Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Begegnungsstätte startet mit neuen Betreibern
Umland Garbsen Nachrichten Begegnungsstätte startet mit neuen Betreibern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:15 26.04.2013
Von Markus Holz
Im neuen kleinen Reich am Hérouville-St.-Clair-Platz: Abu und Güler Sengül betreiben die Begegnungsstätte an vier Tagen in der Woche von 14 bis 18 Uhr. Quelle: Markus Holz
Anzeige
Garbsen

Alle sind sie gekommen: Vereinsvertreter, ältere Menschen, Stammpublikum, türkische Männer, deutsche Paare, Politiker. So soll es sein in einer Begegnungsstätte im Stadtteil Auf der Horst. Aber am Freitag war auch Ausnahmezustand: Betreiberwechsel und Wiedereröffnung nach fast fünf Wochen Renovierung. Die Begegnungsstätte neben dem Hallenbad steht unter der Regie der Stadt; ein großer Saal mit Klavier, ein kleinerer Raum, Küche, Sanitäranlagen, Lager.

Alles ist nach 15 Jahren generalüberholt worden, nachdem das Ehepaar Nada und Gerd Gohl zum 31. März als Betreiber ausschieden. Gohls hatten sich in die Herzen ihrer Gäste gearbeitet, hatten dekoriert, Trauerfeiern oder Geburtstage vorbereitet, hatten warmen Mittagstisch angeboten. „Das wird ja nicht so bleiben können“, sagt Christa Kork, „bisher waren wir Stammgäste, fast jeden Tag hier, wir hatten immer Tisch eins, aber das wird sich wohl ändern.“ Warum? Mit dem neuen Betreiber, Abu Sengül und seiner Frau Güler kommen alle perfekt aus. Aber die Stadt hat nicht nur renoviert und die Küche besser ausgestattet. Sie hat auch Zöpfe abgeschnitten und an Regeln erinnert, die seit Beginn gelten: Keine Privatfeiern, keine Öffnungszeit vor 14 und nach 18 Uhr – es soll eine Begegnungsstätte sein, kein Lokal. Werktags außer mittwochs ist vier Stunden lang für jedermann geöffnet. Für die Bewirtung ist jetzt Ehepaar Sengül zuständig. Daneben haben Vereine einen Schlüssel, die Seniorenarbeit betreiben, ebenso wie die Freiwilligenagentur und die Stiftung Help für ihre vielfältigen Angebote. Und es sollen noch mehr Angebote kommen. „Wir wünschen uns sehr, dass Abu Sengül hier erfolgreich ist – er steht im Stadtteil für Begegnung, genau danach haben wir gesucht“, sagte Bürgermeister Alexander Heuer.

Anzeige

Abu und Güler Sengül

Abu Sengül (48) und seine Frau Güler (46) betreiben seit 2004 den Mini-Markt am Hérouville-Platz (5.30 bis 19 Uhr). Das ist ihre erste Begegnungsstätte, beliebt über die Grenzen der Nationalitäten hinweg. Die Begegnungsstätte am Bad könnte ihr zweites Standbein werden. Sie erhalten von der Stadt eine Aufwandsentschädigung dafür, dass sie den Treff offen halten, egal wie viele Gäste kommen. Das Paar hat vier Kinder. Der Betrieb wird allein aus der Familie heraus aufrecht erhalten. „Ich habe die Begegnungsstätte übernommen, weil es mir gut geht, wenn ich unter Menschen sein kann“, sagt Abu Sengül.

Sven Sokoll 26.04.2013
Sven Sokoll 25.04.2013
25.04.2013