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Garbsen Kindertagesstätte am Campus Garbsen öffnet erst im Mai 2020
Umland Garbsen

Kita-Plätze in Garbsen: Kindertagesstätte am Campus Garbsen öffnet erst im Mai 2020

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17:11 27.10.2019
Die Kita am Campus soll im Mai 2020 ihren Betrieb aufnehmen können. Quelle: Markus Holz
Garbsen-Mitte

Die Kita am Campus wird ein Semester später fertig als geplant. Zielvorgabe an Planer und Firmen war ursprünglich Herbst 2019 zur Eröffnung des Campus. Jetzt schreibt die Stadt: „Die Kindertagesstätte wird aller Voraussicht nach Mitte April fertig. Betriebsstart wird voraussichtlich im Mai sein.“

Grund der Verzögerung sind nicht planerische Fehler. Hauptgründe sind nach Angaben der Stadt hochgradig ausgelastete Firmen und Lieferengpässe beim Material. Die Stadt hatte schon beim Rohbau Verzögerungen hinnehmen müssen, weil Material für bestimmte Gebäudeteile nicht pünktlich lieferbar war. Die Verwaltung steht zwar permanent in engem Kontakt mit den Betrieben. Kommt es aber an zwei, drei Stellen gleichzeitig zu Verzögerungen, leidet der ganze Baufortschritt. In einigen Fällen musste die Stadt schon juristische Schritte androhen.

Erfolg hat das in den seltensten Fällen, weil Firmen glaubhaft belegen können, dass das Verschulden nicht bei ihnen liegt. Im Bundesdurchschnitt braucht der Bau einer solchen Kita mit 105 Plätzen eineinhalb Jahre. Die Bauarbeiten in Garbsen hatten im August 2018 begonnen.

Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um die neue Kita:

Wie werden die Plätze vergeben?

Für Eltern aus Garbsen gilt: Wer einen Krippen-, Kindergarten- oder Hortplatz sucht, meldet sich im Kita-Portal der Stadt an und lässt sich vormerken. Bewerbungen sind aber erst möglich, wenn der Träger, der Bezirksverband Hannover der Arbeiterwohlfahrt (AWO), und die Stadt den Vertrag unterschrieben haben. Das soll innerhalb der nächsten Wochen passieren. Für Eltern mit Wohnsitz außerhalb Garbsens ist es komplizierter: Sie müssen nachweisen, dass sie am Campus studieren oder an der Fakultät Maschinenbau beschäftigt sind, und sie müssen ihre Stadtverwaltung informieren. Die Kommune stimmt sich dann mit der Stadt Garbsen ab. Ansprechpartner ist der Kinder- und Familienservice Garbsen, Rathausplatz 1, 30823 Garbsen, Telefon (05131) 707307, E-Mail: wiebke.winter@garbsen.de.

Welche Betreuungszeiten werden angeboten?

Der Kindergarten bietet zwei Krippengruppen mit je 15 Kindern und drei Kindergartengruppen mit je 25 Kindern an. Die AWO ermöglicht bei entsprechender Nachfrage über die Kernzeiten hinaus eine flexible Betreuung bis in den Abend hinein. Betreuungswünsche der Studenten und wissenschaftlichen Mitarbeiter der Universität sollen ausdrücklich berücksichtigt werden. Kernzeit für die Ganztagsgruppen in Krippe und Kindergarten ist von 8 bis 16 Uhr.

Was kostet das?

Der Kindergartenplatz mit einer Betreuungszeit von maximal acht Stunden täglich ist kostenlos. Für mehr als acht Stunden täglich muss bezahlt werden. Beiträge für Krippen und Horte richten sich nach der Elternbeitragsstaffel der Stadt Garbsen: Eine Betreuungszeit von zum Beispiel fünf Stunden kostet 174 Euro monatlich; bei sieben Stunden sind es 243 Euro.

Wie ist der aktuelle Stand am Bau?

Der Rohbau einschließlich Dach und Fassade ist fast fertig. Derzeit läuft der Innenausbau: Fußböden, Innentüren, Elektriker-, Heizungs- und Malerarbeiten, Einbau der Kita-Einrichtung. Das Außenspielgelände ist modelliert, der Parkplatz angelegt, die Lärmschutzwand zur Walter-Koch-Straße gebaut. Anfang 2020 werden Zaun, Spielgeräte und Nebengebäude fertig.

Wer ist der Träger der Kita?

