Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Bürgermeister sieht keine neue Brandserie
Umland Garbsen Nachrichten Bürgermeister sieht keine neue Brandserie
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:37 10.03.2014
Von Markus Holz
In der Nacht zum Sonntag wurde eine Gartenlaube in der Kleingartenkolonie „Im Moore“ in Garbsen-Mitte durch ein Feuer komplett zerstört. Personen kamen nicht zu Schaden.
Anzeige
Garbsen

Heuer hat sich gestern mit seinen Fachleuten beraten und kommt zu dem Schluss: „Nichts deutet darauf hin, dass diese Brände zusammenhängen mit den Serien im Vorjahr. Die Feuer liegen weit auseinander - Berenbostel, Auf der Horst, Havelse, Altgarbsen - das passt nicht“, sagt Heuer. Er warnte Medien davor, Ängste zu schüren. Er erlebe im Stadtteil Auf der Horst derzeit kein Klima der Angst, wie 2013. Die Dezernenten arbeiteten nach wie vor eng mit allen Akteuren im Stadtteil zusammen. Für die Feuerwehr ist die Zahl der Brandstiftungen, bei denen unter anderem eine Laube, mehrere Container, Gehölze und Sperrmüll im Treppenhaus brannten, das „normale Wochenendgeschehen“, sagt Stadtbrandmeister Dieter Göhns. Polizeichef Ulrich Knappe versichert, dass die Intensität der Ermittlungen und der Streifendienste unverändert hoch sei. Er bat Hausbewohner, nichts Brennbares in Treppenhäuser zu stellen und Verdächtiges zu melden.

Christian Grahl würde in Heuers Situation öffentlich Ursachen und soziale Zusammenhänge von Brandstiftungen darlegen. Vorausgesetzt, die aktuellen Brände und die von 2013 hängen zusammen, würde er ein Konzept aller Beteiligten vorstellen und auch Misserfolge nennen. Sein Eindruck: „Bei aller Gefährlichkeit der Taten - die Motive sind oft banal: normales Autonomiestreben junger Männer und zugleich Suche nach Anschluss. Auf diesem Weg haben einige eine Niete gezogen. Aber das Leben liegt noch vor ihnen. Deshalb: Wir können die Mitläufer abwerben. Dann trocknet das aus.“ Er würde die Polizei „massiv unterstützen“ und der Feuerwehr persönlich danken.

Anzeige

Darius Pilarski hätte nach dem Willehadibrand eine Expertenrunde einberufen, die mindestens einmal im Monat tagt. Und er hätte für neue Ansätze in der Jugendsozialarbeit auf unkonventionelle Methoden gesetzt. Im Zweifel lieber mehr Geld dafür ausgegeben, als die Stadt es jetzt tut, schreibt der Kandidat der Grünen: „Es kann nicht darum gehen, dass der Haushalt stimmt, sondern dass Ruhe einkehrt.“ Sei ein sozialpädagogischer Ansatz nicht erfolgreich, müssten Experten auch den Mut haben umzusteuern. Anders als Heuer, würde er die Politik vor Ort über die Arbeit der Streetworker informieren. „Dazu haben wir seit Dezember keinen Bericht erhalten“, so Pilarski.