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Garbsen Stadtarchiv lässt alte Pläne restaurieren
Umland Garbsen Stadtarchiv lässt alte Pläne restaurieren
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14:15 22.10.2018
Heinz Landers (von links), Daniela Nowak, Stefan Birkner, Harry Thiele, Manfred Strecker und Monika Probst sehen sich die Karten an, die das Gut Heitlingen zeigen. Quelle: Gerko Naumann
Horst/Heitlingen

Es war nur ein Anruf, aber für die Mitarbeiter des Stadtarchivs in Garbsen war genau dieser Anruf ein seltener Glücksfall. Vor einigen Wochen meldete sich eine Dame aus München, deren Onkel gestorben war und dessen Haushalt sie auflösen sollte. Dabei fand die Dame einige alte Karten und Pläne, die offensichtlich das Rittergut in Heitlingen zeigen. „Die Frau wusste nicht genau, was sie in den Händen hielt und hat zum Glück unsere Nummer gewählt“, sagt Daniela Nowak, die im Stadtarchiv arbeitet. Es stellte sich heraus, dass der Onkel ein gewisser Fritz Dieter Gaudszuhn war, der früher als Gutsverwalter in Heitlingen tätig war.

Mit Feder und Tinte gezeichnet

Dessen Sammlung übergab die Nichte wenig später dem Stadtarchiv und rette sie damit. Einige der Pläne stammen von dem bekannten Gartenarchitekten Wilhelm Hübotter, der von 1895 bis 1976 gelebt hat. Darüber kann sich Nowak noch heute sehr freuen: „Wir dachten, dass die Dokumente längst verschollen sind.“ Bei einer genauen Begutachtung stellten die Fachleute fest, dass die Pläne zwar historisch interessant, aber nicht in bestem Zustand sind. Vor allem die älteste Karte aus dem Jahr 1867 hat mit der Zeit Schaden genommen. „Sie ist handgezeichnet mit Feder und Tinte und befand sich in einem Rahmen“, berichtet Nowak. Als die Archiv-Mitarbeiter sie daraus lösten, merkten sie, dass die Karte aufgeklebt worden ist.

Die alten Karten müssen von Fachleuten restauriert werden. Quelle: Gerko Naumann

Um sie nicht zu beschädigen, beschlossen Nowak und ihre Kollegen, dass alle Karten von Experten restauriert werden sollen. Aber das kostet Geld, nämlich vermutlich rund 1600 Euro. Deshalb wandte sich Archiv-Leiterin Rose Scholl zunächst an den Stadtarchiv-Verein. Dessen Vorsitzender Heinz Landers lies wiederum seine Kontakte spielen, um mögliche Unterstützer zu finden. Das Ergebnis dieser Suche: Der Stadtarchiv-Verein, der Freundeskreis Garbsen, der Lions Club und Harry Thiele, dessen Familie heute auf dem Rittergut lebt, teilen sich die Kosten. Eine Expertin aus Osnabrück soll die alten Dokumente bestmöglich wieder herstellen, danach werden sie gut geschützt in Schubladen im Archiv aufbewahrt. „Bei richtiger Lagerung halten die Karten danach noch für 400 bis 500 Jahre“, sagt Landers.

Fast wie eine Zeitreise

Für Thiele es selbstverständlich, dass sich seine Familie an den Kosten dafür beteiligt. Er prüfe sogar, ob er einen Laubengang aus Holz wieder so herstellen könne, wie er früher ausgesehen habe. „Für mich ist es hochinteressant mehr über die Entwicklung des Gutes zu erfahren, fast wie eine Zeitreise.“

Die alten Karten müssen von Fachleuten restauriert werden. Quelle: Gerko Naumann

Von Gerko Naumann

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