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Garbsen Millionenprojekt: Der neue Maschinenbaucampus in Garbsen ist eröffnet
Umland Garbsen

Großprojekt der Leibniz-Uni Hannover: Der neue Maschinenbaucampus in Garbsen ist eröffnet

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17:08 19.09.2019
Hereinspaziert: Der Serviceroboter Sobi begrüßt die Gäste bei der offiziellen Eröffnung in Garbsen. Quelle: Nancy Heusel
Hannover

Der große Hörsaal ist randvoll besetzt. Allerdings sind die 300 Personen, die sich auf den hölzernen Klappsitzen niedergelassen haben, überwiegend Herren in dunklen Anzügen. Einige Tage dauert es noch, bis die Studenten zum Semesterstart ab Oktober den neuen Campus Maschinenbau der Leibniz-Uni bevölkern. Am Donnerstag waren zunächst geladene Gäste an der Reihe. Sie durften zur Eröffnung als Erste das Gelände in Garbsen betreten, auf dem das derzeit größte Hochschulbauprojekt des Landes fertiggestellt worden ist. 5300 Studenten, Professoren und andere Mitarbeiter werden dort fortan ein- und ausgehen.

Roboter begrüßt die Gäste

Auf dem plazaartigen Areal ist ein roter Teppich ausgerollt. Begrüßt werden die Gäste von einem freundlichen Helfer, der keinen Anzug trägt: Serviceroboter Sobi gibt Orientierungshilfe auf dem 19 Hektar (das entspricht der Größe von 26 Fußballfeldern) großen Campus. Die schlaue Maschine wurde vom Uni-Institut für Mechatronische Systeme konstruiert, eines von zwölf Instituten, die aus der hannoverschen Nordstadt nach Garbsen gezogen sind. Dort sind sie nun mit sieben Maschinenbauinstituten aus der Produktionstechnik vereint, die bereits 2004 vor die Tore der Landeshauptstadt umgesiedelt waren.

Hier forschen die Maschinenbauer künftig

Der Neubau hat 175 Millionen Euro gekostet

„Das ist eine großartige Zusammenführung“, lobt Ministerpräsident Stephan Weil. Er hat im Hörsaal den Posten bezogen hat, wo sonst die Professoren ihre Vorlesungen halten. 175 Millionen Euro hat der Bau des Campus gekostet, den Großteil finanziert das Land. Weil sieht das Geld gut angelegt: „Die Leibniz-Universität kann ihre herausragende Position insbesondere in der Spitzenforschung, aber auch in der Lehre weiter festigen und das bestehende Potenzial ausbauen.“

So könnten hochqualifizierte Fachkräfte in der Region gehalten und neue hinzugewonnen werden. „Ein solcher Campus sucht in Deutschland seinesgleichen“, sagt Wissenschaftsminister Björn Thümler. Die dort arbeitenden Forscher hätten „internationale Sichtbarkeit“. Der Maschinenbau ist an zwei Exzellenzclustern beteiligt und gehört zu den Fakultäten, die besonders viele Drittmittel einwerben.

Zeitplan fast eingehalten

Uni-Präsident Volker Epping freut sich, dass der Zeitplan weitgehend eingehalten werden konnte. Im August 2016 begannen die Bauarbeiten, im Juli dieses Jahres hätten sie beendet sein sollen. Das sei eine „Verzögerung im Normbereich“, urteilt Jurist Epping. Doch die Handwerker haben weiterhin zu tun: Im Laufe des Semesters würden die Institute nach und nach bezogen, erklärt Uni-Baudezernent Horst Bauer (67), der für das Campus-Projekt seinen Ruhestand verschoben hat.

Acht Gebäude gehören zu dem neuen Hochschulstandort, den die 300 geladenen Gäste am Eröffnungstag erkundet haben.

Beim Rundgang über das Gelände mit den acht sandsteinfarbenen Bauten erläutert Maschinenbau-Dekan Jörg Wallaschek den Gästen, darunter Regionspräsident Hauke Jagau und Garbsens Bürgermeister Christian Grahl, das Innenleben der Institute. Sehr stolz sind die Wissenschaftler auf den Forschungsbau Dynamik der Energiewandlung (DEW). „Herzstück ist eine Kompressorstation zum Antrieb von Turbomaschinen und Kraftwerkskomponenten“, erklärt Professor Jörg Seume. Zu einem anderen Thema will er sich auf Nachfrage nicht äußern: Zu einer möglichen Kampfkandidatur gegen Uni-Präsident Epping schweigt Seume. Auch der amtierende Uni-Chef gibt an diesem Tag keine Stellungnahme dazu ab.

Nach vier Jahren Bauzeit ist der Campus Maschinenbau Garbsen (fast) fertig. Hier finden Sie die letzten Bilder vor der Eröffnung und unsere Luftbilder von 2016, 2018 und heute.

Ein eigenes Haus für Studenten

Nicht nur die Forschung, auch die Lehre ist zentral für den Campus. 3800 Studenten sind im Maschinenbau eingeschrieben, Tendenz steigend. Die Studierenden Imke Stuve und Jannis Vosberg sind froh, dass die angehenden Maschinenbauer nicht nur eine schicke Mensa mit 272 Plätzen, sondern auch ein eigenes Haus auf dem Areal haben: Vier Etagen stehen ihnen für ihre Arbeit jenseits von Hörsälen und Laboren zur Verfügung, im fünften Stock residiert das Studiendekanat. Allerdings kritisieren die Studenten, dass die Vorlesungen für Erstsemester weiter in den größeren Hörsälen in Hannovers Nordstadt gehalten werden. Auch die öffentlichen Verkehrsverbindungen zum Garbsener Campus müssten noch verbessert werden.

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