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Garbsen IGS Garbsen: Rat beschließt neues Gutachten
Umland Garbsen IGS Garbsen: Rat beschließt neues Gutachten
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12:31 11.12.2018
Ein unabhängiger Gutachter soll prüfen, ob und für wie viel Geld die IGS Garbsen saniert werden kann. Quelle: Gerko Naumann
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Garbsen-Mitte

Der Rat der Stadt Garbsen hat am Montagabend einstimmig beschlossen, ein weiteres Gutachten zum Zustand der maroden IGS Garbsen einzuholen. Ein unabhängiger Experte soll prüfen, ob ein Neubau der Einrichtung und der benachbarten Grundschule Garbsen-Mitte tatsächlich die einzig denkbare Lösung ist. Davon geht die Verwaltung der Stadt Garbsen bislang aus, nachdem mehrere Gutachter den Brandschutz und die Statik des Schulgebäudes bemängelt haben. Die Kosten für einen Neubau sollen nach einer ersten Kalkulation 75 Millionen Euro betragen – „plus/minus 30 Prozent“.

Lieber gründlich als schnell

Über eine solch gewaltige Summe „blitzschnell zu beschließen wäre verantwortungslos“, betonte Heinrich Dannenbrink, Fraktionsvorsitzender der CDU/FDP-Gruppe im Rat. Die Investition werde den Haushalt der Stadt über Jahrzehnte belasten. Deshalb bräuchten die Politiker eine Entscheidungsgrundlage. In dem neuen Gutachten müsse eindeutig geklärt sein, ob eine Sanierung möglich und deutlich günstiger wäre. Davon geht zumindest zumindest Ernst-August Münkel aus. Der Ingenieur aus Stelingen ist selbst vereidigter Sachverständiger für Schäden an Gebäuden. Seiner Ansicht nach würde eine Sanierung maximal 10 Millionen Euro kosten.

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Die im Raum stehenden Summen machen auch Wilfried Aick (SPD) Sorgen. Der ehemalige Lehrer gab aber auch zu Bedenken, dass eine Sanierung im laufenden Betrieb große Belastung für Lehrer und Schüler bedeuten würde – auch wenn die Arbeiten immer nur einen bestimmten Abschnitt des Gebäudes betreffen. „Wir müssten Klassenräume auslagern, zum Beispiel in Container“, warnte Aick. Unangenehme Nebenwirkungen wie Baulärm und Dreck seien unvermeidlich. „Wie sollen Schüler und Lehrer das ertragen? Die Arbeiten werden sich über Jahre hinziehen“, gab Aick zu bedenken.

Haushalt nicht strapazieren

Das Argument ließ Manfred Kammler (AfD) nicht gelten. Es sei möglich, den Schulbetrieb auch auf einer Baustelle zu organisieren. „Ich habe da Vertrauen in die deutsche Ingenieurskunst“, sagte er. Die Politik müsse darauf achten, „den Haushalt nicht zu sehr zu strapazieren“.

Bürgermeister Christian Grahl äußerte Verständnis für die Entscheidung der Lokalpolitiker. Bei einem Bauprojekt dieser Größenordnung und einer Investition von rund 75 Millionen Euro sei es angebracht, eine weitere Meinung eines Experten einzuholen. „Anschließend muss dann aber eine Entscheidung fallen: So oder so machen wir es“, sagte Grahl. Die Schul- und Sozialdezernentin Monika Probst war bemüht, die Bedenken der Schulleiter der anderen Schulen auszuräumen. Die befürchten Nachteile für ihre Einrichtungen, wenn viel Geld in den Neubau der IGS fließt. „Keine geplante Maßnahme wird deswegen nicht umgesetzt“, versprach Probst.

Von Gerko Naumann

11.12.2018
11.12.2018
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