Spanien. Sie findet es wichtig, etwas über das Nachbarland zu wissen, und ist gespannt auf ihren Aufenthalt in Polen. „Für mich ist es schon interessant zu sehen, wie sich die anderen Jugendlichen verständigen“, sagt sie. Auf das polnische Schulsystem sei sie gespannt: „Das ist ganz anders als in Deutschland, das haben wir schon mitbekommen.“

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Jeweils 15 Schüler aus beiden Ländern kommen seit 2002 beim Austausch zusammen. Quelle: Linda Tonn

Der Austausch zwischen den Partnerstädten, der seit 2002 besteht, sei lebendig, findet Przyjemska. „Viele Teilnehmer haben danach auch noch über E-Mail oder die sozialen Netzwerke Kontakt.“ Die Schüler hätten verstanden, dass es nicht immer nur Barcelona sein müsse und dass die deutsch-polnische Partnerschaft wichtig sei, sagt Stüber. „Solche Kontakte sind ein wichtiger Baustein für die europäische Einigung.“

Das sind Garbsens Partnerstädte

Die Stadt Garbsen hat fünf Partnerstädte weltweit: Hérouville-St.-Clair in Nordfrankreich, den Bassetlaw District in England, Farmers Branch im Süden der USA, Wrzesnia in Polen und Schönebeck in Sachsen-Anhalt. Vor allem Vereine und Schulen füllen diese Partnerschaften, die teilweise seit den Sechzigerjahren bestehen, mit Leben – etwa durch Schüleraustausche und gegenseitige Besuche. Derzeit arbeitet zum Beispiel eine junge Studentin aus Hérouville-St.-Clair im Rathaus. Auch Plätze und Straßen in Garbsen sind den Partnerstädten gewidmet: der Hérouville-St.-Clair-Platz in Auf der Horst, die Schönebecker Allee über die A2, die Wreschener Allee in Berenbostel und der Farmers-Branch-Platz in Garbsen-Mitte. Umgekehrt gibt es in Worksop (Bassetlaw District) einen Garbsen-Court, in Wrzesnia den Rondo Garbsen. ton

Von Linda Tonn

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