Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Garbsen Im Umland werden bis 2020 die Kitaplätze knapp
Umland Garbsen Im Umland werden bis 2020 die Kitaplätze knapp
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 06.09.2018
Kindergärtenplätze wie die in der Kita Lütje Liga in Hannover werden in den kommenden Jahren noch begehrter werden als bislang. Quelle: Katrin Kutter
Anzeige
Hannover

Die Kommunen im Umland müssen bis 2020 offenbar deutlich mehr Kinder im Kindergarten unterbringen, als bislang gedacht. Statistiker der Region gehen davon aus, dass die Zahl der Kinder zwischen drei und sechs Jahren in den kommenden zwei Jahren von heute rund 20 000 um rund 1500 auf 21 500 steigt. Das entspricht einem Zuwachs um 7 Prozent. Die Zahl der Kinder im Krippenalter dagegen bleibt weitgehend konstant. Sie liegt Vorausberechnungen der Region zufolge in diesem Jahr bei 12 016 Kindern. 2020 fällt sie geringfügig auf 11 943 Kinder. Grundlage der neuen Zahlen ist eine aktuelle Bevölkerungsprognose der Statistikstelle der Region zum Thema Kinder im Vorschulalter.

Mehr Jungs als Mädchen geboren

Grund für den Anstieg ist nach Angaben der Regionsverwaltung der Geburtenboom der vergangenen Jahre sowie die anhaltende Zuwanderung in den Städten und Gemeinden. So verzeichneten die Umlandkommunen Mitte 2012 noch die Geburten von 2341 Jungen und 2144 Mädchen. Mitte 2017 war die Zahl der männlichen Babys auf 2950, die Zahl der weiblichen Babys auf 2837 gestiegen. Diese Kinder sind jetzt ein Jahr alt und haben damit einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz. Bei den Zuwanderern aus dem Ausland sind es vor allem Menschen aus den Herkunftsländern Polen, Rumänien und Bulgarien, die auch die Zahlen in den Betreuungsstatistiken des Umlands in die Höhe treiben. So zogen allein im vergangenen Jahr 1461 Polen ins Umland von Hannover. Dazu kamen 981 Rumänen und 512 Bulgaren. Aus Syrien dagegen kamen lediglich 465 Menschen, aus Afghanistan sogar nur 22.

Anzeige

Unter den Umlandkommunen ist das sowieso schon kinderreiche Garbsen am stärksten betroffen. Die Verwaltung muss dort 2020 voraussichtlich 2044 Kinder im Kindergarten unterbringen. Das entspricht einem Plus von 178 Kindern gegenüber 2018. In diesem Jahr liegt die Zahl noch bei 1866 Kindern. Lehrte muss im selben Zeitraum 144 Kinder mehr unterbringen. In Langenhagen sind es immer noch 119 Kinder. Vergleichsweise gering ist der Anstieg, den Kommunen wie Hemmingen, Gehrden oder Ronnenberg im Jahr 2020 zu bewältigen haben. In Gehrden steigt die Zahl der unterzubringenden Drei- bis Sechsjährigen um 32 Kinder, in Hemmingen liegt die Zahl 2020 um 30 Kinder höher als 2018. In Ronnenberg müssen gerade einmal 14 Kinder mehr untergebracht werden. Einzig in Burgwedel verläuft die Entwicklung gegen den Trend. Dort kommen 2018 noch 629 Kinder in den Kindergarten. 2020 werden es 13 Kinder weniger, also nur noch 616 Mädchen und Jungen zwischen drei und sechs Jahren sein.

Entspannung im Krippenbereich

Dieselbe Entwicklung zeigt sich – wie berichtet – auch in der Stadt Hannover. Auch dort steigt dem Halbjahresbericht 2018 zur Platzentwicklung der Kinderbetreuung im Vorschulalter zufolge die Zahl der Drei- bis Fünfjährigen kontinuierlich. Eine Konsequenz: Die Betreuungsquote in diesem Bereich sinkt zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder unter 100 Prozent. Sie soll den städtischen Prognosen zufolge bis zum Ende des Jahres auf 98,3 Prozent fallen. Die Entwicklung in Stadt und Umland ist umso bemerkenswerter, weil es den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz in dieser Altersgruppe seit mittlerweile 22 Jahren gibt. Eltern, denen Städte und Gemeinden keinen Kita-Platz zur Verfügung stellen, können klagen. Im Krippenbereich der Stadt deutet sich, wie im Umland, dagegen leichte Entspannung an. Bei den Ein- bis Zweijährigen wurde mit 10 716 Kindern im Juni 2018 ein vorläufiger Höchststand erreicht. Danach wird die Zahl laut Verwaltung vermutlich bis Juni 2019 auf 10 600 fallen.

Von Jutta Rinas

03.09.2018
03.09.2018
06.09.2018