Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Ein Plan für die Feuerwehr - aber wie?
Umland Garbsen Nachrichten Ein Plan für die Feuerwehr - aber wie?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
00:16 06.09.2017
"Das ist nicht zu leisten": Stadtbrandmeister Ulf Kreinacker, Garbsens Ortsbrandmeister Thomas Cremer und der Hoster Ortsbrandmeister Dirk Wehde sind sich nicht einig mit der Verwaltung. Quelle: Gerko Naumann
Anzeige
Osterwald

Die Stadt Garbsen muss dafür sorgen, eine "den örtlichen Verhältnissen entsprechende leistungsfähige Feuerwehr aufzustellen", heißt es in Niedersächsischen Brandschutzgesetz. Ein wichtiger Baustein dafür soll der Feuerwehrbedarfsplan werden, den die meisten anderen Städte in der Region Hannover bereits haben. Darin wird  soll unter anderem festgeschrieben werden, welche Geräte und Fahrzeuge angeschafft werden müssen.

Als Grundlage soll eine sogenannte Gefährdungsanalyse dienen. Sie gibt Auskunft über die Gebäude und Verkehrswege in Garbsen, die für die Arbeit der Feuerwehr von Bedeutung sind. Das können etwa Schulen, Seniorenzentren und Bundesstraßen sowie Autobahnen sowie deren Besonderheiten sein.

Anzeige

Und genau über diesen Punkt gab es bei der Ausschusssitzung im Gerätehaus der Feuerwehr Osterwald Oberende Streit. Garbsens Ortsbrandmeister Thomas Cremer betonte vor Vertretern aus Politik und Verwaltung, dass er und seine Kollegen, die alles ehrenamtlich machen, mit den aktuellen Aufgaben schon an der Belastungsgrenze seien. "Deshalb brauchen wir für die Erstellung der Gefährdungsanalyse dringend einen externen Sachverständigen", sagte Cremer. Die Führungskräfte der Feuerwehr seien grundsätzlich bereit, am Bedarfsplan mitzuarbeiten, aber "das ist nicht zu leisten".

Dieser indirekte Vorwurf an die Verwaltung rief den Ersten Stadtrat Walter Häfele auf den Plan. Die Stadt hat vorgeschlagen, eine Arbeitsgruppe mit Mitgliedern aus Politik, Verwaltung und den Garbsener Feuerwehren zu gründen. Die soll die Details für den Bedarfsplan klären - und damit auch, ob und für wie viel Geld externe Experten eingekauft werden. "Deshalb reden wir hier über ein Scheinproblem", sagte Häfele in Richtung der Feuerwehrspitze. Es würden selbstverständlich Mittel in den Haushalt eingestellt, wenn die Feuerwehr selbst Aufgaben nicht leisten könne.

Jürgen Haase (CDU) gab Häfele Recht. "Sie verkomplizieren die Sache nur", sagte er und meinte die Feuerwehr. Weder Stadt noch Verwaltung seien daran interessiert, die Feuerwehr zu überfordern. Alles weitere solle in der Arbeitsgruppe geklärt werden. Ratsherr Günther Barthel (SPD) schien besorgt über die offensichtlichen Kommunikationsprobleme zwischen Verwaltung und Feuerwehr. Er machte einen Vorschlag zur Verbesserung: "Vielleicht sollten sie sich mal gemeinsam an den Tresen begeben und ein Bier trinken."

Von Gerko Naumann

Anzeige