Die Stadt hat die AWO als Träger für die Kita am Campus Maschinenbau ausgewählt. Der Paritätische Verein für Jugendwohlfahrt Berenbostel hat gegen das Ergebnis des Vergabeverfahrens Einspruch erhoben. Das hatte alle Beteiligten überrascht, weil die Stadt ein angeblich besonders transparentes Vergabeverfahren nach EU-Recht angewandt hatte. Der Paritätische Verein sah sich trotzdem unfair behandelt und zweifelte die korrekte Anwendung der Vergabekriterien an. Dadurch habe sich das Verfahren aber nicht verzögert, schreibt die Stadt. Der Vertrag mit der AWO sei unterschriftsreif.

Was wird aus der Kita Murmelstein?

Was macht eigentlich das Projekt Murmelstein? Die Kindertagesstätte am Talkamp, Auf der Horst, wird von der Kirchengemeinde Willehadi betrieben. Sie ist in Teilen marode. Die Stadt baut sie neben der Saturnringschule neu. „Wir beginnen in diesem Jahr mit den Vorbereitungen für den Bau“, schreibt die Stadt. Der Rohbau soll im Frühjahr starten, geplante Bauzeit sind auch hier eineinhalb Jahre. Ursprünglich sollte die Kita Ende 2019 in Betrieb gehen. Eltern und Träger warten seit mehr als drei Jahren. Gründe für die Verzögerung sind, dass die Campus-Kita Vorrang hatte und dass sich die Förderung von Kita-Bauten immer wieder verändert, sprich verbessert hat. Die Stadt darf jetzt 90 Prozent der Standardbaukosten mit der Region abrechnen. Hätte die Stadt früher mit dem Bau begonnen, wäre der Zuschuss kleiner ausgefallen. Weil Kita-Plätze in Garbsen knapp sind, bleibt das jüngere Gebäude der alten Kita Murmelstein möglicherweise weiter in Betrieb. Das ist aber noch nicht entschieden.

Garbsen gehört bei Krippenplätzen zu den Schlusslichtern in der Region

Garbsen gehört nach dem jüngsten Kita-Bericht der Region zu den Schlusslichtern bei der Versorgung mit Krippenplätzen. Daran wird auch der Bau der Campus-Kita und der Willehadi-Kita Murmelstein nichts ändern. Garbsen hat keine eigenen Kitas, alle 36 Einrichtungen sind an freie Träger vergeben.

Krippen:Von 1740 Kindern im Alter bis drei Jahren hatten Ende vorigen Jahres 507 einen Krippenplatz. Das sind 29,1 Prozent. Schlechter steht nur Seelze da (27,9 Prozent). Allerdings geben auch nicht alle Eltern ihr Kind in eine Krippe. Wie groß das Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage ist, sagen die Zahlen der Region nicht. Die Versorgungsquote für Krippenkinder liegt im Regionsdurchschnitt bei 36,5 Prozent. Um diese Quote zu erreichen, müsste Garbsen rund 130 mehr bereitstellen. 2018 waren es 15 Plätze mehr als 2017, gleichzeitig ist aber die Zahl der Kinder deutlich gestiegen.

In den nächsten Jahren sollen 122 Krippenplätze in verschiedenen Stadtteilen hinzukommen. Fast die Hälfte entstehen in der Campus-Kita, der ehemaligen Förderschule am Kleegrund und in der Kita Murmelstein mit zusammen 62. Seit August 2013 haben Eltern der ein- bis dreijährigen Kinder einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz. Wird er von einer Kommune nicht erfüllt, können Eltern klagen. Das war in Garbsen nach Angaben der Stadt bisher nicht der Fall. „Das zeigt uns als Stadt, dass wir den Bedarf abdecken“, sagt Stadtsprecher Benjamin Irvin.

Kindergärten: Wesentlich verlässlicher ist in Garbsen die Versorgung mit Kindergartenplätzen. 1850 Kinder von drei bis sechs Jahren waren Ende 2018 gemeldet. Davon haben 95,8 Prozent einen Platz. Das ist in der Region Platz acht von 16. Im Kindergartenjahr 2017/2018 hatte Garbsen sogar ein Überangebot (100,2 Prozent). Die tatsächliche Nachfrage liegt in der Region bei 94 Prozent.

Hortbetreuung: In Sachen Hortplätze liegt Garbsen über dem Durchschnitt. Die Stadt deckt in der Altersgruppe der Sechs- bis Zehnjährigen fast 25 Prozent ab. Der Regionsdurchschnitt liegt bei 20,4 Prozent. Tatsächlich werden für 18,6 Prozent der Kinder im Hortalter Plätze nachgefragt.

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