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Garbsen Messerattacke: Angeklagter wird untersucht
Umland Garbsen Messerattacke: Angeklagter wird untersucht
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00:17 03.09.2018
Am Landgericht in Hannover ist der Prozess gegen einen mutmaßlichen Messerstecher fortgesetzt worden. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa (Symbolbild)
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Auf der Horst/Hannover

Der Prozess gegen einen 23-jährigen mutmaßlichen Messerstecher aus Garbsen ist am Freitagmorgen unterbrochen worden. Seine Verteidiger forderten, dass der Mann von einem Gutachter untersucht werden soll. Ihrer Auffassung nach komme im Fall einer Verurteilung die Unterbringung des Mannes in einem einem psychiatrischen Krankenhaus in Betracht.

Ein Verteidiger begründete diesen Antrag damit, dass der Angeklagte seit seiner Kindheit traumatisiert sei. Der 23-Jährige wuchs im Kosovo auf, als dort Krieg herrschte. Er habe erleben müssen, wie Serben das Dorf, in dem er lebte, niederbrannten. „Seine Kindheit war von beklemmender Angst geprägt“, sagte der Rechtsanwalt. Das habe dazu geführt, dass der heute Angeklagte schon als Kind angefangen habe, Drogen zu konsumieren. Auch in der Nacht, in der sich die Messerattacke an der Endhaltestelle am Planetenring zugetragen hat, habe er unter dem Einfluss von Drogen gestanden.

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Polizeibeamte sagen aus

Bei der Tat am 10.März war das Opfer durch Messerstiche in Bauch, Schulter und ins Gesicht lebensgefährlich verletzt worden. Als Zeugen sagten vor Gericht am Freitag Beamte der Polizei Hannover aus, die den Mann kurz nach der Tat im Krankenhaus befragt hatten. Der heute 34-Jährige selbst hatte die Aussage beim Prozessauftakt verweigert. Eine Ermittlerin berichtete, dass der damals schwer Verletzte den jetzt Angeklagten auf Fotos „zu 100 Prozent“ als denjenigen wiedererkannt hatte, der ihn „mit dem Messer bearbeitet“ hat. Der Angeklagte und das Opfer seien bereits einen Tag vor der Attacke in Streit geraten, dabei ging es offenbar um unbeglichene Schulden aus einem Drogengeschäft.

Der Prozess wird am Mittwoch, 26. September, fortgesetzt. Bis dahin soll ein Experte ein Gutachten erarbeiten, in dem steht, ob die Schuldfähigkeit des Angeklagten eingeschränkt sein könnte. Anschließend wird das Urteil erwartet. Im Fall einer Verurteilung droht dem Angeklagten eine mehrjährige Haftstrafe.

Am Endhaltepunkt am Planetenring hat sich die Messerattacke angespielt. Quelle: Clemens Heidrich (Archiv)

Von Gerko Naumann

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