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Nachrichten Autoaufbrüche: Gelegenheit schafft Diebe
Umland Garbsen Nachrichten Autoaufbrüche: Gelegenheit schafft Diebe
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00:15 17.05.2013
Von Sven Sokoll
Präventionsexperte Hans-Joachim Elsner gibt Tipps zum Schutz vor Autoaufbrüchen und stellt eine Broschüre der Polizei dazu vor. Quelle: Sven Sokoll
Garbsen

„Viele Leute betrachten ihre Autos als Safe“, sagt Hans-Joachim Elsner, Präventionsexperte der Polizeiinspektion Garbsen. Geübte Autodiebe brauchen aber nur Sekunden, um eine Scheibe einzuschlagen und ihre Beute an sich zu bringen - die gängigen Verstecke für Portemonnaies oder Navigationsgerät bringen da meist nichts. Deshalb betont Elsner: „Wertsachen haben prinzipiell nichts im Auto verloren, wenn man es verlässt.“

Mancher Unvorsichtige schafft aber sogar erst noch besondere Verlockungen für Diebe, indem er Taschen oder Notebooks sehr gut sichtbar im Auto liegen lässt. Wenn der Wagen dann auch noch an einer einsamen Stelle steht, kann bei der Rückkehr eine böse Überraschung drohen. Oft haben Diebe es aber auch auf bestimmtes Zubehör abgesehen und bauen dann auch schon einmal die Airbags aus.

143-mal sind Autos nach der Polizeistatistik im vergangenen Jahr in Garbsen aufgebrochen worden. Das sind zwar 17 Prozent weniger als 2011, doch die Zahlen schwanken ohnehin. Das liegt daran, dass einzelne Banden bei diesem Delikt einen größeren Einfluss auf die Daten haben können.

Ärgerlich sind Aufbrüche für Geschädigte auch deshalb, weil die Chance auf Aufklärung bei nahe Null liegt. Und: Die Kaskoversicherung zahlt bestenfalls für fest mit dem Auto verbaute Teile, nicht aber zum Beispiel für mobile Navigationsgeräte, die beim schnellen Einkauf noch an der Windschutzscheibe kleben. Insgesamt gilt, dass bei vielen Taten mittlerweile ein erheblicher Schaden entsteht.

Wenn die Polizei einmal Autoaufbrecher fasst, dann, weil andere Bürger besonders aufmerksam waren. „Wir können also nur dazu aufrufen, mit offenen Augen durch die Stadt zu gehen und lieber einmal mehr die Polizei zu rufen“, sagt Hans-Joachim Elsner. Am besten ist es allerdings, wenn die Besitzer Dieben gar nicht erst Gelegenheiten bieten.

Keine große Rolle spielt im Moment indes der Diebstahl ganzer Autos. Gerade hochwertige Modelle haben mittlerweile so effektive Sicherungssysteme, dass die Diebe schon wissen: Hier brauche ich es gar nicht erst zu versuchen.

Wer sein Auto technisch gegen Diebstahl aufrüsten will, hat dazu einige Möglichkeiten. Die Polizei hat eigens einen Flyer ausgearbeitet, der bei der Inspektion und im Internet auf der Seite polizei-beratung.de zu finden ist. Der Titel lautet: „Bremsen Sie Diebe rechtzeitig aus!“. Aufgeführt werden zum Beispiel Lenkradsperren, Parkkrallen und zusätzliche Schlösser für Türen und Kofferraum, aber auch Alarmanlagen und codierbare Autoradios. Spezielle Schlösser für Felgen und Dachgepäckträger empfiehlt die Polizei ebenfalls. Für ältere Autos lassen sich noch Wegfahrsperren nachrüsten.

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