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Garbsen GSG-Schüler glänzen in „Dreigroschenoper“
Umland Garbsen

Garbsen: Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums GSG in Garbsen-Berenbostel inszenieren Dreigroschenoper

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14:57 29.09.2019
Polly Peachum (Greta Söderberg, 15) mit ihrem Vater Jonathan (Felix Maier). Quelle: Markus Holz
Berenbostel

Das ist einfach stark, was die Schüler, Lehrer und Musiker des Geschwister-Scholl-Gymnasiums am Sonnabend in der Premiere der „Dreigroschenoper“ gezeigt haben. Sie überzeugten sowohl stimmlich und darstellerisch als auch musikalisch auf ganzer Linie. „Tolle Stimmen und tolle Musik“, waren sich Zuschauer einig. Der Lohn: Tosender Applaus im Stehen, Johlen und anerkennende Pfiffe nach mehr als drei Stunden professioneller Inszenierung.

Mehr als ein Jahr haben sich die Darsteller und Musiker unter der Regie von Christiane Bettels und Bodo Schmidt an den Stoff angenähert, haben sich Brecht und Weill zu Eigen gemacht und erstaunlich sicher und überzeugend aufgeführt. Die zweite Aufführung beginnt am Sonntag, 29. September, um 17 Uhr in der Aula des GSG, Ludwigstraße 4.

Darsteller bewältigen eine Menge an Text

Im Gegensatz zu früheren Musicals wie „Cabaret“, „Rent“ oder „Wunders Wirtschaft“ hat sich das Ensemble dieses Mal für schwerere Kost aus der Feder von Bertolt Brecht und Kurt Weill (Musik) entschieden. Für das gesellschaftskritische Stück mussten die Darsteller eine schier unglaubliche Menge an schwierigem Text und gesanglichen Herausforderungen bewältigen. Das stellte eine extreme Herausforderung dar, die die Schauspieler gekonnt und ohne Pannen meisterten.

Besonders die Hauptdarsteller Philipp Paßiel als Mackie Messer, Greta Söderberg als Polly Peachum, die Lehrer Felix Maier (Jonathan Peachum) und Kerstin Konieczny als dessen Frau Celia waren extrem gefordert. Aber auch Nebenrollen waren hervorragend besetzt. Für die Musik hatte Bodo Schmidt eine Mischung aus Orchester und Kapelle zusammengestellt mit Fagott und Banjo, mit E-Gitarre und Akkordeon. Die Musik unterstrich perfekt die Wirkung des Stückes.

Es geht um Macht und Geld

Im Stück geht es um den Kampf der beiden skrupellosen Unterweltbosse Macheath (Mackie Messer) und Jonathan Peachum um Macht, Geld und (Doppel)moral – Themen, die nichts an Aktualität eingebüßt haben. Das hat die Darsteller gefesselt. „Erst kommt das große Fressen, und dann kommt die Moral“: Das hat Brecht bereits 1928 angeprangert. Moritatensänger Robert Cushmann setzte das Publikum zu Beginn mit dem Mackie-Messer-Song „Und der Haifisch, der hat Zähne“ auf die richtige Schiene.

Macheath wird verraten

Im Mittelpunkt steht der attraktive Macheath (Philipp Paßiel), der mit seinen Gangstern genauso vom Verbrechen lebt, wie Jonathan Peachum mit seinem Bettler-Imperium. Macheath heiratet Peachums Tochter Polly. Macheath liebt die Huren. Macheath betrügt seine Geliebte Lucy, die Tochter seines Freundes und Polizeichefs Tiger Brown. Er wird verraten und verkauft, steht unterm Strick und wird begnadigt. Die jungen Darsteller und ihre Lehrer spielen all diese unterschiedlichen Stimmungen, Szenen und Botschaften fast so überwältigend wie Profis. Sie geben den Chameur, den Blödmann, die Furie, die Romantische und den Skrupellosen so, als wären sie es selbst – Laientheater auf einem Niveau, das nur noch staunen lässt.

Letzte Inszenierung des Bettels-Schmidt-Duos

Dies war die letzte gemeinsame erfolgreiche Inszenierung von Christiane Bettels (Dramaturgie) und Bodo Schmidt (Musik). Schmidt ist seit Sommer im Ruhestand. Nachfolger ist Felix Maier, in dem ein äußerst ansteckendes schauspielerisches Talent steckt. Er hat viele der anfangs sehr schüchternen Darsteller mitgerissen zu dieser Leistung. Schulleiter Volker Herholt dankte allen drei Pädagogen und den Darstellern für ein Engagement, das weit über das rein Schulische hinausgeht.

Für die Aufführung am 29. September gibt es noch Restkarten an der Tageskasse.

Lesen Sie mehr über zwei der sieben erfolgreichen Musical-Inszenierungen am GSG:

Zivilcourage-Preis Niedersachsen für „Linie 1“ im Jahr 2014 

Wunders Wirtschaft aus dem Jahr 2017 

Schüler und Lehrer des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Garbsen führen die Dreigroschenoper auf. Regie hat Christiane Bettels, musikalischer Leiter ist zum letzten Mal Bodo Schmidt. Impressionen aus der Premiere.

Von Anke Lütjens

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