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15:15 12.08.2013
Von Sven Sokoll
Grünen-Politiker Darius Pilarski hat rund 40 Garbsener zu einer Gegendemonstration vor der Willehadi-Kirche zusammengetrommelt. Quelle: Christian Elsner
Garbsen

Bei der Bürgerversammlung am Freitagabend waren bereits viele Ideen laut geworden, was für ein Garbsen mit weniger Gewalt geschehen müsste. Über das Internet hatte Darius Pilarski noch am selben Abend für eine Gegendemonstration getrommelt, nachdem er von der Hannoveraner-Veranstaltung gehört hatte. „Das kann nicht sein - jetzt schlagen die Rechten Kapital aus dem Brand der Kirche“, schrieb der Ko-Vorsitzende der Grünen-Ratsfraktion in seinem Aufruf. Die Wählergemeinschaft, die unter anderem in der Regionsversammlung sitzt, sieht die Brandstiftungen in Garbsen als Ergebnis einer gescheiterten multikulturellen Gesellschaft. Den vier erschienenen Hannoveranern machten die Gegendemonstranten aus unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Gruppen deutlich, dass sie für ein buntes Garbsen stehen. Relativ schnell war die Hannoveraner-Veranstaltung dann auch vorüber.

Die Gegendemonstration ist ein Beispiel für ein Bündnis, das die Stadt mit ihrer Versammlung am Freitagabend in der Begegnungsstätte anschieben wollte. Bei ihr war deutlich geworden, dass eine gemeinsame Vertrauensbasis mit den betroffenen Bürgern erst wieder aufgebaut werden muss. Polizeichef Ulrich Knappe hatte zum Stand der Ermittlungen keine Informationen gegeben, aber versichert, dass die Ermittler mit Hochdruck arbeiten. Er bat um die Unterstützung der Bevölkerung und betonte, dass Zeugen bisher nur in den seltensten Fällen zu Opfern von Racheaktionen geworden sind. Bürgermeister Alexander Heuer gab den Eindruck seiner Mitarbeiter weiter, dass die Staatsanwaltschaft bisweilen zu wenig Nachdruck an den Tag lege. Die Justizbehörde hatte abgelehnt, einen Vertreter zur Versammlung zu entsenden. Heuer hat deshalb jetzt um ein Gespräch gebeten.

Wünschen vieler Bürger nach einer höheren Polizeipräsenz stehen aber auch Aussagen wie die von Maritta Kolbien entgegen, die den Stadtteil auch nicht zu sehr durch Sicherheitskräfte überziehen will. „Ich wohne hier nämlich sehr gern“, sagte sie. Wenn der Rat in der nächsten Woche zustimmt, sollen an Brennpunkten wie dem Sperberhorst demnächst insgesamt vier Streetworker eingesetzt werden, drei von der Stadt und einer vom Jugendamt der Region. Heuer betonte, dass es sich um hoch qualifiziertes Personal handeln soll - das aber auch nicht ganz einfach zu bekommen ist. Helga Henze von der Willehadi-Gemeinde regte ein Aussteigerprogramm an, an dem auch Ansprechpartner in den beiden Moscheegemeinden mitwirken könnten.

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