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Garbsen Honé diskutiert an der IGS über Europa
Umland Garbsen Honé diskutiert an der IGS über Europa
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00:15 09.04.2019
Ministerin Birgit Honé informiert sich auf der Europafläche der IGS über die Aktivitäten der Schüler. Quelle: Markus Holz
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Garbsen

Was geht uns denn Europa an? Lilly Herbst hört das oft im Freundeskreis. Viele Freunde sind 18 Jahre alt, sie dürfen am 26. Mai wählen. Aber wozu denn? Lilly ist eine von acht Juniorbotschaftern des Europäischen Parlamentes an der IGS Garbsen. Und sie hat auf diese Frage am Freitag reichlich Antwortmunition bekommen.

90 Minuten für Europa

Birgit Honé ist zu Gast an der Schule. Die Landesministerin für Europaangelegenheiten und der Garbsener Landtagsabgeordnete Rüdiger Kauroff wollen in 90 Minuten für Europa werben. Müssen sie nicht, jedenfalls nicht für den Sinn und die Vorteile der europäischen Staatengemeinschaft. Die beiden Politiker müssen sich eher mit Kritik an EU-Prozessen und -Entscheidungen auseinandersetzen.

Das Signal der Klimaschutz-Demonstrationen „Friday for Future“ ist den Jugendlichen wichtig, das Verbot von Rüstungsexporten, Urheberrechte im Internet und die üblicherweise geringe Beteiligung an EU-Wahlen. „Ich habe Angst, dass europafeindliche Parteien stärker werden, wenn wieder nur 43 Prozent zur Wahl gehen“, sagt Juniorbotschafter Niklas Cordes. Honés Kalender ist auch deshalb bis zum 26. Mai randvoll.

Europaministerin Birgit Honé und Rüdiger Kauroff sprechen an der IGS mit Schülern über Europa.

Honé zeigt sich offen

Und sie ist erstaunlich offen. „Das Signal eurer Freitagsdemonstrationen ist bei uns angekommen und verstanden“, sagt sie. „Warum Upload-Filter auf den Internetplattformen nicht ihr Ziel erreichen, habe ich von jungen Menschen wie euch gelernt – ich persönlich bin gegen diese Filter“, sagt sie, ebenso wie gegen Rüstungsexporte in den Nahen Osten. „Wenn ihr daran etwas ändern wollt, wenn ihr schon mit 16 wählen gehen wollt, dann mischt euch ein für ein besseres Europa, informiert euch und lernt auch unsere Seite als Politiker kennen“, sagt Honé. Sie und Kauroff werden den Schülern neue Türen zu Foren und Plattformen öffnen, etwa zum Europäischen Informationszentrum in Hannover.

Der Besuch endet viel zu schnell. Kauroff und Honé spüren das große Interesse der Jugendlichen. Auch deshalb die Einladungen und das Türen öffnen. Manche Antworten zu konkretem Klimaschutz zum Beispiel bleiben zwar unverbindlich. „Aber ich fand es gut, dass sie sehr klar gemacht hat, was ohne Europa gerade für uns junge Leute alles nicht möglich wäre“, sagt Lilly Herbst.

Brexit hat einen Vorteil

Bestes Beispiel: England. Kommt der Brexit, fliegen nicht mehr jedes Wochenende Ärzte aus Nordeuropa auf die Insel und halten die Kliniken offen, gilt der Roamingtarif von 29 Cent für SMS und Telefonate nicht, liegen Austauschprogramme auf Eis, werden Produktionsketten unterbrochen und Arbeitsplätze gefährdet, braucht man für einen Wochenendtrip nach London ein Visum. „Wenn der Brexit zu etwas gut ist, dann dazu: Er zeigt uns, was Europa inzwischen bedeutet, für jeden von uns jeden Tag wieder“, sagt Honé, „wir nehmen vieles für selbstverständlich.“

„Sind Sie für eine europäische Armee?“, will ein Schüler wissen, „wir haben doch schon die Nato.“ „Ja“, sagt Honé, „aber die Nato vertritt nicht unbedingt europäische Interessen.“ „Sind Sie für eine Wahlpflicht bei den Europawahlen?“ Honé: „Politik hat nach meinem Verständnis nichts mit Zwang zu tun, sondern mit Überzeugung – nein.“ Honé und Kauroff kommen bei manchen Fragen schnell auf den Punkt. Das quittieren die Schüler mit Applaus. Auch Honés Sätze wie: „Es ist nicht alles gut in Europa. Manche Entscheidungen machen mich wütend“, klingen authentisch. Die gut vorbereitete Diskussion leidet einzig darunter, dass weder Honé noch Kauroff Kandidaten für das EU-Parlament sind. Sie werden für alles nach dem 26. Mai nicht verantwortlich sein. Andererseits wären sie nicht an der IGS, wenn sie sich nicht mitverantwortlich fühlen würden für Europa.

Von Markus Holz

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