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Garbsen Statt Bordell: Hier öffnet ein Sonderposten-Markt
Umland Garbsen Statt Bordell: Hier öffnet ein Sonderposten-Markt
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14:52 03.04.2019
Mitarbeiter Mattis Rabe baut die Regale auf. Quelle: Gerko Naumann
Altgarbsen

Die Pläne für ein Großbordell im ehemaligen Praktiker-Baumarkt in Altgarbsen sind offenbar endgültig vom Tisch: In dem Gebäude an der Gutenbergstraße öffnet am Donnerstag, 11. April der Sonderposten-Markt Heibart’s Preiskracher. Für viele Anwohner und Politiker in Garbsen dürfte das eine beruhigende Nachricht sein. Zur Historie: Nach der Insolvenz der Baumarkt-Kette Praktiker wurde auch die Filiale in Altgarbsen im Herbst 2013 geschlossen. Anfang 2017 kamen dann in Garbsen die Gerüchte auf, dass dort ein Bordell entstehen könnte.

Im ehemaligen Praktiker-Baumarkt in Altgarbsen öffnet am 11. April auf 4000 Quadratmetern der dritte Sonderposten-Markt in Garbsen. Lange war über die Eröffnung eines Bordells spekuliert worden.

Chef braucht Platz für Gartenmöbel

Von diesen Plänen hat auch Martin Heierhorst aus Neustadt gehört. Für den Geschäftsführer des neuen Sonderposten-Marktes haben sie aber keine Rolle gespielt. Er hat erst vor vier Monaten die erste Filiale von Heibart’s im nahen Kohake-Centrum in Altgarbsen eröffnet – auf 400 Quadratmetern. Kürzlich brauchte er dann spontan entscheidend mehr Platz. „Ich habe einen großen Posten Gartenmöbel aus einer Konkursmasse gekauft“, sagt er. Um die anzubieten, suchte er einen neuen Standort in Garbsen mit mindestens 2000 Quadratmetern Verkaufsfläche – und stieß auf den leer stehenden Baumarkt an der Gutenbergstraße.

Geschäftsführer Martin Heierhorst räumt Camping-Ausrüstung in ein Regal ein. Quelle: Gerko Naumann

Mietvertrag gilt bis Ende des Jahres

Die Gespräche mit dessen Verwalter führten schnell zur Einigung, berichtet Heierhorst. Und so unterschrieb der gelernte Dachdeckermeister einen Mietvertrag für die 4000 Quadratmeter große Halle, der zunächst bis Ende des Jahres gilt. „Es gibt aber eine Option auf Verlängerung“, sagt der Geschäftsführer. Er will dort künftig außer Gartenmöbeln auch Dekoration, Werkzeug, Camping-Ausrüstung und Eisenwaren verkaufen. Dazu hat er sechs Mitarbeiter, die derzeit Regale aufbauen und die Ware einräumen. Die stammt meist aus Geschäften, die schließen mussten – etwa wegen Insolvenz oder eines Brand- oder Wasserschadens. Für Garbsen ist das Geschäft bereits der dritte Sonderposten-Markt nach Jawoll in Berenbostel und Wiglo-Wunderland in Altgarbsen.

Großes Bordell? Großer Protest!

Die Gerüchte über ein geplantes Großbordell in dem ehemaligen Praktiker-Markt haben die Menschen in Garbsen Anfang 2017 monatelang bewegt. Aus Angst um das Image ihres Wohnorts zeigten Politiker aller Parteien, Stadtverwaltung und Anwohner Geschlossenheit im Protest gegen diese Pläne. An der Spitze der Bewegung stand unter anderem SPD-Ratsfrau Erika Böker, die mit ihren Mitstreitern mehr als 4000 Unterschriften gegen das Großbordell sammelte. Darin forderten sie die Stadt auf, „alles zu tun, um das frauenverachtende Projekt zu verhindern“.

Auch Garbsens Bürgermeister Christian Grahl schaltete sich in die Diskussion ein und schrieb einen Brief an den potenziellen Bordell-Betreiber. Da der sich nie namentlich zu erkennen gegeben hatte, war der mit „Sehr geehrter Herr Unerwünscht“ überschrieben. Grahl machte darin klar, dass sich „ die Stadt Garbsen mit allen Mitteln zur Wehr“ setzen werde. Dadurch offenbar abgeschreckt meldete sich „Herr Unerwünscht“ seitdem nicht mehr bei der Stadtverwaltung.

Der neue Nachbar kommt auch dem Imbiss-Betreiber Rudi Schubert gelegen. Er bietet in einem Wagen auf dem Parkplatz bereits seit Oktober 2018 Bratwürste, Pommes und Burger an. Seine Kunden sind bislang vor allem Lastwagenfahrer, die Geschäfte im umliegenden Gewerbegebiet beliefern. „Jetzt dürfte noch mehr Laufkundschaft dazukommen“, hofft Schubert.

Der Sonderposten-Markt Heibart's eröffnet am 11. April in den Räumen des ehemaligen Praktiker in Altgarbsen. Quelle: Gerko Naumann

Von Gerko Naumann

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