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Garbsen Hesses Restaurant-Zug ist jetzt angekommen
Umland Garbsen

Garbsen: Schwertransport mit Restaurant-Zug liegt still

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16:13 28.09.2019
Spezialtransporter aus Moers machen sich um Mitternacht auf den Weg an den Rhein. Quelle: Markus Holz
Berenbostel

Der Spezialtransport mit dem Restaurant-Zug von Möbel Hesse ist am Ziel. Er war in der Nacht zu Freitag gestartet. Auf der A2 lösten sich allerdings Bleche, der Konvoi musste stoppen. Nach der Sicherung der Ladung fuhren die Transporter in der Nacht zu Sonnabend weiter und erreichten Moers am Niederrhein.

Mit zwei Stunden Verspätung hatten sich drei Spezialtransporter in der Nacht zu Freitag auf den Weg an den Rhein gemacht: Der Restaurant-Zug von Möbel Hesse hat gegen Mitternacht die Stadt in Richtung Moers verlassen. Fünf Stunden waren für den Transport eingeplant.

Die beiden Speisewagen und der Packwagen, vier Drehgestelle, Bahnschwellen und Gleise waren am Donnerstag in präziser technischer Meisterleistung aus dem Gleisbett auf die Transporter gehoben worden. Danach hieß es für die Fahrer der beiden Schwertransporter mit den langen Speisewagen warten. Sie hatten die Genehmigung, ab 22 Uhr auf die A2 Richtung Niederrhein zu fahren, brauchten bis zur Autobahnauffahrt in Herrenhausen aber Polizeibegleitung. Und die Polizei in Garbsen hatte reichlich zu tun in dieser Nacht. Erst gegen 23.30 Uhr hatte die Besatzung eines Streifenwagens die Zeit, den Weg bis zur A2 freizumachen.

Rangieren um den Kreisel kostet Zeit

Das Rangieren der beiden 35 Meter langen Auflieger samt Zugmaschine war eine ähnlich präzise Meisterleistung wie das gesamte Verladen in den Stunden zuvor. Engpass war der Kreisel vor dem Möbelhaus. Zentimeter um Zentimeter rollten die Schwertransporter unter dem Knacken und Knirschen der Waggons um den Platz, die Zugmaschine nach rechts lenkend und den Auflieger mit seinen sechs Achsen nach links um die Insel. Neun Zuschauer hatten ab 22 Uhr ausgeharrt, um die Abfahrt zu beobachten. Ab 23.30 Uhr standen sie im strömenden Regen.

Angekommen sind drei von fünf

Der Konvoi fuhr vorbei an Horze an der Flemmingstraße, weiter über die Langenhagener Straße auf die B6 und die A2. Wie weit sie gekommen sind, konnten die Ehrenamtlichen der Stiftung Deutsche Eisenbahn (SDE) am Freitag nicht sagen. Die Stiftung hat die Waggons übernommen, wird sie mit viel Zeit und Geld aufarbeiten und wieder auf die Schiene bringen. Sie hatten am Freitagmorgen die beiden Waggons erwartet und die drei Transporter mit dem Packwagen, den Drehgestellen und den Gleisen. Angekommen sind nur die drei letzteren.

Bleche lösen sich während der Fahrt

„Während der Fahrt haben sich bei den Speisewagen mehrere Bleche aus der Verkleidung gelöst“, sagte Klaus Tillmann von der SDE am Freitagabend. Die Fahrer und die Besatzung der Begleitfahrzeuge hätten den Schaden rechtzeitig bemerkt und gestoppt. „Der Transport ist jetzt stillgelegt. Wir wissen noch nicht, wann es weitergeht“, sagte Tillmann.

Der Schaden ist entstanden, weil der Untergrund der weinroten Blechverkleidung die Nieten nicht gehalten hat. Er ist nach 50 Jahren im Regen marode und rostig. Die Waggons stehen beim Transport unter Spannung, verwinden sich und sind dem Fahrtwind ausgesetzt. Einige Bleche haben der Belastung nicht standgehalten. SDE-Mitarbeiter haben noch am Freitagnachmittag Vorbereitungen für die Weiterfahrt getroffen: Sie kauften rollenweise Transportfolie. „Wir werden die beiden Waggons jetzt fest einwickeln und Gurte anlegen, damit Folie und Bleche halten“, sagte Tillmann. Das ist noch am Freitagabend passiert.

„Es ist nur ein bisschen Mehraufwand“

Für den Spezialtransporteur Kahl aus Moers bedeutete die Zwangspause, dass die beiden Transporter am Freitag nicht zur Verfügung standen. Für die SDE bedeutete es, dass sie neue Sondergenehmigungen und polizeiliche Freigaben einholen musste für die Weiterfahrt, dass die Kosten steigen, dass die Kräne zum Abladen neu terminiert werden mussten und dass sich Ehrenamtliche erneut auf den Weg machen mussten zu ihrem gestrandeten Zug irgendwo zwischen Garbsen und Moers. „Ist nur ein bisschen Mehraufwand, aber kein Drama“, sagte Tillmann mit rheinischem Humor. Am Sonnabendmorgen schickte er die Nachricht: Alles wohlbehalten angekommen.

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Von Markus Holz

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