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Garbsen Kellerbühne feiert Premiere mit der Queen
Umland Garbsen Kellerbühne feiert Premiere mit der Queen
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00:19 14.11.2018
Julian (Florian Futtermenger) will Phoebe (Beate Carmona) töten. Quelle: Markus Holz
Garbsen

 Was wäre, wenn wir in die Vergangenheit reisen und den Lauf der Dinge ändern könnten? Ein faszinierendes Motiv für Dichter und Filmemacher. Der britische Autor Alan Ayckbourn verarbeitete das in seinem Stück „Doppeltüren“. Die Kellerbühne Garbsen hat daraus ihre Inszenierung für 2018 gemacht. Rund 400 Zuschauer erlebten eine anfangs verwirrende, zwischendrin turbulente und am Ende überraschende Premiere unter den Augen der Queen.

Julian liegt tot hinterm Sofa. Die Leichte muss weg. Aber die Leiche regt sich. Langsam krabbelt eine Hand über die Lehne. Die beiden Frauen auf dem Sofa springen panisch vom Leder. Könnten sie das auf Kommando, würden Phoebe (Beate Carmona) und Ruella Welles (Stefanie Kropp) kalkweiß werden. Menschlich unmöglich. Auf den beiden lastet die Hauptverantwortung für das Gelingen der Premiere. Innerlich angespannt, nach außen extrem spielfreudig, führen die beiden gefeierten Hauptdarstellerinnen ihre Zuschauer durch die Handlung.

Die Handlung zu erzählen, würde die Gäste der nächsten Aufführungen ums Vergnügen bringen. Nur so viel: Es geht um den Tycoon Reece Welles (Gerd Reimann), der seine Ehefrauen umbringen lässt und am Ende seines kriminellen Lebens sein Geständnis niederschreibt. Die Handlungen spielen 1974, 1994 und 2014. Möglich macht das ein Mann, der jetzt schwer gefragt sein dürfte: Bühnenbildtischler Jörg Zindler hat bei Tischlerei Strecker die Zeitmaschine erfunden, die zumindest während der fast dreistündigen Inszenierung einwandfrei funktioniert. Hin und zurück und vor und wieder zurück – Zeitsprünge mit einem gurgelnden Geräusch, Schwarzlicht und Big-Ben-Glocke durch die Doppeltür der Hotelsuite 647. In welchem Jahr sich die Akteure befinden, weiß am besten die Queen. Sie lächelt mal strahlend jung, mal mittleren Alters, mal silberhaarig vom gerahmten LED-Monitor der Suite – so moderne Technik hat es bei der Kellerbühne noch nie gegeben.

Sieben Darsteller, mehr als 20 Helfer: Nach einem halben Jahr Vorbereitung feiern die Laiendarsteller der Kellerbühne Premiere mit „Doppeltüren“.

Sieben Darsteller braucht die Inszenierung unter der Regie von Beate Carmona. 50 Stücke hat sie gelesen, bevor sie das passende für jene Darsteller gefunden hatte, die in diesem Jahr auf der Bühne stehen wollten (und die Zeit dafür hatten). Newcomerin Amelie Briese scheint eine Paraderolle erwischt zu haben. Wunderbar überkandidelt mimt sie die Millionenerbin Jessica Welles a la Paris Hilton. Neuling Dennis Cedim steckt als Hoteldetektiv im maßgeschneiderten Rollenanzug. Gerd Reimann kann als Machtmensch, Lebemann und liebender Vater glänzen. Nur Florian Futtermenger bleibt als angsteinflößender Mörder etwas blass. Kropp und Carmona dagegen halten die Spannung hoch, spielen ihr emotionales Können aus, spielen fehlerfrei ihren enormen Textumfang und unterhalten mal nicht mit einem Schenkelklopfer-Stück. Das ist ungewohnt fürs Publikum der Kellerbühne, funktioniert aber gut.

Weitere Aufführungen: Sonnabend, 17. November, 19.30 Uhr, und Sonntag, 18. November, 17 Uhr, in der Aula des Schulzentrums am Planetenring. Für beide Termine gibt es noch Karten.

Von Markus Holz

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