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00:35 17.03.2018
Simon Haase (von links), Felix Wilkening und Peter Matz von den Servicebetrieben befestigen einen Zaun. Quelle: Gerko Naumann
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Garbsen-Mitte

 Mit kritischem Blick zupft Waldemar Wachtel an dem etwa 20 Zentimeter hohen Krötenzaun entlang der Gutenbergstraße. „Könnte etwas straffer sein“, urteilt der Vorsitzende des Naturschutzbundes (Nabu) in Garbsen. Dennoch ist er heilfroh, dass zumindest an dieser Strecke bereits ein solcher Zaun steht. Denn: „Durch den plötzlichen Wärmeeinbruch drohte den Amphibien eine Katastrophe“, sagt Wachtel. Sie erwachten früher als gedacht aus dem Winterschlaf und machten sich auf den Weg zu ihren Laichplätzen. Dabei drohten sie überfahren zu werden.

Wegen des warmen Wetters hat die Krötenwanderung in Garbsen schon begonnen. Fleißige Helfer sorgen dafür, dass die Tiere sicher über die Straße kommen.

Was nämlich selbst viele Garbsener nicht wissen dürften: Die Ackerfläche an der Gutenbergstraße beherbergt eines der größten Vorkommen von Amphibien in der Region Hannover. „Im vergangenen Jahr haben wir allein dort mehr als 2000 Tiere  gerettet“, sagt Wachtel. Beim Aufstellen der Schutzzäune sollten ursprünglich Helfer eingesetzt werden, die vom Werkstatt-Treff Mecklenheide vermittelt werden. Die hätten aber erst am 19. März in Garbsen loslegen können. Bis dahin wäre es für viele Tiere zu spät gewesen, sagt Wachtel.

Servicebetriebe springen ein

Deshalb sind auf Drängen der Naturschützer nun zwölf Helfer der Servicebetriebe der Stadt Garbsen eingesprungen. Bezahlt werden sie für diesen außerplanmäßigen Einsatz von der Region Hannover, die für den Bereich Naturschutz zuständig ist.

Aus den hinter den Zäunen eingegrabenen Eimern sammeln ehrenamtliche Naturfreunde demnächst täglich die Kröten und Molche ein und tragen sie auf die andere Straßenseite. Dort liefern sie die Tiere an einem Teich auf einem Gelände ab, das der Nabu pflegt. „Hier herrschen für die Amphibien paradiesiche Zustände und sie können sich ungestört paaren“, erklärt Wachtel.

Nabu bittet Autofahrer um Rücksicht

Damit möglichst viele Kröten überleben, appelliert Wachtel vor allem an die Rücksichtnahme von Autofahrern. Entlang der Gutenbergstraße und der Meyenfelder Straße gilt seit Kurzem schon eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 Kilometern pro Stunde statt bisher 70. „Tempo 30 wäre mir noch lieber. Aber da hält sich ohnehin kaum jemand dran“, weiß der Nabu-Vorsitzende aus Erfahrung.

Für die Tiere könne nämlich nicht nur das Überfahren tödlich sein. Der Fahrtwind vorbeifahrender Lastwagen reiße die mühsam befestigten Zäune ein. Und außerdem „platzen den Amphibien die Lungen“. In den vergangenen Tagen, so berichtet Wachtel, hat er fast 60 der geschützten Tiere eingesammelt, die auf diese Weise ums Leben gekommen sind.

Helfer fürs Sammeln gesucht

Für das Einsammeln der Amphibien sucht der Nabu dringend noch Freiwillige. Die melden sich bei Waldemar Wachtel unter Telefon (05137) 79730 oder bei Dagmar Strube unter (05131) 92750.

Von Gerko Naumann

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