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Umland Garbsen Nachrichten 200 SPD-Mitglieder besuchen Parteitag in Garbsen
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00:30 02.05.2018
Besondere Ehrung: Matthias Miersch (links) und Stephan Weil ernennen Heinrich Aller zum Ehrenvorsitzenden des SPD-Unterbezirks Region Hannover. Quelle: Jutta Grätz
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Auf der Horst

 „Wir müssen die alten Tugenden wieder entdecken“, sagte SPD-Ministerpräsident Stephan Weil beim ersten „Parteitag für alle“ und meint damit mehr Bürgernähe, mehr Kommunikation und Transparenz, mehr Vertrauen. Etwa 200 Mitglieder der Regions-SPD sind am Sonnabend in die Aula am Planetenring gekommen und vernahmen klare Worte. „Ja, wir müssen uns ändern, wir sind in einer Krise“, sagte Weil.  Wie lässt sich die SPD erneuern? Welche Erwartungen haben Mitglieder in Ortsvereinen und Arbeitsgemeinschaften an die Partei? Was sind die Zukunftsthemen der SPD? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des mitgliederoffenen Parteitags. 

Mitgliederoffen – das heißt ohne Regularien, ohne lange Redebeiträge von Deligierten, dafür mit viele Platz fürs Diskutieren: „Die Regions-SPD will mit diesem Format neue Wege gegehen“, sagte Rüdiger Kauroff, Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des SPD-Ortsvereins in Garbsen.  

Bürgernähe, Kommunikation, Vertrauen: „Wir müssen die alten Tugenden wieder entdecken“, appellierte Stephan Weil beim ersten „Parteitag für alle“ in Garbsen an die 200 Mitglieder der Regions-SPD.

Workshops zu Europa, Mobilität, Kinderarmut

In verschiedenen Arbeitsgruppen diskutierten die Genossen über die Themen Europa, Zukunft der Mobilität, Kampf gegen Kinderarmut und die Erneuerung der SPD. Zu den Teilnehmern zählten die Bundestagsabgeordnete Caren Marks, der Europaabgeordnete Bernd Lange sowie die ehemalige Generalsekretärin Yasmin Fahimi.  Auf „Politik zum Anfassen“ freute sich auch die 18-jährige Brixhilda Kadiu, die mit Helga Henze von der SPD Garbsen in die Aula gekommen war. Die Albanerin lebt seit zwei Jahren in Garbsen und beschäftigt sich aktuell in der Schule mit dem Thema Europa.

Weil: SPD muss wieder politsch gestalten

Die Sozialdemokratie gelte bei vielen Bürgern als Garant für innen- und friedenspolitische Sicherheit und soziale Gerechtigkeit, betonte der Vorsitzende des Unterbezirks Matthias Miersch. Das müsse künftig noch stärker herausgearbeitet und bürgernah kommuniziert werden, ebenso die Themen Energiepolitik und Mobilität. „Die SPD muss aufhören mit der Analyse der eigenen Befindlichkeiten und wieder politisch gestalten“, sagte Weil. „Durch Wiegen wird die Sau nicht fetter – das gilt auch für die SPD.“

„Die Region ist Allers Schlüsselprojekt.“

Besondere Ehre für Heinrich Aller: Der 70-Jährige ist beim Parteitag in Garbsen zum Ehrenvorsitzenden des SPD-Unterbezirks der Region Hannover ernannt worden. Ministerpräsident Stephan Weil und Matthias Miersch, der Aller als Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Region Hannover gefolgt ist, würdigten seine Verdienste. Aller trat vor 53 Jahren in die SPD ein und ist seit 46 Jahren ununterbrochen Mitglied im Rat der Stadt Seelze. Von 1982 bis 2013 war er Mitglied des Landtags, von 1998 bis 2003 Finanzminister im Kabinett von Gerhard Schröder.

Aller ist eine Säule der Landespolitik“,  sagte Weil. Insbesondere sei er Regionalpolitiker. Aller war ab 1982 Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Hannover Land, bis dieser 2005 mit dem SPD-Unterbezirk Hannover Stadt fusionierte. „Aller ist Pate der Region Hannover – sie ist sein Schlüsselprojekt“, sagte WeilAller selbst erinnerte an die Anfänge der Region: „Stadt und Landkreis waren wie heute eine Lebens- und Wirtschaftsraum. Doch es herrschte Funkstille.“  Er habe sich mit seiner politischen Arbeit nicht nur Freunde gemacht. Die Auszeichnung nehme er gern an, unter der Bedingung, dass er weiter politisch arbeiten dürfe. jgz

Von Jutta Grätz